Von Thomas Brummer1. Dezember 2021

Buy-the-dip: Einfach Aktien kaufen, wenn die Kurse unten sind?

Es könnte so simpel sein: Aktien einfach dann kaufen, wenn sie im Keller sind und dann zusehen, wie sie klettern. Geht das auf?

Die Aktien eilen derzeit von einem Hoch zum nächsten. Da denkt der eine oder andere Anleger: Ich warte bis zur nächsten Korrektur und steige dann groß ein, schließlich liegt der Gewinn im günstigen Einkauf. Schnell ist man hier beim sogenannten Buy-the-dip-Ansatz. Ein „Dip“ ist im geologischen Sinn eine Bodensenke. An der Börse ist damit also eine günstige Einstiegsgelegenheit gemeint. Das kann gut aufgehen, muss es aber nicht – es ist sogar auf lange Sicht eher die Ausnahme.

Denn das Problem an dieser Geschichte ist: Niemand weiß, ob es sich bereits um einen prima Einstiegskurs handelt und wann die Krise überwunden ist. Noch riskanter ist der Ansatz natürlich bei einzelnen Aktien. Denn manche Aktien erholen sich Jahrzehnte nicht oder sogar nie mehr.

Mit Buy-the-dip zu lange an der Seitenlinie

Ein großes Problem an der Buy-the-dip-Methode ist, dass man stets wartet und die Musik nur für andere spielt. Studien zeigen, dass schon die besten zehn Handelstage die langfristige Rendite enorm steigern kann. Bist du dann nicht dabei, ist die Luft raus. Wer zu lange wartet, lässt also Rendite liegen. Stattdessen schlummert das Geld häufig auf einem wenig verzinsten Tagesgeldkonto.

Tipp: Vergiss Buy-the-dip und lege lieber regelmäßig an. Hier bietet sich ein ETF-Sparplan an. Schau dir also gleich unseren ETF-Sparplan-Vergleich an. Solltest du dennoch den Ansatz ausprobieren wollen, dann wähle dazu einen Welt-ETF.

Focus Online hat sich die Buy-the-dip-Strategie einmal näher angesehen. Das Ergebnis: Egal, zu welchem Zeitpunkt in den vergangenen 60 Jahren du angefangen hättest, die Buy-the-dip-Strategie hätte immer schlechter abgeschnitten als ein stetiges Nachkaufen. In der jüngeren Vergangenheit erwies sich der Buy-the-dip-Ansatz nach dieser Untersuchung sogar als noch unattraktiver. Das Hauptproblem ist wie erwähnt, dass solche Anleger, die Aufwärtsphasen oft weit weniger intensiv mitnehmen, obwohl doch gerade das ihr Ziel ist.

Schluss mit Buy-the-dip

So gut wie es sich in der Theorie anhört, so schlecht sind meist die Ergebnisse. Niemand kann du Zukunft vorhersehen. Investiere einfach, wann immer du freies Geld zur Verfügung hast. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du eine Erfolgsprämie oder Weihnachtsgeld bekommst. Auch ein regelmäßiger Sparplan kann zur Ergänzung hilfreich sein.