Von Jennifer Fizia24. November 2021

Börsenplätze: Darum macht es einen Unterschied, wo du deinen ETF kaufst

ETFs sind vor allem für Privatanleger eine sehr gute und günstige Möglichkeit, Geld zu investieren. Doch auch nachdem die Entscheidung für ETFs gefallen ist, sollten Anlegerinnen und Anleger weitere Faktoren betrachten, um Kosten zu sparen. So beeinflussen z. B. die Wahl des Brokers und auch der Börsenplätze die Rendite.

Denn: Wo Anlegerinnen und Anleger ihre ETFs handeln, hat Auswirkungen auf die Gebühren, die sie zahlen. Die Entgelte der unterschiedlichen Börsenplätze unterscheiden sich und es lohnt sich, einen Blick auf den jeweiligen Handelsplatz zu werfen. Aber welche Handelsplätze gibt es eigentlich und wie entscheide ich, wo ich meine ETFs kaufe und verkaufe? Wir verraten es euch!

Klassische Präsenzbörsen und Computerbörsen

Es gibt zwei Arten von Börsenplätzen: Präsenzbörsen als klassische Art des Börsenhandels und Computerbörsen. Eine Präsenzbörse ist z. B. die Börse Frankfurt, als wichtigste Computerbörse gilt Xetra. Da Aktien mittlerweile größtenteils online gehandelt werden, nimmt die Bedeutung von Präsenzbörsen immer mehr ab. Elektronische Börsen bieten viele Vorteile, z. B. längere Börsenzeiten, niedrige Börsenplatzgebühren, schnelle Reaktion auf Kursveränderungen und oft eine größere Anzahl an zu handelnden Wertpapieren.

Xetra, eine Abkürzung für Exchange Electronic Trading, ist der größte elektronische Börsenplatz in Deutschland und gehört zur Deutschen Börse AG. Hier können Anleger fast alle Papiere handeln, darunter über 1.800 ETFs und ETPs (Exchange Traded Products). 90 Prozent des gesamten Aktienhandels an allen Börsen wird hier abgewickelt.

Die etwas kleineren Computerbörsen der Regionalbörsen Düsseldorf und München, Quotrix und Gettex, sind deutlich kleiner als Xetra, bieten aber auch ein sehr gutes Angebot an Wertpapieren. Grundsätzlich bieten elektronische Handelssysteme Anlegerinnen und Anlegern einen großen Vorteil: Es fallen keine Transaktionsentgelte und oft auch keine Maklercourtagen an. Eine Ausnahme bildet Xetra, doch auch hier sind die Kosten geringer als bei den Präsenzbörsen.

Außerbörsliche Handelsplätze

Eine weitere Möglichkeit, Wertpapiere zu handeln, bieten außerbörsliche Handelsplätze wie Lang & Schwarz Exchange. Hier kaufen Anlegerinnen und Anleger ihre Wertpapiere direkt bei einer Bank oder bei einem Wertpapierhandelshaus. Die Anbieter verdienen ihr Geld durch die Einnahme der Differenz zwischen An- und Verkaufspreis, dem sogenannten Spread. Allerdings sind die Kurse hier oft schwächer und Anleger sollten die Preise stets mit Referenzbörsen vergleichen, um nicht zu teuer zu kaufen und zu günstig zu verkaufen.

Börse und außerbörslicher Handel unterscheiden sich übrigens auch in der Regulierung. Tradegate Exchange war ursprünglich z. B. ein außerbörslicher Handelsplatz, wurde aber bereits vor einigen Jahren als Börse zugelassen und unterliegt damit auch den geltenden Regularien.

Tipp: Hier findest du die günstigsten Anbieter für ETF-Sparpläne.

Börsenplätze: So wählst du den richtigen aus

Anlegerinnen und Anleger haben bei ihren Brokern, das ist meist die depotführende Bank, die Wahl zwischen verschiedenen Handelsplätzen, darunter z. B. Xetra, die fünf Regionalbörsen inkl. ihrer elektronischen Handelssysteme und der außerbörsliche Handel. Den allgemein besten Handelsplatz gibt es nicht. Man sollte die Kurse in der Übersicht des Brokers betrachten und danach entscheiden, auf welchen Handelsplatz man setzt.

Sind die Kurse beim außerbörslichen, weniger regulierten Direkthandel nicht schlechter, können Anleger sich dafür entscheiden und so Kosten beim Handeln sparen. Wollen sie auf den größten ETF-Handelsplatz mit hohem Handelsvolumen (je höher die angebotene Stückzahl des ETFs, der Aktie usw., desto besser) und Ausführungsqualität setzen, werden sich Anlegerinnen und Anleger für Xetra entscheiden und die zusätzlichen Kosten in Kauf nehmen.

Tipp: Weitere Informationen zum Thema findest du auch in unserem Wissensartikel „Börsenplätze im Vergleich“