20 Jahre ETF-Handel in Europa

Geburtswoche der ETFs – am 11. April 2000 wurden die ersten beiden Index-Tracker Europas auf Xetra gelistet. Eine Bestandsaufnahme.

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, verzeichnen durch den anhaltenden Trend hin zu passiven Investments seit Jahren eine steigende Nachfrage bei Investoren. Mittlerweile nutzen auch immer mehr Privatanleger ETFs, etwa um damit langfristig Vermögen aufzubauen. Am 11. April jährt sich die Einführung der ersten beiden Produkte in Europa zum 20. Mal.

Den Anfang machten zwei börsengehandelte Indexfonds von Merrill Lynch International, die im Xetra-Handel der Deutschen Börse starteten und mit denen Investoren in den Euro Stoxx 50 und den Stoxx Europe 50 investieren konnten. Heute notieren mehr als 1.500 ETFs auf Xetra. Mit dieser Auswahl und einem monatlichen Handelsvolumen von 13 Milliarden Euro ist Xetra bis heute europaweit führend.

ETFs haben Durchbruch geschafft

„Den Durchbruch erzielten ETFs mit dem stetig wachsenden Interesse an passiven Investments“, erklärt Stephan Kraus, der das ETF-Segment der Deutschen Börse verantwortet. „Von der Möglichkeit, mit ETFs eine Vielzahl an Märkten, Branchen, Trends und Strategien abbilden zu können, machen heute auch immer mehr Privatanleger Gebrauch.“ So liegt der Anteil privater Investoren auf Xetra gemessen an der Ordergröße mittlerweile bei rund 8 Prozent – das ist nahezu eine Verdopplung in den vergangenen fünf Jahren.

Innerhalb der verschiedenen ETF-Kategorien verzeichnen derzeit Themen-ETFs großes Interesse. Diese bieten Investoren gezielt Zugang zu Megatrends wie Automation und Robotics oder Cybersicherheit. Darüber hinaus zählen auch ETFs auf nachhaltige Investment-Strategien (ESG; Environmental, Social und Governance) zu den wachstumsstärksten Kategorien: Ein Zehntel aller handelbaren ETFs fokussieren sich mittlerweile auf Nachhaltigkeit.

Das größte Interesse bei ETFs liegt weiterhin bei klassischen Benchmark-Indizes wie Dax, Euro Stoxx 50 und S&P 500. Darüber hinaus stehen auch Investments in breit diversifizierte europäische und globale Indizes wie etwa Stoxx Europe 600 oder MSCI World im Fokus der Anleger. Sie dienen nach wie vor als Basis-Investment für die langfristige Vermögensanlage und sind beliebte Indizes bei ETF-Sparplänen.

„Wir gehen davon aus, dass sich ETFs als Standard-Produkt für die private Vermögensbildung weiter etablieren werden“, erklärt Kraus. „Die drei Buchstaben E-T-F könnten auch für einfach, transparent und flexibel stehen. In Kombination mit den geringen Kosten sind das zentrale Eigenschaften, um mehr Sparer von einer langfristigen Altersvorsorge über den Kapitalmarkt zu überzeugen.“

Die Kosten haben im ETF-Handel seit jeher einen hohen Stellenwert – auch innerhalb der Branche. Der steigende Wettbewerb und die zahlreichen neuen Produkte – allein 2018 und 2019 gab es jeweils über 180 neue ETFs auf Xetra – haben die vergleichsweise geringen Managementgebühren der passiven Investmentfonds weiter sinken lassen.