Von Thomas Brummer23. Dezember 2021
Börse 2022: Deshalb sind USA und Europa attraktiver als Schwellenländer.

Börse 2022: Deshalb sind USA und Europa attraktiver als Schwellenländer

In ein Portfolio gehören Aktien aus den USA, Europa und den Schwellenländern. Experten sehen allerdings Industrieländer an der Börse im Vorteil. Diese ETFs sind für dich jetzt interessant.

Corona plackt uns immer noch mächtig. Doch die Erholung der Weltwirtschaft dürfte im neuen Jahr munter weiter gehen, was die Unternehmensgewinne stützen würde. Während die Konjunktur in den USA unter Dampf bleibt, gewinnt sie in Europa erst schrittweise an Tempo. Für Aktienanleger bleiben beide Regionen aus Sicht der Experten von Moventum Asset Management die erste Wahl. Schwellenmärkte (Emerging Markets, kurz: EM), vor allem die Region Asien, befänden sich dagegen weiterhin im Sog der Entwicklung Chinas, wo die Unsicherheit jedoch anhält. „Aufgrund der positiveren Wirtschaftsaussichten in Europa und den USA hat die Region EM-Asien vorläufig an Attraktivität eingebüßt“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM.

Bereits 2021 hat die Weltwirtschaftsleistung zwischen fünf und sechs Prozent zugelegt. Das kräftige Wachstum wird sich – etwas gebremst – auch im kommenden Jahr fortsetzen, sind die Moventum-Fachleute zuversichtlich. Zwischen den großen Wirtschaftsregionen habe es zuletzt jedoch Unterschiede gegeben. 

USA-Wirtschaft zeigt sich robust – gute Aussichten für die Börse

Die Wirtschaft in den USA legt bereits den Turbo ein. So dürfte sie 2021 um rund fünfeinhalb Prozent zugelegt haben, unterstützt von staatlichen Finanzspritzen und einem starken privaten Konsum. Diese wirtschaftliche Stärke der USA spiegelt sich in den überdurchschnittlich guten Unternehmensergebnissen wider. Im dritten Quartal 2021 sind die Gewinne um über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen, für das vierte Quartal wird ein Plus von über 20 Prozent erwartet – und im nächsten Jahr wird voraussichtlich weiter gut verdient. Denn die Konjunktur bleibe kräftig; derzeit wird für 2022 ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von knapp vier Prozent prognostiziert.

Gemischtes Bild in Europa

In Europa dagegen kam es nach einer konjunkturellen Aufholjagd im zweiten und dritten Quartal 2021 zu einem Rücksetzer. Neue Corona-Wellen, hohe Energiepreise, Lieferprobleme bei Rohstoffen und Vorprodukten führten zu einer Schwäche. „Das Schlussquartal 2021 und das Startquartal 2022 fallen daher in Bezug auf das Wirtschaftswachstum niedrig aus, bevor dann in Richtung Jahresmitte 2022 die Konjunktur in Europa wieder an Fahrt aufnehmen wird“, sagt Gerlinger. Insgesamt dürften sich jedoch die Wachstumsraten in den USA und in Europa im Gesamtjahr 2022 wieder annähern.

China schwächelt

In China wiederum flaute die Wirtschaft nach einem starken Start ins Jahr 2021 etwas ab. „Die chinesische Regierung wird die Krise im Immobiliensektor nutzen, um in dem überhitzten, aber für die Gesamtwirtschaft sehr wichtigen Sektor etwas Luft abzulassen“, so Gerlinger. Neben dem Immobiliensektor ist die Exportwirtschaft traditionell wichtigster Wirtschaftstreiber. Insgesamt kann sich die Region Asien der Entwicklung in China nicht entziehen, weswegen sie für Anleger vorerst eher unattraktiv bleibt. In Schwellenländer-ETFs sind jedoch genau diese Staaten dominant.

US-Aktien bleiben attraktiv

Für ETF-Freunde bedeutet das: Trotz ihrer relativ hohen Bewertung seien US-Titel weiter attraktiv, insbesondere wegen der guten Unternehmenszahlen, die die hohen Kurse mit echten Gewinnen unterlegen. „Aussichtsreich bleibt insbesondere der Technologiesektor“, so Gerlinger. „Die Unternehmen investieren auch in den kommenden Jahren verstärkt in Technologie – nicht zuletzt, um auch das langfristig immer größer werdende demographische Problem, also den Mangel an qualifiziertem Personal, technologisch bestmöglich auszugleichen.“ Interessant bleiben in der Phase eines relativ hohen Wirtschaftswachstums zudem zyklische Unternehmen. Ein echter Klassiker für US-Titel ist der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (WKN: A0YEDG).

iShares Core S&P 500 UCITS ETF

WKN: A0YEDG ISIN: IE00B5BMR087
Kurs 377,22 €
Kosten (TER) 0,07 %
Fondsvolumen 49.906 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -5,92 %
Lfd. Jahr -10,70 %
Mehr Infos zum: iShares Core S&P 500 UCITS ETF
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Und die Börse Europa?

„Im Bereich der Small Caps sehen wir in Europa aktuell größere Chancen.“ Europa befände sich derzeit zwar noch im Bann hoher Covid-Inzidenzzahlen. Mit einer wieder etwas stärker anlaufenden Wirtschaft werde jedoch im zweiten Quartal 2022 zu rechnen sein. Europäische Aktien bleiben günstiger bewertet als US-Aktien, weisen aber dafür zunächst auch nur ein geringeres Gewinnwachstum auf. Von der anstehenden Konjunkturerholung dürften die europäischen Aktienmärkte deutlich profitieren, denn sie seien stark zyklisch positioniert. Chancen würden insbesondere europäische Small Caps bieten.

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Eine Investitionsmöglichkeit ist etwa der Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF (WKN: DBX1AU). Der ETF kratzt an der Milliarden-Schwelle und ist damit ausreichend groß. Mit dem Produkt investierst du in knapp 500 europäische Unternehmen mit geringerem Börsenwert, sogenannte Small Caps.

Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF

WKN: DBX1AU ISIN: LU0322253906
Kurs 53,46 €
Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 697 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -5,03 %
Lfd. Jahr -14,38 %
Mehr Infos zum: Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Das Experten-Fazit zur Börse 2022

Im Falle der Emerging Markets ist wegen der Probleme Chinas Zurückhaltung angesagt. „Aufgrund der kurzfristig wirtschaftlich besseren Aussichten in den USA im Vergleich zu Europa setzten wir auf eine deutlichere Übergewichtung in den USA und senken im Gegenzug die Übergewichtung in Europa“, so Gerlinger. Diese US-Übergewichtung konzentriert sich wieder deutlicher auf den Technologiesektor, ohne dabei die Value-Gewichtung zu vernachlässigen.

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