Von Max Paprotny14. März 2022
Börsenkrise: Diese Schritte gehe ich, um Panikverkäufe zu vermeiden

Börsenkrise: Diese Schritte gehe ich, um Panikverkäufe zu vermeiden

Die Börse kennt insbesondere zwei Gefühle: Angst und Gier. In den letzten Jahren war die Börse meist von letzterem geprägt. Die Kurse stiegen und stiegen. Doch nicht erst seit der Corona Krise kennt man auch die Angst an der Börse nur zu gut. Derzeit zeigt sie sich verständlicherweise auch durch der Ukrainekrise. Wie ich Panikverkäufe in solchen Phasen vermeide, erfährst Du in diesem Artikel.

In der letzten Zeit bekomme ich wieder vermehrt Nachrichten, in denen ich gefragt werde, ob es gerade nicht sinnvoller wäre, alle Wertpapiere abzustoßen. Man weiß schließlich nicht, ob die Kurse noch weiter fallen werden und so würde man nicht so viel Geld verlieren. Auf meine Gegenfrage gibt es jedoch meist keine Antwort: „Zu welchem Zeitpunkt würdest Du denn wieder einsteigen?“ Denn niemand kann seriös vorhersehen, wie lange bestimmte Krisen andauern werden und wann die Gegenbewegung einsetzen wird. Dass sie einsetzen wird, hat die Vergangenheit immer wieder erstaunlich gezeigt. Nicht zuletzt nach dem Corona-Crash im Frühjahr 2020, als die Krise am breiten Markt nach wenigen Monaten abgeschüttelt wurde und neue Höchststände erreicht wurden.

Die übliche Reaktion auf Krisen

Den Fragenden erzähle ich zudem auch immer eine Geschichte, die sich in meinem näheren Bekanntenkreis zugetragen hat. Als der Corona-Crash an seinem Höchstpunkt war, hat ein Bekannter aus Angst vor höheren Verlusten seine Wertpapiere zu großen Teilen verkauft. Die Angst war in diesem Moment größer, als die Zuversicht in die Gegenbewegung der Börse. Durch den Verkauf hat er zunächst Verluste realisiert. Wenige Tage später begann die starke Gegenbewegung der Märkte. Er fand den Wiedereinstieg zu spät und kaufte so teurer ein, als er zu dem vorigen Zeitpunkt verkauft hatte. Er hat somit zweimal Verlust gemacht. Zunächst durch die Panikverkäufe und dann beim Kauf.

Kein Grund zum Schämen

Aufgrund starker Kurseinbrüche Panik zu bekommen, ist auf keinen Fall eine Schande. Ich weiß selbst noch, wie es mir in der Corona-Krise ging. Es war die ein oder andere Nacht dabei, in der ich nicht den besten Schlaf erhielt. Panik an der Börse gehört so wie die Gier zum Investieren dazu. Der bekannte Investor André Kostolany sagte einst: „Gewinne an der Börse sind Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen und dann das Geld.“ Daher besann ich mich auf die Punkte, die ich mir am Anfang meiner Investmentkarriere zurechtgelegt hatte, um nicht in die Verkaufsfalle zu tappen.

Meine Schritte gegen Panikverkäufe

Zunächst habe ich mir den Chartverlauf verschiedener Indizes der letzten Jahrzehnte angeschaut. Allein in den letzten 20 Jahren gab es drei große und mehrere kleinere Crashs. Der S&P 500 Index halbierte sich beispielsweise beinahe beim Platzen der Dotcom-Blase zwischen den Jahren 2000 und 2002, fing sich aber wieder und erreichte 2007 neue Höchststände, nur um sich in der Finanzkrise 2007/ 2008 wieder zu halbieren. Dann ging es erst einmal, nur gebremst von minderschweren Kursrücksetzern, bis ins Jahr 2020 steil bergauf. In dem Zeitraum von 2009 bis 2020 stieg der Index um knapp 350 Prozent. Dieser Rückblick zeigte mir, dass ein Crash zum Investieren dazu gehört, genau wie die Erholung nach einem Crash. Und mein Blick in die Vergangenheit sollte mich nicht täuschen, der Corona-Crash war nach ca. fünf Monaten wieder aufgeholt.

Nachdem ich mich durch den Rückblick zunächst beruhigt hatte, schaute ich mein Portfolio an. Passte es noch zu meiner festgelegten Strategie? Ich prüfte meinen Core-Satellite Ansatz auf Unwuchten und musste feststellen, dass einige Aktien mittlerweile eine zu hohe Gewichtung hatten. Ich habe dann meinen weltweit gestreuten ETF-Kern weiter gestärkt, damit ich wieder eine beruhigende Diversifikation in meinem Depot hatte. Man sollte auch in guten Zeiten immer auf sein Depot achten und es gegebenenfalls rebalancen.

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Besinnung auf Ursprungsstrategie

Nachdem ich mich wieder auf die Ursprungsstrategie konzentrierte und mir in mein Bewusstsein rief, dass ich in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten nicht auf das angelegte Geld angewiesen bin, war meine Panik weitestgehend verflogen. Es war wichtig wieder eine rationale Sicht auf die Börsengeschehnisse zu erhalten. Zwar ist dies geprägt von Emotionen, doch sollte man versuchen, weitestgehend Ruhe zu bewahren.

Anstatt panisch zu verkaufen, erhöhte ich schließlich meine Sparpläne, um von den gefallenen Kursen zu profitieren, denn die Vergangenheit zeigte mir, dass neue Höchstkurse anstehen werden. Wann sie eintreten werden, kann, wie eingangs erwähnt, keiner seriös beantworten, doch ich bin zuversichtlich, dass sie kommen und von den günstigeren Einstiegskursen in Krisenzeiten, profitiert das Kapital langfristig.

Fazit

Was kannst Du also aus meiner Erfahrung lernen um Panikverkäufe zu vermeiden? Zunächst ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Du wirst es zu einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, den perfekten Ausstiegs- und Einstiegskurs zu finden. Bleib investiert, um einen zweifachen Verlust zu vermeiden. Schau dir auch immer wieder die langfristige Entwicklung der Märkte an. Kurzfristig können sie wie eine Achterbahn verlaufen, doch langfristig siehst Du den stetigen Anstieg. Und zu guter Letzt solltest Du eisern an deiner Strategie festhalten und falls Du kannst, die günstigeren Einstiegskurse am breiten Markt nutzen, um durch Sparpläne weiter zu investieren.

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