autogipfel-elektromobilitaet

Autogipfel: Investmentthema Elektromobilität gewinnt an Fahrt

Vor dem Gipfel ist nach dem Gipfel? Nicht so beim Autogipfel in Berlin, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rund 50 Interessensvertreter ins Kanzleramt geladen hatte: Zusammen mit der Führungsriege von BMW, Daimler, Volkswagen und der IG-Metall diskutierten die Ministerpräsidenten der „Autoländer“ Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern den sogenannten „Masterplan Ladeinfrastruktur“ – laut Handelsblatt bislang ein „Eingeständnis des Scheiterns“.

Denn anstatt der in Deutschland etwa 20.000 existierender Ladepunkte, fordern die Autobauer längst, die Zahl bis spätestens 2021 zu verfünffachen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schloss sich dieser Forderung an und fand vor dem Gipfel klare Worte: „Meine Erwartung ist, dass […] konkrete Maßnahmen beschlossen und nicht nur unverbindliche Prüfbitten formuliert werden.“

Autogipfel – So sehen die Beschlüsse aus

Nach dem Gipfel steht fest: „Der Frust über den bislang schleppenden Ausbau der Stromtankstellen“ (Handelsblatt) könnte schon bald verflogen sein. Die Beschlüsse legen einen forcierten Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos nahe. Konkret wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Bis 2021 sollen 50.000 neue öffentliche Ladepunkte entstehen: 35.000 davon organisiert der Bund, 15.000 die Automobilindustrie selbst
  • Bis 2030 – versprach Angela Merkel – eine Million öffentlicher Ladepunkte
  • Private Ladesäulen werden künftig vom Bund gefördert
  • Stromtanken am Arbeitsplatz bleibt für Arbeitnehmer weiterhin steuerfrei
  • Tankstellenbetreiber müssen Ladesäulen errichten – bis auf wenige Ausnahmen
  • Die Kaufprämien wurden deutlich erhöht: Je nach Listenpreis erhalten Käufer eine Prämie von 2.000 bis zu 5.000 Euro

Investieren in Elektromobilität mit ETFs

Die beschlossenen Maßnahmen untermauern also die Zukunftsfähigkeit der E-Mobilität in Deutschland. Und bereits schon jetzt können Anleger in die Themen Antriebstechnik, Batterietechnik und Elektromobilität investieren – derzeit über zwei ETFs:

  • iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF (WKN: A2N9FP)
  • Xtrackers Future Mobility UCITS ETF (WKN: A2N6LL)

Beide ETFs sind erst seit Anfang 2019 investierbar, deshalb ist die, wenn auch positive Performance, (noch) nicht wirklich aussagekräftig über die zukünftige Entwicklung. Angesichts der politischen sowie wirtschaftlichen Trendwende könnte jedoch Bewegung in das Investmentthema Elektromobilität kommen.

Neben den Gemeinsamkeiten – beide Vehikel sind physisch, thesaurierend und sparplanfähig – könnten die Unterschiede der beiden ETFs für Anleger ausschlaggebend sein. Der ETF von iShares investiert breit diversifiziert in die meisten Regionen der Welt, inklusive Schwellen- und Industrieländer. Dagegen weist der ETF von Xtrackers mit 53,40 Prozent einen deutlichen Japan-Überhang auf. Außerdem konzentriert sich der iShares-ETF auf die Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen und Fahrtechnologien, während der ETF von Xtrackers auch andere Unternehmen berücksichtigt, die in autonome Fahrzeuge, 3D-Grafik, Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie in Elektro- und Lithium-Batterien investieren.

Investieren in E-Mobilität oder doch in die Brennstoffzelle (Hybrid)?

Experten nennen vor allem drei entscheidende Triebkräfte, warum die deutschen Hersteller am Thema E-Mobilität derzeit nicht mehr vorbeikommen.

  1. Die europäischen Emissionsgrenzwerte
  2. Die beschlossene Mobilitätswende in China
  3. Der technologische Vorsprung mancher Wettbewerber auf dem Markt

Gleichwohl beherrscht das Thema „Brennstoffzelle“ nach wie die Diskussion um die Mobilitätswende – das Handelsblatt spricht gar vom „Königsweg hin zu einer sauberen Mobilität“. Doch was die Entwicklungsreife anbetrifft, sei man eben noch nicht so weit, um mit der reinen Elektromobilität konkurrieren zu können.

Andererseits äußerte der Leiter des Center of Automotive Management, Professor Stefan Bratzel, gegenüber dem Handelsblatt, dass er deutliche Chancen für das Thema Brennstoffzelle sehe, insbesondere bei Langstrecken und im LKW-Bereich.

Für Anleger könnte diesbezüglich der Xtrackers Future Mobility UCITS ETF gegenüber dem iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF an Attraktivität gewinnen, da er sowohl in Elektro- als auch in Hybridfahrzeuge sowie in Elektro- und Lithium-Batterien investiert. Da beide aber noch sehr jung sind (Fondsauflage Februar bzw. März 2019) und (noch) ein eher niedriges Fondsvolumen aufweisen (circa 30 Millionen Euro) bleibt deren Entwicklung – trotz der deutlichen Beschlüsse des Autogipfels – wohl noch abzuwarten.