Bangladesh – Next-11 Staat vor Herausforderungen

Bangladesh – Next-11 Staat vor Herausforderungen

Immer wieder bestimmen Schlagzeilen über verheerende Überschwemmungen oder über Hunger und Elend unser Bild von Bangladesh. Doch als Next-11-Staat zählt das südasiatische Land auch zu den Ländern mit den künftig wirtschaftlich größten Chancen nach den BRIC-Ländern.

Bangladesh ist flächenmäßig ein kleines Land. Es ist etwa halb so groß wie Italien und zählt mit 166,7 Mio. Einwohnern zu den dichtbesiedeltsten Staaten der Welt. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 770 US-Dollar im Jahr zählt es zudem zu den ärmsten Ländern. Hinsichtlich des Human Development Reports, der neben dem Pro-Kopf-Einkommen auch andere Faktoren wie die Lebenserwartung, den Bildungsgrad und die Dauer der Ausbildung abbildet, steht das südasiatische Land auf Platz 146 von insgesamt 187 Ländern. Rund ein Drittel der Menschen lebt unter der Armutsgrenze. Knapp die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. Und auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Freiheit von Unternehmen sieht es nicht viel besser aus. So belegte Bangladesh im Jahre 2010 laut Economic Freedom Index lediglich den Platz 109. Besonders bemängelt werden in dem Bericht die unsichere Rechtssituation im Land, der ungenügende Eigentumsschutz sowie die Überregulierung im Bereich Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene. Auch die Korruption im Lande ist ein großes Problem. Über größere Rohstoffressourcen verfügt das Land ebenfalls nicht.

Junge Bevölkerung, hohes Wachstum

All das wirkt nicht besonders einladend für ausländische Direktinvestitionen. Trotz eingeleiteter staatlicher Fördermaßnahmen wie Exportzonen und steuerlichen Vergünstigungen kann das Land nur wenig ausländische Investoren anlocken. Und wenn, dann konzentriert sich das Engagement auf die Bereiche Öl & Gas sowie Telekommunikation. Trotzdem zählt das Bangladesh zu den sogenannten Next 11. Der Begriff wurde von Jim O’Neill (Goldman Sachs) geprägt und steht für die elf Schwellenländer, die aus seiner Sicht das größte Potenzial besitzen, vom wirtschaftlichen Aufschwung der kommenden Jahre zu profitieren. Für Bangladesh spricht zum einen die gute demografische Entwicklung. So beträgt die Geburtenrate pro Frau 3 Kinder (Deutschland: 1,36). Rund 50 Prozent der Bevölkerung ist unter 24 Jahren. Das bedeutet aber auch große Herausforderungen an die Politik und Wirtschaft. Denn mit wachsender Bevölkerungszahl wächst auch der Druck auf eine wachsende Infrastruktur, von der zahlreiche Branchen profitieren. Zudem muss der Bildungssektor massiv ausgeweitet werden, um mögliche soziale Verwerfungen auszuschließen. Vorrangiges Ziel der Regierung ist es, bis zum Jahr 2014 das Analphabetentum zu beseitigen und das Pro-Kopf-Einkommen auf 2.000 US-Dollar zu erhöhen. Möglich ist dies nur durch ein hohes Wirtschaftswachstum. Im vergangenen Wirtschaftsjahr (Juli 2011 bis Juni 2012) lag dieses bei 6,3 Prozent. Für 2013 prognostizierte der Internationale Währungsfonds aufgrund der schlechteren Konjunkturlage ein leicht vermindertes Wachstum von 5,9 Prozent.

Bangladesh mittels ETF investierbar

Als Anleger kann man nun über den db x-trackers MSCI Bangladesh (WKN: DBX0KL) in die Region investieren. Der Index ist breit diversifiziert und umfasst 64 Aktien. Stark vertreten sind Titel aus dem Bereich Finanzwesen, dem Gesundheitsbereich sowie der Industrie. Die Dividendenrendite des Performanceindex beträgt 2,49 Prozent. Der Index wird synthetisch besichert abgebildet. Erträge werden thesauriert. Die Gesamtkostenquote des ETF beträgt 0,85 Prozent. Das Fondsvolumen im ETF ist mit 4,24 Mio. Euro noch sehr gering.