Bond-ETF: Bleiben Schwellenländer-Anleihen langfristig attraktiv?

Schwellenländer-Anleihen stehen bei immer Investoren im Fokus. Eine robuste Wirtschaft und Erfolge bei den Corona-Impfungen sprechen auch weiterhin für diese Anlageklasse. So schätzt eine Expertin die Lage ein. 

Wer in Anleihen anlegt, muss sich zu nehmend Nischen suchen. Eine Nische sind Titel aus Schwellenländern. Doch diese sind in den vergangenen Monaten bereits gut gelaufen und Risikoaufschläge sind abgeschmolzen. Nicht wenige Investoren fragen sich daher, ob Schwellenländer-Anleihen noch vielversprechend sein können. Carol Lye, Associate Portfolio Manager bei Brandywine Global, einem spezialisierten Investmentmanager und Teil von Franklin Templeton, gibt Entwarnung und nennt Gründe, weswegen die Anlageklasse auch weiter attraktiv bleiben könnte.

Die Anlage-Expertin verweist auf die weltweit auch weiterhin expansive Geldpolitik und das wieder Fahrt aufnehmende Wachstum in Industrieländern, von dem indirekt auch die Schwellenländer profitieren dürften. Davor, dass US-Papiere den chinesischen den Rang ablaufen könnten, sorgt sich Lye nicht. „China könnte die Zinsen auf einem relativ hohen Niveau halten, um Portfoliozuflüsse zu fördern“, so Lye. „Auf diese Weise würde das Land seine Leistungsbilanz stützen, während parallel der Binnenmarkt mehr und mehr an Bedeutung gewinnt“, sagt die Portfoliomanagerin.

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Viele Gründe für Schwellenländer-Anleihen

Neben China hält die Expertin auch Indien für interessant und verweist auf Fortschritte, unter anderem beim Impfen sowie bei Reformen. „Im letzten Fiskalhaushalt lag der Schwerpunkt auf der Erhöhung der Infrastrukturinvestitionen sowie der Gründung einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, die in Verzug geratene Anleihen aus den Bilanzen der Banken übernehmen soll. Indiens Verhältnis zwischen Investitionen und Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten zehn Jahren gesunken. Dieser Investitionsschub könnte zusammen mit der Bereinigung der Bankbilanzen das Wachstum ankurbeln“, sagt Lye.

Abschließend betont die Anlage-Expertin, die Attraktivität der Anlageklasse: „Neben dem Aufwärtstrend der Weltwirtschaft, die vom Wiedererstarken der westlichen Industrienationen profitieren dürfte, sollte auch die Robustheit Chinas gepaart mit einem schwachen Dollar dafür sorgen, dass Anleihen aus Schwellenländern attraktiv bleiben“, so Lye.

Ein ganzes Universum in einem ETF

Um die Anlageidee mittels ETFs abzubilden, können sich Investoren den iShares J.P. Morgan $ EM Bond UCITS ETF (WKN: A0NECU) näher ansehen. Neben Asien (19,7 Prozent), sind allerdings auch Schwellenländer aus allen anderen Weltregionen mit dabei. 2021 büßte der ETF 2,6 Prozent ein. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,45 Prozent.

iShares J.P. Morgan $ EM Bond UCITS ETF

WKN: A0NECU ISIN: IE00B2NPKV68
Kurs 94,16 €
Kosten (TER) 0,45 %
Fondsvolumen 6.569 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +1,72 %
Lfd. Jahr +2,75 %
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