10 Jahre ETPs auf physisches Gold

10 Jahre ETPs auf physisches Gold

Vor zehn Jahren wurde der erste Gold-ETC auf physisches Gold aufgelegt. Und die künftigen Aussichten für Gold bewertet ETF Securities weiterhin positiv.

Graham Tuckwell, der Chairman von ETF Securities, einem der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von börsengehandelten Rohstoffen, so genannten Exchange Traded Commodities (ETCs), rechnet damit, dass das Wachstum des Goldmarktes ein weiteres Jahrzehnt anhält. Wachstumstreiber sieht er in einer bislang unerschlossenen Nachfrage aus China und Indien sowie in der zunehmenden Nutzung durch Privatanleger. Seine Wachstumseinschätzung widerspreche aktuellen Prognosen, die ein Ende des Bullenmarktes bei Gold vorhersagten.

„Vor zehn Jahren haben sich die Leute für Gold begeistert, aber es ließ sich nur schwierig kaufen. Es ist allgemein anerkannt, dass die Einführung von Gold-ETPs den Goldmarkt stark beeinflusst hat. Heute sind die Produkte ein wichtiger Teil dieses Marktes und wir haben ein Jahrzehnt des Wachstums erlebt. Obwohl einige derzeit das Ende des Wachstumsmarktes bei Gold vorhersagen, bin ich überzeugt, dass das nächste Jahrzehnt noch viel mehr zu bieten hat“, sagt Graham Tuckwell zum zehnjährigen Jubiläum des Marktstartes des ersten Exchange Traded Products (ETP) auf physisches Gold.

Zehn Jahre nachdem Tuckwell das weltweit erste physische Gold-ETP in Australien gelistet habe, notierten heute 31 ähnliche Produkte weltweit an den Börsen und verwalteten ein Vermögen von 147 Milliarden US-Dollar. ETF Securities biete 13 verschiedene Produkte an, die den Spotpreis von Gold abbildeten. Allein 2012 hätten Investoren neue Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar in die physisch hinterlegten Goldprodukte des Unternehmens investiert. Zudem machten die Produkte von ETF Securities im vierten Quartal 2012 nahezu 40 Prozent aller Mittelflüsse in physisch hinterlegten Gold-ETPs in Europa aus.

„Die bislang unerschlossene Nachfrage aus China und anderen Teilen Asiens wird einer der wichtigsten Faktoren für die Produktentwicklung und einen erweiterten Marktzugang sein. Während die größeren Investoren in diesen Märkten Gold-ETPs bereits über andere Börsen kaufen, investieren Anleger mit kleinerem Vermögen bevorzugt über ihre lokalen Handelsplätze. Derzeit sind Gold-ETPs in diesen Regionen kaum erhältlich, obwohl die Nachfrage wächst“, erklärt Tuckwell und ergänzt: „Steigende Investments von Privatanlegern aus der westlichen Welt werden der zweite wichtige Wachstumstreiber sein. Der europäische Markt für Privatanleger hinkt dem US-Markt bislang hinterher. Während Privatanleger dort Gold-ETPs bereits stark nachfragen, ist in Europa der fehlende Zugang eines der größten Wachstumshindernisse. Allerdings wird die Nachfrage von europäischen Privatanlegern nach den Produkten infolge einer Weiterentwicklung der Vertriebsmodelle und einer weiteren Aufklärung über die Investmentprodukte steigen.“

Da die Risikobereitschaft unter Investoren wieder gestiegen sei, hätten viele ihre Mittel von defensiven Anlageklassen wie Gold in Aktien umgeschichtet. Allerdings bewertet Nicholas Brooks, Leiter Investmentstrategie bei ETF Securities, die aktuellen Mittelabflüsse nicht als Trendwende in der Haltung der Investoren zu Gold und ist überzeugt, dass der Ausblick für das Edelmetall insgesamt positiv bleibt: „Der Großteil der aktuellen Mittelabflüsse bei Gold geht auf kurzfristig-orientierte, taktische Investoren zurück. Strategische Investoren halten dagegen an ihren Goldpositionen unverändert fest. Sie betrachten Gold als langfristige Absicherung gegen eine Währungsabwertung. Zudem schätzen sie die Eigenschaften von Gold zur Diversifikation und als Absicherung gegen makroökonomische Krisenszenarien. Einige von ihnen prüfen daher, ob der aktuell gesunkene Goldkurs ein guter Zeitpunkt ist, um Positionen auszubauen.“

Brooks ergänzt: „Da die Netto-Long-Positionen auf dem Futures-Markt für Gold sich derzeit wieder auf dem Niveau von Ende 2008 bewegen und die Risiken aus der hohen Staatsverschuldung in Europa weiterhin bestehen, würde es mich nicht überraschen, wenn die Mittelzuflüsse bei Gold-ETPs in den kommenden Wochen und Monaten wieder ansteigen.“