China-Aktien: Mit diesem ETF spekulieren Sie auf einen Rebound

Die politische Führung in China lässt ihre Muskeln spielen und attackiert die großen Tech-Plattformen. Das setzt den Aktienmarkt in China unter Druck. Warum China-Aktien dennoch einen Blick wert sind. 

Den goldenen Drachen geht es nicht gut. Allein in diesem Monat rutschte der Golden Dragon China Index, der die an der Nasdaq gelisteten China-Aktien abbildet, um mehr als 20 Prozent ab. Seit seinem Rekordhoch im Februar ist der Index sogar um satte 44 Prozent nach unten gerutscht. Nur um zu verdeutlichen, um wen es sich hier handelt. Unter den goldenen Drachen finden sich Großkaliber wie der E-Commerce-Champion Alibaba (WKN: A2PVFU) oder der Social-Media-Player Weibo (A110V7) wieder.

An den chinesischen Börsen läuft es allerdings nicht besser. Der Hang Seng China Enterprises Index liegt seit Jahresanfang mit 15 Prozent im Minus, der Leitindex CSI 300 ist mit knapp zehn Prozent in den Miesen. Insbesondere die großen Tech-Plattformen stehen unter gewaltigem Druck. In dieser Woche zum Beispiel schickten die Investorinnen und Investoren die Titel von Tencent (WKN: A1138D) auf Talfahrt. Allein am Dienstag kollabierte die Aktie um bis zu 10 Prozent. Das Unternehmen bringt immerhin fast 500 Milliarden Dollar Börsenwert auf die Waage.

Politisches Risiko setzt China-Aktien unter Druck

Die Hauptursache für den Kursverfall der China-Aktien sind nicht etwa wirtschaftlicher Natur – zumindest nicht in erster Linie. Vielmehr kommen die Störfeuer für die Tech-Konzerne aus dem politischen Lager. Die Kommunistische Partei lässt aktuell ihre Muskeln spielen und geht rigoros gegen die Marktmacht der Plattformunternehmen vor. So darf beispielsweise Tencent in seiner Multifunktions-App WeChat zur Zeit keine neuen Nutzer aufnehmen.

Chinas Parteizentrale lässt also keinen Zweifel, wer das Sagen hat – und sich im Zweifel durchsetzt, egal mit welchen Mitteln. Dass für die großen Plattformkonzerne politisch ein neuer Wind weht, hatte Alibaba schon im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Wenige Tage vor dem Megabörsengang der Alibaba-Tochter Ant war dieser überraschend abgeblasen worden. Alibaba-Mastermind Jack Ma war daraufhin sogar für einige Wochen komplett von der Bildfläche verschwunden. Investoren chinesischer Tech-Unternehmen waren alarmiert – und trennen sich seither von ihren Alibaba-Engagements.

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Enormes Potenzial

Allerdings sind chinesische Aktien dennoch einen Blick wert. Das wirtschaftliche Potenzial des Landes ist enorm. So wurde im vergangenen Jahr zum Beispiel bekannt, dass China sich mit 14 Asien-Pazifik-Staaten zur größten Freihandelszone der Welt zusammenschließt. Mit dabei sind unter anderem Japan, Südkorea, Australien, Vietnam und Thailand. Gemessen an der Bevölkerungszahl entsteht die größte Freihandelszone der Welt. 2,2 Milliarden Menschen leben in den 15 Staaten, die sich nun zusammentun.

Die Bevölkerung ist im Schnitt deutlich jünger als etwa in der Europäischen Union. Es gibt eine wachsende Mittelschicht und auch wirtschaftlich holt die Region stark auf. Allein durch die engere Kooperation von China, Japan und Südkorea könnte die Weltwirtschaftsleistung Berechnungen zufolge bis 2030 um 200 Milliarden Dollar wachsen.

ETF auf China-Aktien

Wichtig ist: Im Wesentlichen eignen sich nur China-ETFs zum Einstieg an der chinesischen Börse. Die Unübersichtlichkeit und der teilweise unsichere Rechtsrahmen (politisches Risiko) machen Einzelinvestments in China-Aktien zu einem unkalkulierbaren Risiko. Mit einem marktbreiten ETF wie dem Xtrackers MSCI China UCITS ETF (WKN: DBX0G2), der aktuell  720 Positionen umfasst, sind Anlegerinnen und Anleger etwas sicherer aufgestellt.

Der ETF zielt darauf ab, den MSCI China TRN Index abzubilden. Allerdings machen Alibaba und Tencent 26 Prozent des gesamten Index aus. Die Top-10-Positionen haben 45 Prozent Indexgewicht, was gegen eine hohe Diversifikation und für ein relativ hohes Klumpenrisiko spricht. Allerdings sind die Titel momentan relativ günstig zu haben, so dass taktische Investoren mit einem solchen ETF auf einen Rebound spekulieren könnten. 

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Die Performance des ETFs ist auf lange Sicht beachtlich. Seit seiner Auflage 2010 hat der ETF Anlegern eine durchschnittliche Rendite von über sechs Prozent pro Jahr beschert. Die Kosten betragen 0,65 Prozent pro Jahr. Für chancenorientierte Anleger ist der ETF einen Blick wert. Vorsichtigere Naturen bleiben am besten erstmal an der Seitenlinie. Der ETF eignet sich ohnehin nur zur Beimischung im Portfolio.

Xtrackers MSCI China UCITS ETF

WKN: DBX0G2 ISIN: LU0514695690
Kurs 17,19 €
Kosten (TER) 0,65 %
Fondsvolumen 1.461 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +1,74 %
Lfd. Jahr -13,88 %
Mehr Infos zum: Xtrackers MSCI China UCITS ETF
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