ETF-Sparplan: Das hat sich bei den großen Direktbanken geändert

Die großen Direktbanken haben in Sachen ETF-Sparplan die eine oder andere negative Änderung vorgenommen. So können Sie darauf reagieren.

Finanziell hat durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags, den nur noch Spitzenverdiener zahlen, das Jahr gut begonnen. Doch wer einen ETF-Sparplan bei einer der führenden Direktbanken hat, hat unter Umständen mit Nachteilen zu rechnen. Klappern wir die großen Institute ab. Erfahren Sie außerdem, wie Sie weiterhin in den Genuss von kostenlosen ETF-Sparplänen kommen – und zwar unbefristet.

Tipp: Werfen Sie einen regelmäßigen Blick auf den ETF-Sparplan-Vergleich.

Comdirect: Leichte Verbesserung des Angebots

Ein solides Bild ergibt sich bei Comdirect. Mit nun 135 kostenfreien ETF-Sparplänen ist das Angebot vergleichbar mit dem des Vorjahres. Sechs bisher gebührenpflichtiger Sparpläne sind nun kostenfrei. Fazit: Comdirect-Kunden müssen derzeit also nicht unbedingt reagieren. 

Consorsbank: Weitere Aktions-ETFs

Besonders kundenfreundlich hat sich die Consorsbank zum Jahreswechsel gezeigt. Die Nürnberger haben das ohnehin große Angebot kostenfreier ETF-Sparpläne noch einmal deutlich erweitert. Statt den zuvor 216 ETFs können Kunden nun 286 ETFs ohne Mehraufwand besparen. Vorsicht ist allerdings geboten, sofern Sie bisher einen ETF von iShares angespart haben. iShares-ETFs sind keine Aktionsprodukte mehr und werden mit den regulären Ausführungskosten abgerechnet. Fazit: ETF-Sparplan-Kunden der Consorsbank können sich 2021 größtenteils zurücklehnen, außer Sie haben ein iShares-Produkt.

DKB: Alles (fast) wie gehabt

Weniger „drastisch“ verlief der Jahreswechsel indes für Kunden der DKB. Die Berliner haben sich lediglich von vier Aktions-ETFs getrennt. Sollten Sie bei der nächsten Ausführung feststellen, dass ausgerechnet Ihr ETF dabei ist, sollten auch Sie reagieren. Andernfalls können Sie sich vorerst zurücklehnen. 2021 stehen weiterhin 115 Aktions-ETFs von Amundi, Lyxor und Vanguard zur Verfügung.

ING: Einige Aktions-ETFs gestrichen

Ausgerechnet bei Deutschlands größter Direktbank sank die Anzahl kostenfreier ETF-Sparpläne besonders deutlich. So sind bei der ING seit 1. Januar 2021 gut 50 ETFs keine Aktions-ETFs mehr. Die Zahl solcher Aktions-ETFs verringerte sich nämlich von 194 auf 143. Als Partner ist jetzt auch Lyxor neben Amundi, die auch schon letztes Jahr dabei waren, dazu gekommen. Daneben gibt es gebührenfreie ETF-Sparpläne von iShares, Invesco und Franklin Templeton. Haben Sie als ING-Kunde ETF-Sparpläne, die nun etwas kosten, sollten Sie reagieren. Im Fall der ING sind es pauschal 1,75 Prozent. 

So wehren Sie sich gegen ETF-Sparplan-Gebühren

Aus den bisherigen Ausführungen wird klar: Die großen Direktbanken bieten kostenlose Sparplan-ETFs meist nur zeitlich begrenzt an. Wird eine solche Zusammenarbeit beendet, wird die Ausführung des lieb gewonnenen ETFs plötzlich teuer. Anders sieht es aus, wenn Kunden zu einem sogenannten Neo-Broker bzw. Low-Cost-Broker wechseln.

Durch ihre schlanke Unternehmensstruktur sind Neo-Broker von Haus aus günstiger. Kostenfreie ETF-Sparpläne werden dauerhaft so angeboten und sind nicht plötzlich zum nächsten 1. Januar mit einem Preisschild versehen. Anbieter mit einem guten Angebot für kostenfreie ETF-Sparpläne sind aus unserer Sicht Scalable Capital, Smartbroker und Trade Republic. Ein weiteres Plus: Die zuvor genannten Anbieter berechnen auch keine zusätzlichen Depotgebühren.

Tipp: Einen ausführlichen Testbericht zu ETF-Sparplänen und den angesprochenen Neo-Brokern lesen Sie in der Extra-Magazin Ausgabe Februar/März 2021 die am 29. Januar 2021 erscheint.