Von Antje Erhard22. Juni 2022
7 ETF-Strategien für Fortgeschrittene – von einfach bis komplex. Teil 1

7 ETF-Strategien für Fortgeschrittene – von einfach bis komplex. Teil 1

ETFs gelten als gute Möglichkeit für Börsen-Einsteiger. Aber auch Fortgeschrittene können mit diesen ETF-Strategien zur breiten Diversifikation des Depots beitragen.

Vor 22 Jahren gingen die ersten beiden ETFs in Deutschland an den Start: Aktien-ETFs auf den EURO STOXX 50 und den STOXX Europe 50. Geeignet um langfristig auf steigende Kurse zu setzen. Die ETF-Klassiker gibt es heute noch, aber auch deutlich exotischere Anlagen. Während Aktien-Tracker wie ein MSCI-World-ETF gut geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger sind, setzen Short-Strategien oder gehebelte ETFs viel mehr Erfahrung und tiefe Markt-Kenntnisse voraus. Möglichkeiten gibt es viele – fangen wir zunächst vergleichsweise harmlos an:

1: Wachstums- oder Growth-ETFs: Verheißungsvolle Unternehmen erkennen

Die Wachstums- oder Growth-Strategie zielt auf Unternehmen, die langfristig steigende Gewinne erwirtschaften, so dass damit auch hohe Kursgewinne einhergehen (sollen). Trends und verheißungsvolle Unternehmen gilt es frühzeitig zu erkennen. Am besten, bevor es andere tun. Oder Unternehmen, die stetig wachsen und / oder in wachsenden Branchen heimisch sind. Amazon oder Alphabet sind solche Wachstumstitel. Und in jüngster Zeit reichlich unter die Räder gekommen. Stichwort Zinswende. Wir von extraETF haben darüber ausführlich berichtet. Langfristig ist nicht gesagt, ob diese Wachstum anhält. Diese Strategie eignet sich nicht für Einsteiger, weil sie viel Erfahrung und Wissen erfordern. Und sie ist aufwändig in der Recherche.

2: Value-ETFs: Wie Warren Buffett investieren

Value-Investoren setzen hingegen auf günstige Qualitätstitel, die seit Jahren funktionieren. Warren Buffett ist zum Beispiel ein begnadeter Value-Investor. Value-Strategien sind vor allem langfristige Investments. Auch diese Strategie ist für Einsteigerinnen und Einsteiger recht ungeeignet, weil sie gute Kenntnisse zu Markt und Unternehmen voraussetzt. So sollten Anlegerinnen und Anleger in der Lage sein, über Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis oder Cashflow Titel zu identifizieren, die als unterbewertet gelten.

3: Dividenden für die Langzeit-Planung

Dividenden werden immer für das abgelaufene Geschäftsjahr oder Quartal gezahlt. So wurden auch in diesem Jahr gerade in Deutschland trotz der wirtschaftlichen Eintrübungen hohe Summen ausgeschüttet. Vor allem Auto-Hersteller und Versicherer sind spendabel, international vor allem Rohstoff-Konzerne. Aber eine Dividende macht noch keine Strategie:

Dividenden-Strategien setzen auf Unternehmen mit langjähriger Dividenden-Historie – sprich: regelmäßigen Dividenden-Zahlungen bzw. sogar regelmäßigen Dividenden–Steigerungen. Spannend ist hier der US-Markt, denn da werden Dividenden üblicherweise quartalsweise gezahlt und liefern so womöglich einen steten zusätzlichen Beitrag zum Einkommen. Wenngleich auch Dividenden schwanken oder gar ausfallen können. Dennoch: Das ist eine Strategie, die auch für Anleger mit noch wenig Börsenwissen passen kann. Wichtig sind die eigene Strategie und ein langfristiger Anlage-Horizont.

Tipp: Hier erfährst du alles über das Investieren in Themen-ETFs – inklusive wichtiger Brancheninfos und geeigneter ETFs.

4: Themen-ETFs – Eine Welt voller Themen

Die Vielfalt an Themen-ETFs ist unbeschreiblich: Für jeden Trend gibt es Themen-ETFs: Von Cyber Security bis Künstliche Intelligenz, von Nachhaltigkeit über Veganismus bis Wasser: dazu Mobilität, Cannabis, Glücksspiel, Klimawandel, Raumfahrt, Edelmetalle, Kryptos und, und, und. Inzwischen gibt es sogar ETFs für unsere Börsen-Ängste und unsere Risiko-Neigungen an der Börse: FOMO-ETFs heißen sie. FOMO bedeutet The Fear of missing out – die Angst etwas zu verpassen.

All das sind ETFs für eine höhere Risikoneigung. Trends bzw. Megatrends entwickeln sich langfristig und sind deshalb auch eine längerfristige Geldanlage. Sentiment-Strategien wie FOMO sind hingegen für die Kurs- bzw. Mittelstrecke. Denn Stimmungen drehen. Dann muss schnell reagiert werden. Also gilt es, den Markt regelmäßig im Blick zu haben.

Doch die breite Streuung ist auch hier ein gutes Argument. In Teil 2 schauen wir auf die risikoreicheren ETF-Strategien.

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