Von Katja Brauchle26. Juli 2022
Aktuelle Krisenlage: So schätzen die Deutschen ihre wirtschaftliche Situation ein

Aktuelle Krisenlage: So schätzen die Deutschen ihre wirtschaftliche Situation ein

2022 ist geprägt von Krisen. Corona ist nicht vorbei, der Ukrainekrieg bereitet Sorge, die Inflation zerrt an den Nerven. Wie es den Menschen in Deutschland damit geht und wie sie ihre wirtschaftliche Situation einschätzen, zeigt jetzt eine Befragung.

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der SPIEGEL in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey den Wirtschaftsmonitor zu verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Themen. Dafür werden kontinuierlich in Deutschland lebende Menschen zu ihrer Meinung zur Wirtschaftslage und/oder Politik im Land befragt.

Schlechte Stimmung

Über die Hälfte der Befragten schätzt demnach die Lage aktuell schlechter ein als jemals seit Beginn der Erhebung. Nur noch etwa ein Viertel hält die Situation für gut. Selbst im Frühjahr 2020 nach dem ersten großen Corona-Lockdown war die Stimmung nicht so schlecht.

Vor einigen Monaten war die Lage noch eine andere. Im Herbst 2021 schätzten noch viele Menschen die Lage als gut ein. Nun hat sich das Blatt stark gewendet. Nur noch ein Viertel der Befragten gibt an, ihre persönliche Lage sei besser als vor fünf Jahren.

Angst vor langer Krise

Besonders auffällig: Die deutsche Bevölkerung glaubt nicht an eine schnelle Entspannung der Lage. 71 Prozent der Befragten geht sogar davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation in den nächsten fünf Jahren weiter verschlechtert. Nur elf Prozent glaubt an eine langfristige Erholung. Die anhaltende Krisenlage seit Beginn der Coronakrise dürfte zu diesem Pessimismus maßgeblich beigetragen haben – dazu kommt, dass auch Politik und Medien wenig Hoffnung auf ein baldiges Durchatmen machen.

Insbesondere die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel treibt viele Menschen im Land um. Die hohe Inflation ist längst in allen Schichten angekommen und sorgt für viele Ängste. Im Juni 2022 lag sie in Deutschland bei 7,6 Prozent – überraschend niedrig. Jedoch drückten sie Spritpreisbremse und 9-Euro-Ticket nach unten. Fallen diese Instrumente im September weg, dürfte die Inflation einen größeren Sprung nach oben machen.

Altersvorsorge ist wichtiges Thema

Die Aktienrente war eines der Themen, die die neue Bundesregierung während ihrer (ersten) Amtszeit angehen wollte. Nun rückte das aufgrund der Ereignisse in der Ukraine und der damit verbundenen Krisenherde in den Hintergrund. Für die Teilnehmenden der Umfrage ist die Altersvorsorge dennoch ein Thema, welches die Politik unbedingt angehen muss. 22 Prozent der Befragten sehen den größten Handlungsbedarf beim Thema Altersvorsorge und Rente. Bei der Befragung im Juli 2020 waren es im Vergleich dazu noch 16 Prozent.

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Klar ist: Auch wenn die private Altersvorsorge weiterhin ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Rente bleibt, besteht Handlungsbedarf für die Politik und in der Bevölkerung wächst das Bewusstsein darüber zunehmend. Bleibt zu hoffen, dass diesen Wünschen bald Rechnung getragen wird. Bis es soweit ist, ist ein privater ETF-Sparplan eine gute Möglichkeit, einen Teil der Altersvorsorge abzudecken. Auf extraETF findest du dazu alle wichtigen Informationen, die du brauchst.