Das passiert, wenn Sie 30 Jahre lang einen Euro pro Tag in ETFs investieren!

Jeden Tag einen Euro in ETFs investieren? Das dürfte für jeden machbar sein. Es lohnt sich auf jeden Fall. Es kommt mehr als das Doppelte dabei heraus als auf einem Sparkonto. 

Wir haben in der Redaktion eine spannende Simulation durchgerechnet. Zu oft hören wir von Leuten, dass es sich gar nicht lohnen kann, mit kleinen Beträgen zu investieren. Der Zinseszinseffekt, der Gerüchten zufolge von Einstein als achtes Weltwunder bezeichnet wird, kann jedoch auch aus kleinen Beträgen ein stattliches Vermögen entwickeln. Was der Effekt mit einem Euro pro Tag innerhalb von 30 Jahren anstellt, haben wir untersucht.

Welche Annahmen haben wir getroffen?

Kleine Geldbeträge zu investieren, kann sich über einen langen Anlagezeitraum hinweg zu einer großen Summe aufsummieren. Das hat unsere Simulation gezeigt. Wir haben folgende Anlageoptionen miteinander verglichen:

  • Risikofreies Sparkonto (Rendite p.a.: 0 Prozent)
  • Ausgeglichenes ETF-Portfolio (Rendite p.a.: 4,5 Prozent)
  • Chancenorientiertes ETF-Portfolio (Rendite p.a.: 7 Prozent)

Zusätzlich haben wir angenommen, dass unser Privatanleger (30 Jahre) sein Geld über einen Zeitraum von 30 Jahren anlegt – jeden Tag einen Euro. Das bedeutet: Monatlich 30 Euro! 

Ergebnisse der Simulation

Die Ergebnisse sind ziemlich einfach nachzuvollziehen.

 Nach 10 JahrenNach 20 JahrenNach 30 Jahren
Sparkonto (0,00 Prozent)3.650 Euro7.300 Euro10.950 Euro
Ausgeglichenes ETF-Portfolio (4,50 Prozent)4.510 Euro11.504 Euro22.146 Euro
Chancenorientiertes ETF-Portfolio (7,00 Prozent)5.104 Euro14.946 Euro33.920 Euro
Quelle: extraETF.com

Der Sparer hat nach 30 Jahren ein nominales Vermögen (vor Inflation) von 10.950 Euro. Das ist zwar nicht viel Geld, nach Inflation bleibt „real“ nämlich weniger Kaufkraft übrig. Für den langersehnten Safari-Trip sollte es jedoch reichen.

Der ausgeglichene Investor hat da schon eine attraktiveres Vermögen aufgebaut mit 22.146 Euro. Die 4,50 Prozent sind in den vergangenen 30 Jahren die durchschnittliche Rendite eines ausgeglichenen ETF-Portfolios mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen-Anteil gewesen.

Lassen Sie uns jetzt einen Blick auf den chancenorientierten Investor werfen. Dieser hat in den 30 Jahren ein Vermögen von 33.920 Euro aufgebaut. Bedenken Sie, dass diese Zahlen ohne Berücksichtigung von ETF-Kosten berechnet wurden. Die Auswirkungen der Kosten finden Sie in der nachfolgenden Tabelle:

 Nach 10 JahrenNach 20 JahrenNach 30 Jahren
Ausgeglichenes ETF-Portfolio (0,30 Prozent TER)4.235 Euro11.139 Euro21.445 Euro
Chancenorientiertes ETF-Portfolio (0,30 Prozent TER)4.927 Euro14.444 Euro32.305 Euro
Quelle: extraETF.com

Je länger der Anlagezeitraum, desto gravierender die Auswirkungen der Kosten. Das ist einer der Gründe, weshalb Sie immer einen Blick auf Ihre Depot- und ETF-Gebühren werfen sollten, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch kleine Anlagebeträgen lohnen sich, doch der Anlagezeitraum ist deutlich relevanter.

Berechnen Sie Ihre monatliche Sparquote

Die Berechnungen zeigen: Selbst mit kleineren Sparbeträgen lässt sich schon einiges erreichen. Der erste Schritt für Sie besteht darin, Ihre persönliche Sparquote festzulegen. Ihre Sparquote ist der prozentuale Anteil an Ihrem Einkommen, der als Überschuss übrigbleibt. Führen Sie ein Haushaltsbuch und werden Sie unnötige Kosten los, um Ihren potenziellen Sparbetrag zu maximieren.

Starten Sie mit einer 100%-Aktienquote

Denken Sie am Anfang nicht zu kompliziert. Ein ETF-Sparplan auf den MSCI World oder den MSCI ACWI reicht für die erste Phase des Vermögensaufbaus. Investieren Sie Ihre Sparquote jeden Monat in einen entsprechenden ETF. Sparpläne disziplinieren und schaffen eine für Ihre Anleger-Psyche wichtige Routine.

Über unsere ETF-Suche können Sie alle ETFs selektieren und vergleichen. Die beliebtesten Abfragen zum Investieren in die Welt haben wir hier für Sie zusammengestellt.

ETF-NameTER in %AusschüttungReplikationsartVolumen in Mio. €
iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc)0,20NeinPhysisch36.556
iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc)0,20NeinPhysisch2.841
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dist)0,22JaPhysisch7.616
iShares Global Corp Bond UCITS ETF0,20JaPhysisch1.107
Amundi S&P Global Luxury UCITS ETF0,25NeinSynthetisch249
iShares Global Clean Energy UCITS ETF0,65JaPhysisch4.907
Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF0,25NeinPhysisch1.815
iShares Listed Private Equity UCITS ETF0,75JaPhysisch909

Bauen Sie Ihr Portfolio aus und setzen Sie auf eine breite Streuung

Ab größeren Beträgen, zum Beispiel ab 10.000 Euro, sollten Sie ihrem Portfolio noch Anleihen und Immobilienwertpapiere beimischen. Damit reduzieren Sie die Schwankungsintensität aus der Aktienquote. Rein psychologisch schaffen Sie sich damit den Vorteil, dass Sie gerade in turbulenten Phasen „stressfrei“ bleiben. 

Tipp: Lassen Sie sich von unseren Musterportfolios inspirieren. Nutzen Sie auch ETF-Sparpläne.

Erhöhen Sie Ihre Sparquote mit ETFs bei steigendem Einkommen

Eine beliebte Daumenregel besagt, dass Sie circa 50 Prozent Ihrer Gehaltserhöhung für Sparleistungen nutzen sollten. Ob für bestimmte kurzfristige Sparziele oder den langfristigen Vermögensaufbau bleibt Ihnen überlassen – wir empfehlen natürlich aus Renditegesichtspunkten letzteres.

Führen Sie einmal pro Jahr ein Depot-Check durch

Schauen Sie einmal pro Jahr auf Ihre Depotentwicklung. Für mich ist der erste November der Stichtag, an dem ich die aktuelle Gewichtung meiner Positionen mit meiner Zielgewichtung vergleiche. Ist Ihre Aktienquote durch eine Marktrally stark gestiegen, dann sollten Sie zugunsten Anleihen, Immobilen oder Rohstoffe Ihre Positionen umschichten. Denken Sie dran: Ein Rebalancing ist mit Kosten verbunden, je öfter Sie es durchführen, desto teurer wird es.