Von Max Paprotny7. Februar 2022
Börsen-Achterbahn: Kommt die Rückkehr der Value-Aktien?

Börsen-Achterbahn: Kommt die Rückkehr der Value-Aktien?

In den letzten Jahren wuchsen die Anteile der Tech-Unternehmen in den Depots der Anleger. Growth-Aktien waren gefragt wie nie. Doch der Wind scheint sich zu drehen. Kommt jetzt die Rückkehr von Value-Aktien?

Sie waren sich einig, dass die Renditen hoch sein würden. Stabile Unternehmen wie McDonald’s oder Coca-Cola, die seit Jahrzehnten starke Gewinne erwirtschaften und auch eine regelmäßige Rendite versprachen, wurden oft links liegen gelassen. Vielmehr erhielten Unternehmen Einzug, die noch nicht einmal Gewinne erwirtschafteten, aber bereits mit vielen Vorschusslorbeeren versehen waren.

Der Unterschied zwischen Growth- und Value-Aktien

Einer der wohl berühmtesten Value-Investoren ist der Investor Warren Buffett. Er versuchte stets Aktien zu kaufen, die nach seinen Recherchen unterbewertet sind. Das heißt, dass der aktuelle Kurs unter dem von ihm aus den Unternehmenszahlen berechneten Kurs liegen würde. Eine Kennzahl ist beispielsweise ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Bei Growth-Aktien sind die Unternehmenszahlen eher zweitrangig. Die Anleger achten mehr auf das zukünftige Potential und nehmen in Kauf, dass die Unternehmen derzeit noch nicht rentabel wirtschaften. In der kürzeren Vergangenheit hatten die Growth-Investoren oft die Nase vorn.

Kurswechsel bringt Kurse ins Schwanken

Doch seit Ende 2021 zeichnet sich ein Szenario ab, dass die Depots vieler Growth-Anleger gefährdet. Was lange nicht denkbar war, soll im Jahr 2022 passieren. Die US-Notenbank („FED“) spricht über Zinserhöhungen und ein Ende der exzessiven Geldpolitik.

Doch weshalb sollte das Vorgehen der FED einen schlechten Einfluss auf die Depots der Anleger nehmen und weshalb plant die FED nun auf einmal Zinserhöhungen. Die Antwort auf die zweite Frage ist schnell gefunden. Anders als gedacht, hat sich die hohe Inflationsrate verfestigt. Gerade die Energiepreise schießen in den Himmel und gefährden den Geldbeutel der Amerikaner. Doch auch in Deutschland und Europa ist man zum Schluss gekommen, dass die Inflation nicht nur vorübergehend ist. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wird vermutet, dass US-Notenbank den Leitzins mehrmals im Jahr 2022 erhöhen wird.

Und weshalb haben es Wachstumsaktien bei höheren Zinsen schwerer als Substanzwertaktien? Höhere Zinsen führen bei der Berechnung des Unternehmenswertes dazu, dass künftige Gewinne, verglichen zu heute, weniger wert sein werden. Denkt man somit, dass die derzeit noch defizitären Unternehmen in Zukunft hohe Gewinne einfahren, werden diese weniger wert sein, als bisher gedacht und die nun schon hohen Bewertungen erscheinen noch höher.

Verglichen dazu haben es Value-Werte einfacher. Die eher langweiligen Geschäftsfelder dieser Unternehmen haben keinen hohen Erwartungswert hinsichtlich explodierender Gewinne. Daher wiegt der Bewertungsverlust bei zukünftigen Zinserhöhungen weniger stark. die Aktien sind stabiler und wirken sicherer für viele Anleger.

Zukunftsaussichten für Growth-Aktien

Die stark überbewerteten Growth-Aktien werden es schwer haben. Schaut man sich heute einzelne Highflyer aus dem Nasdaq 100 an, sieht man schon jetzt starke Kursverluste. So ist beispielsweise Peloton Interactive bereits über 80 Prozent von seinem höchsten Stand entfernt. Auch Zoom musste einen Abschlag von knapp 70 Prozent verkraften. Man sollte somit besonders vorsichtig mit solchen Unternehmen im eigenen Portfolio sein und sich fragen, ob dieses noch ausgewogen ist.

Anders sieht dies derzeit noch bei Big-Tech aus. Apple, Microsoft, Meta (ehemals Facebook) und Amazon sollten eher ruhiger durch das Fahrwasser kommen. Diese Unternehmen haben den Schritt von reinen Growth-Aktien zu Value bereits beschritten. Schon heute machen diese Unternehmen hohe Gewinne und besitzen weniger Fantasie für riesen Gewinnsprünge. Diese Unternehmen werden weiterwachsen und die kleineren Konkurrenten in ihre Schranken weisen.

Tipp: Asset Allocation – hier erfährst du, wie du Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringst.

Gewinner des Zinsanstiegs

Gewinner des Zinsanstiegs dürften somit bei den klassischen Branchen liegen. Value-Aktien wie McDonald’s und Coca-Cola machen sich auf neue Höchststände gefasst. Aber auch die oft gescholtenen Bank- und Energieunternehmen scheinen in Zukunft gute Karten zu haben. Wie kannst du nun von dieser Entwicklung profitieren?

iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF

Mit dem iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF (WKN: A12ATG) kannst du dir die zukünftige Zinssteigerung zu Nutze machen und gezielt in die Value-Werte investieren. Dieser ETF versucht nur Unternehmen aufzunehmen, die rein nach den Unternehmenszahlen noch unterbewertet erscheinen. Gerade der Finanz- und Gesundheitssektor sind hier stark vertreten. Aber auch Tech-Unternehmen, die in der Vergangenheit eher gemieden wurden, wie der Marktführer für Halbleiter Intel Corp., haben eine hohe Gewichtung in diesem Portfolio. Unternehmen wie Peloton und Zoom sucht man hier vergeblich.

iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF

WKN: A12ATG ISIN: IE00BP3QZB59
Kurs 33,31 €
Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 4.978 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -1,21 %
Lfd. Jahr -0,56 %
Mehr Infos zum: iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Fazit

Es ist ein bekannter Satz, doch scheint er immer wieder wahr zu sein: „Totgesagte leben länger!“ Durch das Umdenken der US-Notenbank könnte ein renditestarkes Zeitalter für Value-Aktien anbrechen. Mit dem entsprechenden ETF kann man von der Umwälzung der Aktien an der Börse profitieren. Jedoch sollte auch hier immer auf eine Ausgewogenheit im Portfolio geachtet werden und ein Value-ETF eher als Ergänzung hinzugezogen werden.

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