Börsen unter Druck: Wie ETF-Anleger die Situation am besten meistern

Es wird wieder ungemütlich an den Märkten. Es ist gefährlich, wenn die Börsen unter Druck stehen. Wir haben 5 Tipps, wie ETF-Anleger am besten vorgehen.

Angst und Panik sind an der Börse ebenso schlechte Ratgeber wie Euphorie. Nach einer beeindruckenden Rally an den Aktienmärkten seit 2009 mussten Anleger 2020 einen Paukenschlag hinnehmen. Börsen auf der ganzen Welt vermeldeten Rekordeinbrüche. Der Dax verlor allein am 12. März 2020 satte 12,24 Prozent.

Auch aktuell sind die Börsen unter Druck. Nachdem die Bundesregierung den Lockdown light angekündigt hat, sank der Dax deutlich unter 12.000 Punkte. Auch in Amerika sind die wichtigsten Indizes wie der Dow Jones und der S&P 500 eingeknickt.

Die Covid-19-Krise ist noch lange nicht überwunden und sorgt nach wie vor für große Unsicherheiten bei Privatanlegern. Während die einen große Einstiegschancen wittern, steigen andere beängstigt aus dem Markt aus und wenden sich risikoärmeren Anlageklassen zu. Die Frage, die sich jetzt stellt: Wie geht es mit den Märkten weiter und wie kann ich mich vor Impulshandlungen schützen?

Börsen unter Druck: Wie geht es  weiter?

Die Prognosen reichen von neuen Höchstständen bis hin zum erneuten Crash aufgrund einer zweiten Corona-Welle. Fakt ist, dass kaum eine Volkswirtschaft die Covid-19-Krise ohne Folgen überstanden hat. Im Jahr 2020 wird das BIP in Deutschland laut Einschätzungen des DIW um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Auch andere Volkswirtschaften sind in eine tiefe Rezession gestürzt.

Interessant ist eine Aussage des zurückgetretenen Continental-Chef Elmar Degenhart, der erst 2025 eine Erholung der Autoindustrie auf das Niveau von 2017 sieht. Auch Ökonomen teilen die Sorgen. Umfragen des IW-Instituts zeigen, dass die Mehrheit der Top-Manager erst 2022 mit einer Phase der Aufholung rechnet. Der Tenor der Analysten lautet: An eine Rückkehr der Normalität ist 2021 nicht zu denken. Interessant ist, dass sich diese Einschätzungen über alle Branchen hinweg ziehen. 

Diese Entwicklung könnte die Erholungsdynamik weiter ausbremsen. Wie es mit den Märkten weitergeht, ist schwer einzuschätzen – die Unsicherheiten werden nicht verschwinden, weshalb Privatanleger umso mehr auf die folgenden fünf Regeln achten sollten. 

Breit diversifizieren

Eine breite Diversifikation war noch nie wichtiger. Wer sein Vermögen in wenige Einzelwerte investiert, erhöht das Klumpenrisiko im Portfolio. Ein Blick auf die Entwicklung des MSCI-World zeigt beispielsweise, dass er am 27. Februar 2020 mit -4,66 Prozent den schlechtesten Tag in dem Jahr erwischt hat. Was zunächst nach einer schlechten Performance klingt, muss relativiert werden. Der Dax verlor am 12 März 12,24 Prozent und der S&P 500 zeigte am 16. März mit -11,98 Prozent ebenfalls keine Glanzleistung. Eine breite Streuung macht immer dann Sinn, wenn die Zukunft unsicher ist.

So stellt man als Privatanleger sicher, dass positive Kursentwicklungen aufgrund negativer Korrelationen Kurseinbrüche kompensieren. Unternehmensspezifische Risiken werden minimiert, allein das Marktrisiko kann nicht wegdiversifiziert werden. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die globale Finanzsystem stellen ein solches Risiko dar. Um dieses zu überstehen, lohnt sich die Einhaltung der nächsten Regel.

Tipp: Asset Allocation – hier erfahren Sie, wie Sie Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringen.

Langfristig denken

Anleger mit einem langen Anlagehorizont sind in der Vergangenheit immer besser gefahren, als Anleger die kurzfristig ihre Vermögen angelegt haben. Dass liegt daran, dass sie auf diese Art und Weise Krisen einfach aussitzen konnten. Ein erneuter Blick auf den MSCI-World zeigt: über die vergangenen 50 Jahre hinweg konnten Privatanleger im Schnitt 8 Prozent Rendite erzielen.

Die gleiche Aussage lässt sich auf die meisten Indizes anwenden. Und dass trotz zahlreicher Wirtschaftskrisen. Am Ende des Tages konvergieren Aktienmärkte gegen das Wirtschaftswachstum – und das wächst langfristig (trotz Konjunkturzyklen) immer.

Lassen Sie sich von Crash-Propheten nicht beeindrucken

Cash-Propheten gibt es viele, gute nur wenige bis keine. Deren Ziel ist oft nur Aufmerksamkeit, um eigene Bücher oder Finanzprodukte zu vermarkten. Egal welche Entscheidung Sie treffen, treffen Sie diese auf Basis einer eigenen und fundierten Recherche. Auch hier zeigt die Historie, dass ein konsequentes am Markt bleiben sich immer gelohnt hat.

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Folgen Sie nicht der Herde

Wir Menschen haben naturbedingt ein Verlangen nach Sicherheit. Und diese Sicherheit empfinden wir am stärksten in eine Herde. Falls alle Börsenteilnehmer plötzlich ihre Wertpapiere verkaufen, , weil die Börsen unter Druck sind, will niemand einer der Wenigen sein, die investiert bleiben. Das Problem: die wenigsten wissen, warum sie aussteigen. Der Grund ist oft einfach nur der, dass man der Überzeugung ist, dass die Herde recht hat. Sie sollten in jedem Fall der Versuchung widerstehen, sich in Sicherheit zu wiegen, nur weil alle das so machen.

Ein sehr prominentes Beispiel ist die Bildung der Dotcom-Blase um die 2000er Wende herum. Viele Anleger investierten ihre Altersvorsorge in Technologie-Aktien, ohne deren Geschäftsmodell, geschweige den deren Bewertung zu verstehen. Nach dem Platzen der Blase verkauften sie ihre Verlustpapiere und drehten den Börsen den Rücken zu.

Schauen Sie nicht so oft in Ihr Portfolio

Wer zu oft auf die eigene Depotübersicht schaut, unterliegt dem Risiko impulsiv zu handeln. Da Kurse kurzfristig schwanken, tendieren Anleger dazu täglich einen Blick auf die Portfolioentwicklung zu werfen. Das bringt im Zweifel nichts als Stress und falsche Entscheidungen. Wichtiger als kurzfristige Kurschwankungen ist die langfristige Kursentwicklung.

Fazit

Die Turbulenzen an den Börsen werden sicherlich nicht weniger stark im Jahr 2021. Dass die Börsen unter Druck stehen, wird sicherlich so bleiben. Aus dem Grund sollten Anleger ihre Anlagestrategien überdenken und die oben erwähnten Regeln verinnerlichen. Sie stellen die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage dar.

Bei der Auswahl ihrer Anlagevehikel führt kein Weg an ETFs vorbei. Allein mit 2-3 ETFs können Anleger eine breite Diversifikation erzielen – und das zu niedrigen Kosten. Im nächsten Schritt sollten aktive mit passiven Anlagestrategien ausgetauscht werden. Ein langfristiger Anlagehorizont garantiert zwar keine Renditen, maximiert jedoch die Wahrscheinlichkeit gute Erfolge mit der Geldanlage zu erzielen.

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