3 Indexanbieter verbannen chinesische Aktien aus ihren Indizes – die Folgen für ETF-Anleger!

3 wichtige Indexanbieter mussten 31 chinesische Aktien auf eine schwarze Liste setzen. Damit wurden diese aus den Indizes verbannt. Um wen es sich handelt – und was das für ETF-Anleger bedeutet.

Der Indexanbieter MSCI hat insgesamt sieben chinesische Aktien aus seinen Indizes gestrichen. Damit folgt der Finanzdienstleister einer Anordnung der US-Regierung. Die Trump-Administration hatte bestimmt, dass es keine amerikanischen Investments mehr in Firmen geben dürfe, die dem chinesischen Militär gehören oder von diesem kontrolliert werden.

MSCI ist bereits der dritte große Indexanbieter, der auf die Anweisung des US-Präsidenten reagiert. Auch FTSE Russell und S&P Dow Jones haben im Dezember gewisse chinesische Aktien aus ihren Indizes gestrichen. Dadurch wurden insgesamt 31 chinesische Aktien auf die schwarze Liste gesetzt. Die Anordnung wurde bei MSCI nur für sieben chinesische Aktien wirksam, da die anderen Firmen nicht in den Indizes von MSCI geführt wurden.

Das bedeuten die Streichungen der chinesische Aktien

Konkret hat der wichtigste Indexanbieter der Welt laut einem Handelsblatt-Bericht die Aktien der Unternehmen China Railway Construction, China Spacesat, China Communications Construction, CRRC, Hangzhou Hikvision Digital Technology, Dawning Information Industry and Semiconductor Manufacturing International aus den Indizes verbannt.

Für Anleger dürften die Auswirkungen auf ihre Investments nicht großartig ins Gewicht fallen. Die Indexgewichte der Unternehmen sind sowohl im Weltindex All Country World (ACW) als auch im Emerging-Markets-Index (EM IMI) äußerst gering.

Tipp: Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen über das Investieren in Emerging Markets.

Die Maßnahme ist allerdings aus einem anderen Grund relevant. So zeigt sich, dass die geopolitische Rivalität zwischen den Großmächten USA und China nicht nur Auswirkungen auf die Entwicklung der Kurse nehmen kann. Der geopolitische Konflikt stellt ein politisches Risiko dar, das zu Einschränkungen von Investitionsmöglichkeiten führen kann.

Institutionelle Investoren und Indexanbieter sind von den Maßnahmen besonders betroffen. Sie müssen schnell und flexibel reagieren, was unter Umständen Kapitalumschichtungen und Produktanpassungen nach sich zieht. So wie aktuell geschehen!

Tipp: In diesem Wissensartikel erfahren Sie die wichtigsten Hintergründe zum Investieren in China.

Wie geht es weiter unter Joe Biden?

MSCI hatte zuvor eine Befragung unter Marktteilnehmern und Investoren durchgeführt. Da mehrere Befragte dem Unternehmen mitgeteilt haben, dass ihre Investitionen durch die Verordnung der Trump-Administration beeinflusst worden wären, habe man sich dazu entschlossen, die besagten Unternehmen ebenfalls aus den eigenen Indizes zu verbannen.

Ob die Verordnung aufrecht erhalten bleibt, sobald Joe Biden seine Präsidentschaft antritt, bleibt abzuwarten. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass diese nicht zeitnah zurückgenommen wird bzw. oberste Priorität genießt. Klar ist hingegen, dass der chinesische Aktienmarkt für internationale Investoren weiterhin interessant und relevant bleibt. Womöglich werden für europäische Anleger seitens der Indexanbieter neue Indizes aufgelegt mit den entsprechenden Werten.