7 Dinge, die Sie klären müssen, bevor Sie Ihren ersten ETF kaufen

Haben Sie Ihren ersten ETF bereits ins Auge gefasst? Sind Sie vollkommen bereit, endlich loszulegen? Ob Sie perfekt gerüstet sind, können Sie in unserer Checkliste überprüfen.

ETFs sind eine ausgezeichnete Wahl, wenn es um den privaten Vermögensaufbau geht. John Bogle – Erfinder des Indexfonds – sagte einst sehr treffend: „Anstatt die Nadel im Heuhaufen zu kaufen, sollten Anleger einfach den Heuhaufen kaufen.“

Eine breite Streuung mit dem Kauf eines einzigen ETFs ist eines der größten Fortschritte in der modernen Geldanlage. Bevor Sie jedoch loslegen und Ihren ersten ETF kaufen, gibt es sieben Dinge, die Sie in jedem Fall berücksichtigen sollten.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Geldanlage?

Ohne sich vorher Gedanken über Ihre Ziele zu machen, sollten Sie kurz eine Pause einlegen, bevor Sie loslegen.  Was wollen Sie mit Ihren Investments überhaupt erreichen? Investieren sollte man ausschließlich Geld, auf das Sie für mindestens 12 Jahre verzichten können. Planen Sie in zwei Jahren eine Weltreise und möchten Ihre Ersparnisse dafür anlegen, dann hat dieses Kapital in einem ETF-Portfolio nichts zu suchen.

Kurzfristige Schwankungen an Börsen können nämlich dafür sorgen, dass Sie Ihr finanzielles Ziel verpassen. Beim Thema private Altersvorsorge sieht es schon anders aus. Hier handelt es sich offensichtlich um einen langfristigen (>12 Jahre) Anlagehorizont. Turbulente Phasen können Sie entspannt aussitzen, da sie im Normallfall durch zukünftige Gewinne kompensiert werden.

Haben Sie Rücklagen für Notfälle?

Eine solide Finanzplanung basiert auf einem sogenannten Notgroschen. Dieser sichert Sie und Ihre Familie in finanziellen Krisenphasen ab. Der Aufbau von Rücklagen genießt in jedem Fall höchste Priorität – erst danach legen Sie den Fokus auf das Investieren. Sparen Sie in etwa das sechsfache Ihrer monatlichen Lebenshaltungskosten, um auf der sicheren Seite zu stehen.

Das Geld für Ihren Notgroschen parken Sie außerdem auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto., um jederzeit Zugriff darauf zu haben. Zwar unterliegt das Vermögen auf diesen Konten einem schleichenden Kaufkraftverlust – das ist jedoch ein notwendiger Kompromiss, da in diesem Fall schnelle Liquidität und Planbarkeit eine höhere Priorität haben.

Kennen Sie den ETF, in den Sie investieren?

Blind in Ihren ersten ETF investieren, nur weil jemand ihn empfohlen hat, ist die falsche Anlageentscheidung. Setzen Sie sich in jedem Fall mit seiner Zusammensetzung, der Kostenstruktur und der Historie auseinander. Entsprechende Daten finden Sie in dem Factsheet des ETFs. Beantworten Sie vor jedem Investment zudem die Frage, ob dieses Ihre finanziellen Ziele unterstützt oder nicht.

Kennen Sie die Grundlagen der ETF-Auswahl?

Die meisten Anleger wählen ihre ETFs allein auf Basis der sogenannten Gesamtkostenquote („Total-Expense-Ratio“ – TER) aus. Dabei existieren weitere Kriterien, die Sie bei der Auswahl Ihres ETFs zusätzlich berücksichtigen sollten, um Ihren Anlageerfolg zu optimieren. Die folgende Checkliste gibt Ihnen einen kompakten Überblick.

  • Auflagedatum: >5 Jahre (bei speziellen ETFs auch kürzere Zeiträume)
  • Fondsvolumen: >100 Millionen Euro (auch hier gelten bei speziellen ETFs kürzere Zeiträume)
  • Fondsdomizil: Europa
  • Replikationsmethode: physisch
  • TER bei Standard-ETFs:<0,25 Prozent
  • TER bei speziellen ETFs:<0,50 Prozent
  • TD:­ so klein wie möglich

Wie viel Risiko können Sie vertragen?

Oft sehe ich bei Einsteigern, dass sie mit einer 100%-Aktienquote an den Start gehen, obwohl sie die Schwankungen nicht vertragen. Die logische Konsequenz: Wird es mal turbulenter an den Märkten, werden die Wertpapiere zu ungünstigen Preisen verkauft. Um impulsive Entscheidungen zu vermeiden, sollten Sie sich intensiv Gedanken über Ihre persönliche Risikoneigung machen. Starten Sie mit einem ausgeglichenen Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen – die Allokation kann nach und nach ausgebaut werden.

Und denken Sie daran: Je langfristiger Sie investieren, desto höher darf Ihre Aktienquote sein. Wer beispielsweise 15 Jahre lange in den MSCI-World seit seiner Auflage (1969) investiert war, hat unabhängig vom Einstiegszeitpunkt nie Verluste gemacht.

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Merken Sie sich die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage

Ein Blick auf die Biografie der erfolgreichsten Anlagestrategen der Welt zeigt, dass sie alle bestimmte Prinzipien sehr ernst nehmen. In Gesprächen mit zahlreichen Finanz-Experten haben sich die nachfolgenden Erfolgsfaktoren herauskristallisiert:

  • Setzen Sie auf eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen hinweg.
  • Denken Sie langfristig und bleiben Sie auch in turbulenten Phasen im Markt.
  • Bleiben Sie ihrer Anlagestrategie treu.
  • Setzen Sie auf eine passive Anlagestrategie mit kostengünstigen ETFs, um Ihre Kosten zu minimieren.
  • Prüfen Sie im einmal im Jahr Ihre aktuelle Portfoliogewichtung und stellen Sie ihre ursprüngliche Zielgewichtung wieder her (sog. Rebalancing).
  • Marketing-Timing und Stock-Picking funktionieren nicht. Langfristig entwickeln sich die Märkte asymptotisch um einen Mittelwert, sodass keine Überperformance (im Durchschnitt) möglich ist.

Kaufen Sie Ihren ersten ETF in einem Sparplan?

Neben dem Cost-Average-Effekt sorgen Sparpläne für einen Disziplinierungseffekt bei Anlegern. Durch die monatlichen Einzahlungen entsteht über die Jahre hinweg eine Routine. Zahlreiche Studien aus der Verhaltensökonomie zeigen einen positiven Effekt im Anlegerverhalten.

Setzen Sie auf monatliche oder quartalsweise Intervalle – war bieten bestimmte Broker auf zweiwöchentliche Anlageintervalle an – Sinn ergibt dieses Konzept hingegen nicht. Wer beispielsweise 10.000 Euro investieren möchte, kann dieses Geld über 12 Monate investieren. Das vereinfacht den Einstieg in die Welt der Geldanlage.

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