3 Trends bei der Geldanlage, die ich niemals mitmachen würde

Die Möglichkeiten der Geldanlage werden immer größer. Gut so, Vielfalt ist schließlich wichtig. Dennoch gibt es 3 Trends bei der Geldanlage, die insbesondere für Einsteiger nicht wirklich geeignet sind. Ein Kommentar!

Theorie ist wichtig, aber in kaum einem anderen Lebensbereich zählt die Erfahrung so viel mehr als bei der Geldanlage. Die Finanzwelt ist irrational, es existieren keine Regeln, deren Befolgen automatisch zum Erfolg führt. Trotzdem können Sie als Privatanleger bestimmte Dinge ausschließen, die in der Vergangenheit nicht funktioniert haben oder bei denen erheblich attraktivere Alternativen bestehen.

Die folgenden 3 Trends sind mir persönlich ein großes Dorn im Auge, weil Sie oftmals gerne als absoluter Perfomance-Kick für das Portfolio beworben werden. Das Problem an der Sache ist nicht, dass die Produkte per se schlecht sind. Teilweise machen sie sogar sehr viel Sinn. Das Problem liegt in der Kommunikation und in der Erwartungshaltung der Nutzer, die oft mich falschen Versprechen gelockt werden. Daher erläutere ich hier meine persönliche Ansicht, warum ich die 3 Trends, die nun folgen, nicht empfehle.

P2P-Kredite

P2P-Kredite sind seit Jahren eine beliebte Anlageklasse, die besonders von der Finanzblogger-Szene als Affiliate-Produkt genutzt wird. Vom Prinzip her ist das Geschäftsmodell simpel. Anstatt die Bank nach einer Finanzierung Ihres Urlaubes zu fragen, springt ein Pool aus Privatanlegern als Kapitalgeber zu einem bestimmten Zinssatz für sie ein. Die Zinsen schwanken je nach Bonität, deren Bewertung oft intransparent für den Anleger ist. Außerdem wird auf der Plattform oft teurer Konsum kreditfinanziert, was aus meiner Sicht moralisch an gewisse Grenzen stößt.

Außerdem mangelt es an ausreichend fundamentalen Daten zur Bewertung des Kredits. Das Verlustrisiko wird in den meisten Fällen unterschätzt, was zu großen Vermögenseinbußen führen kann. Ein Blick auf Google-Anzeigen mancher P2P/P2B-Anbieter zeigt außerdem, dass Privatanleger mit Versprechen wie „Festzins-Alternative zum Sparbuch“ angezogen werden – dabei kann das Risikoprofil eines P2P-Kredits in keinem Fall mit dem eines Sparbuchs oder Tagesgeldkonto verglichen werden.

In kleinem Maße und mit einer breiten Diversifikation über mehrere Plattformen hinweg kann eine Beimischung im Portfolio Sinn machen – bereichern tun P2P-Kredite ein breit gestreutes ETF-Portfolio hingegen nicht. Aus dem Grund halte ich mich von dieser Anlageklasse fern.

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Social Trading

Wer kennt nicht die unterhaltsamen Werbeanzeigen von eToro? Wahrscheinlich sind sie jedem bekannt. Social Investing basiert auf dem Prinzip, dass Anleger sich auf einer Plattform (eToro, Wikifolio etc.) in Bezug auf Anlagestrategien austauschen und gegenseitig „kopieren“ können. Auch Vermögensverwalter habe neben Daytradern ihren Weg zu den Plattformen gefunden, womit sie Millionen von Anlegern die Möglichkeit geben ihre Anlagestrategien zu verfolgen – kostenlos.

Gerade für junge und unerfahrene Privatanleger erscheint Social Trading deshalb attraktiv. Man muss kein Experte sein, um in Aktien, Kryptowerte oder Derivate zu investieren. Mit den Vorteilen steigt hingegen auch das Risiko. Denn in vielen Fällen fokussieren sich Privatanleger auf der historischen Performance der Trader, die nicht geeignet ist, um die zukünftigen Handelsentscheidungen zu bewerten.

Oft werden deshalb Portfoliomodelle verfolgt, die nicht zum persönlichen Risikoprofil bzw. Anlageziel passen. Auf den meisten Social-Trading-Plattformen wird zudem mit hochspekulativen Derivaten gehandelt. 

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Optionshandel

Optionen und Derivate können als Hedginginstrumente eine außerordentlich wichtige Funktion spielen. Aktuell lässt sich unter dem Einfluss der Finanzblogger-Szene – angeführt von Options-Coach Jens Raabe – ein großes Interesse bei der jungen Generation entdecken. Das Problem an dem Thema liegt auch hier in der Erwartungshaltung in Bezug auf die Finanzinstrumente. Einsteiger erwarten oft sehr hohe Renditen durch Hebeleffekte. Diese können sich jedoch auch zum Nachteil des Anlegers auswirken.

Der wichtigste Faktor, der mir persönlich sehr am Herzen liegt, lautet: Für den langfristigen Vermögensaufbau brauchen Sie keine Optionen. Sie kosten eine Menge Einarbeitungszeit, Pflegeaufwand und führen im seltensten Fall zum erhofften Renditeschub. Insofern gehört der Optionshandel zu den 3 Trends bei der Geldanlage, von denen ich abrate. Setzen Sie lieber auf ein breit gestreutes ETF-Portfolio – damit fahren Sie langfristig immer besser.

Fazit: Diese 3 Trends besser meiden!

Probieren geht über Studieren. Am Ende des Tages werden Sie Ihre eigenen Erfahrungen an der Börse machen müssen. Fragen Sie sich in jedem Fall, ob das Investment Sie dabei unterstützt, Ihre Anlageziele zu erreichen. In vielen Fällen gibt es bewährtere Mittel, die auf dem ersten Blick nicht so abenteuerlich aussehen, aber zum gleichen Ziel führen.