19. März 2024
Luxusaktien: Die Börse hat Lust auf Champagner

Luxusaktien: Die Börse hat Lust auf Champagner

Allen Unkenrufe zum Trotz zeigen die aktuellen Zahlen aus der Luxusgüter-Branche: Luxusaktien sind derzeit auf Wachstumskurs.

Zwar gab es im vergangenen Jahr Enttäuschungen in diesem Segment. Dennoch gibt es gute Gründe für die Luxusaktien. Denn sie bringen alles mit, um ein breit aufgestelltes Portfolio zu bereichern. 

Für das Besondere gibt es immer einen Markt. Dass diese Aussage stimmt, stellte kürzlich die Aktie des französischen Luxusgüter-Konzerns LVMH (WKN: 853292) unter Beweis. Nach einem Rekordjahr schaffte die im CAC 40 gelistete Aktie den größten Kurssprung seit rund 15 Jahren. Um etwa 14 Prozent ging es für den Konzern, der unter anderem die Marken Louis-Vuitton, Dior, TAG Heuer und Dom Perignon umfasst, an der Börse nach oben. Mit dem nunmehr zweiten Rekordjahr in Folge bei LVMH dürfte die gesamte Luxusgüter-Branche wieder mehr Zuspruch von Investoren erhalten.

Die Aufzählung der Marken zeigt, was wir an Luxusgüterunternehmen so schätzen: Sie sind breit diversifiziert. Egal ob Champagner, hochwertige Uhren, luxuriöse Kleidung oder den Unterschied machende Accessoires. Wer Luxus mag, findet bei LVMH und anderen breit aufgestellten Unternehmen aus der Branche etwas nach seinem Geschmack.

Chinesen stützen die Branche

In den vergangenen Monaten mehrten sich Zweifel, ob die Wachstumsschwäche in China und die allgemein wenig eindeutige ökonomische Situation nicht auf den Luxus-Markt durchschlagen würde. Ein Umsatzwachstum von neun Prozent auf 86,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bei LVMH spricht jedoch eine andere Sprache. Der Nettogewinn stieg mit rund acht Prozent auf 15,2 Milliarden Euro.

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LVMH-CEO Bernard Arnault erwartet 2024 weiteres Wachstum und das explizit in China. Dort strebt die Mittelschicht nach oben. Zwar liegt der Anteil des privaten Konsums an der Wirtschaftsleistung im Reich der Mitte noch immer deutlich unter dem Niveau der westlichen Industrieländer. Doch die Einkommen wachsen rasant. Zwischen 2013 und 2022 legte das Pro-Kopf-Einkommen um 8,1 Prozent jährlich zu. Bis 2025 könnten mehr als die Hälfte der chinesischen Haushalte der Mittelschicht angehören und damit Luxusgüteraktien Rückenwind verleihen.

Selbst in der vermeintlichen Krise des chinesischen Aktienmarkts wächst Chinas Wirtschaft noch immer. Außerdem ist der chinesische Absatzmarkt für Luxusgüter derart heterogen, dass er nach einer kurzen Delle selbst den Worst Case am chinesischen Immobilienmarkt überstehen würde. Gerade große Konzerne sind bestens positioniert, um vom Wachstum in China und anderen Regionen Asiens profitieren zu können.



Hinzu kommt, dass die Nachfrage aus Europa und vor allem aus den USA robust ist. Vor allem die US-Konjunktur erweist sich allen Unkenrufen zum Trotz als weitaus stabiler als von vielen Experten vor einigen Wochen und Monaten erwartet.

Zugute kommt der Luxusgüter-Branche, dass sie ihr angestaubtes Image längst abgelegt hat und sich zunehmend auf Social Media tummelt. Dort lassen sich nicht nur Chinesen inspirieren, sondern kaufkräftige Luxusfans von morgen aus der Generation Z.

Über den Autor Markus C. Zschaber

Markus C. Zschaber ist geschäftsführender Gesellschafter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH in Köln