Bundestagswahl: ETF-Anlegern drohen Steuererhöhungen

Wir haben die Wahlprogramme aller sechs größeren Parteien durchforstet – und siehe da: Es drohen Steuererhöhungen, Vermögensabgaben und eine Finanztransaktionssteuer. Was die Parteien konkret vorhaben!

Es ist noch nicht lange her, da hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für unfreiwillige Erheiterung gesorgt. Zum einen, als er meinte, er sei mit einem Monatseinkommen von 15.000 Euro keineswegs als reich zu bezeichnen, und zum anderen, als er bekannte, er würde sein Geld ausnahmslos auf dem Sparbuch anlegen. Das waren natürlich Steilvorlagen für die sozialen Netzwerke. Der Minister musste sich jede Menge hämische Kommentare gefallen lassen.

Doch wen wundert’s? Ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums attestiert der gesetzlichen Rente spätestens ab 2025 ein massives Finanzierungsproblem. Insbesondere die jüngere Generation muss sich auf Rentenkürzungen und gewaltige Vorsorgelücken einstellen. Private Vorsorge ist Pflicht, betet die Politik jahrein, jahraus. Und da viele Versicherungsprodukte aufgrund von stetig fallenden Garantieverzinsungen keine ausreichende Deckung bieten, ist der Kapitalmarkt die einzige Alternative. Das scheint jedoch am amtierenden Finanzminister vorbeigegangen zu sein.

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Steuerpläne: Es droht Ungemach

Besonders aktionärsfreundlich war die Politik der vergangenen Jahre ohnehin nicht. So wurde bereits in den Nuller Jahren die Steuerfreiheit auf Kursgewinne nach einer Haltedauer von zwölf Monaten abgeschafft. Zusätzlich können Aktionäre seit 2009 realisierte Verluste mit Aktien auch nur mit Aktiengewinnen verrechnen. Eine Verrechnung mit anderen Kapitaleinkünften wie etwa Gewinnen aus ETFs oder Dividenden, für die 25 Prozent Abgeltungssteuer anfallen, ist seitdem unzulässig. Das allerdings hält der Bundesfinanzhof (BFH) für verfassungswidrig. Für Anleger in Einzelaktien könnte das theoretisch zu...

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