Von Redaktion30. März 2022
Altersvorsorge – noch immer sorgen Frauen zu wenig privat vor

Altersvorsorge – noch immer sorgen Frauen zu wenig privat vor

Die Anzahl der Aktionärinnen war 2020 so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr, schreibt das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Insbesondere der höhere Zuwachs an Frauen, die ihr Geld zu einem großen Teil über breit diversifizierte Sparpläne anlegen, stimmt positiv. 1,3 Millionen sind das inzwischen in Deutschland.

Allerdings: Es sind insgesamt immer noch deutlich weniger Frauen als Männer (4,5 zu 7,9 Mio.), die ihr Geld entsprechend anlegen, obwohl es sich (positiv ausgedrückt) gerade für sie lohnen würde. Denn: Gender Pay Gap, also der geringere Verdienst von Frauen, das häufigere Arbeiten in Teilzeit, die längeren Auszeiten um Angehörige zu pflegen und/oder durch Schwangerschaft und Elternzeit – das alles sorgt für geringere finanzielle Verdienste während des Erwerbslebens.

Rentenniveau bei Frauen unter Hartz-IV-Niveau

Und vor allen Dingen dann im Alter. Hochrechnungen zufolge wird bei bis zu 75 Prozent der heute 35 bis 50 jährigen Frauen die gesetzliche Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegen, das heißt unter 400 EUR monatlich!

Frühes Sparen und Investieren zahlt sich daher aus. Um die spätere Rentenlücke zu schließen reichen meist 250.000 Euro mit Eintritt in die Rente nicht aus, um das Leben finanzieren zu können, denn Kosten für Lebensunterhalt, Gesundheit und Freizeitgestaltung werden im Alter nicht geringer, im Gegenteil.

Auch der Faktor Kaufkraftverlust sollte dabei berücksichtigt werden. Nicht nur, dass es keine Zinsen mehr auf Erspartes gibt, sondern dieses eher mit Strafzinsen belastet wird, so müssen wir uns langfristig mit einer erhöhten Inflation abfinden. Bei der aktuellen Inflation von ca. fünf Prozent hat ein Vermögen von 100.000 Euro in zehn Jahren nur noch die Hälfte an Kaufkraft.

Frauen legen langfristig besser an

Der spannende Punkt nach all dem zuvor Erwähnten – Frauen sind laut zahlreichen Studien die langfristig besseren Anlegerinnen. Und meist bleiben sie in Krisensituationen gelassener als ihre männlichen Kollegen. Wenn Frauen ihr Geld anlegen, dann passend zu ihrer persönlichen Lebenssituation. Und oft kombinieren sie auch dabei Renditemöglichkeiten und ethische Grundsätze.

Ob der Sparplan mit Fonds und oder ETFs, das eigen- oder fremdgemanagte Portfolio, die finanzierte Immobilie oder auch die steuerlich, sinnvolle Versicherung, all dies dient dem Gesamtkonzept der Altersvorsorge und sollte von Frau zumindest beachtet werden.

Mehr Bildung von Nöten

Immer mehr Frauen setzen sich selbst mit ihren Finanzen auseinander und nutzen die zahlreichen Angebote im Internet über Seminare, Webinare, Bücher und Zeitschriften. Eine weitere wichtige Rolle spielen auch diverse Verbände und Communitys, die das Thema Frauen und Finanzen repräsentieren und sich für die Frau auf beiden Seiten des Tisches stark machen. Es bedarf sicherlich auch mehr Finanzberaterinnen, da die Ansprache ggf. doch eine andere ist, als die der Männer. Verbände, wie „Womens in Finance“ oder auch der VuV (Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V.) fördern die Gleichstellung von Frauen in der Finanzbranche.

Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg, um Anlegerinnen, Finanzberaterinnen und Vermögensverwalterinnen als normales Leitbild zu sehen. Es ist wohl eher ein Marathon, als ein kurzer Sprint, um dieses Ziel zu erreichen.

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Das es sich lohnt, zeigen die viele Jahre der Errungenschaften in der Gleichberechtigung von Frauen und letztendlich dürfen Rendite und finanzielle Sicherheit kein Privileg von Einkommen oder Geschlecht sein.

Über die Autorin: Petra Ahrens

Petra Ahrens ist Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln

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