Von Jennifer Fizia9. Februar 2022
Das sind die ESG-Trends, die du dieses Jahr kennen musst

Das sind die ESG-Trends, die du dieses Jahr kennen musst

Nachhaltige Geldanlage war bereits im vergangenen Jahr ein heiß diskutiertes Thema. 2022 bleibt das so. Welche ESG-Trends du kennen musst, erfährst du hier.

Bereits seit 2012 veröffentlicht der US-amerikanische Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International (MSCI) den Bericht „ESG Trends to Watch“. Im aktuellen Report stellen die Autorinnen und Autoren die wichtigsten Trends und Themen rund um ESG vor. Wir beleuchten einige von ihnen genauer. 

Klima und gerechter Übergang

Die Abkürzung ESG steht für die Begriffe Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Aktuell liegt der Fokus häufig auf dem Aspekt Umweltschutz, da Themen wie Klimawandel und Luftverschmutzung immer vehementer diskutiert werden und dadurch mehr Aufmerksamkeit generieren. Doch auch die sozialen Faktoren und die der guten Unternehmensführung sind relevant und werden kontinuierlich zunehmen. Politische Ansätze wie der gerechte Übergang verlangen soziale Gerechtigkeit in die Energiewende einzubeziehen. Wir alle streben eine klimaneutrale Wirtschaft an, aber nicht alle starten beim Ergreifen der Maßnahmen von der Startlinie aus.

Es ist ungemein wichtig, diejenigen, die weiter hinten beginnen, auf ihrem Weg zum Ziel zu unterstützen. Darum haben mehr als 30 Länder im vergangenen Jahr auf der Klimakonferenz in Glasgow die sogenannte Just Transition Declaration unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich zu Strategien, die sicherstellen, dass Arbeitnehmer, Unternehmen und Gemeinden beim Übergang der Länder zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft unterstützt werden. Soziales und Unternehmensführung werden auch in den kommenden Jahren weiter in den Vordergrund rücken.

Netto-Null entlang der Lieferkette

Der Weltklimarat hat bereits vor einigen Jahren erklärt, dass es notwendig ist, die Nettoemissionen auf null zu senken, um den Klimawandel zu stoppen. Weltweit verkünden mittlerweile viele Unternehmen ihre Netto-Null-Ziele und zeigen so ihr Bestreben, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Es ist wichtig, dass diese Konzerne mit gutem Beispiel voran gehen und ihre Lieferanten dazu bringen, ihrem Weg zu folgen.

Auch die Zulieferer müssen ihren Beitrag leisten und ihre Emissionen verringern. Die Unternehmen unterliegen strengen Regeln für die CO2-Berichtspflichten und legen ihr Augenmerk mittlerweile auch auf die Emissionen entlang der Lieferkette. Dadurch steigt der Druck auf die Lieferanten bzgl. Netto-Null nachzuziehen.

Dekarbonisierung von Portfolios

Viele Investoren stellen sich die Frage. Wie kann ich mein Portfolio dekarbonisieren? Besser auf Desinvestition oder auf Engagement setzen? Vermögenswerte, die mit fossilen Energieträgern zusammenhängen, einfach zu entfernen, bringt laut Experten nicht viel. Der Grund: Das Herausnehmen führt nicht direkt dazu, dass Emissionen reduziert werden. Das Unternehmen gibt es weiterhin und solange es Unterstützer hat, wird sich daran auch nichts ändern. Es müssten schon alle Anlegerinnen und Anleger desinvestieren, um wirklich etwas zu bewegen.

Eine andere Strategie ist, den betreffenden Unternehmen als Anleger auf die Füße zu treten, Druck auszuüben und so Veränderungen bewirken. Das kann aber nur funktionieren, wenn alle Investoren – private wie institutionelle – an einem Strang ziehen. Laut MSCI ist es für private Anleger wichtig, beide Optionen, also Desinvestition und Investition bzw. Engagement, geschickt einzusetzen, um die klimapolitische Diskussion voranzutreiben.

Tipp: Hier erfährst du alles, was du über das Investieren in Nachhaltigkeits-ETFs wissen musst.

Greenwashing nimmt ab

Immer mehr Investoren – private wie öffentliche – bestehen auf das Thema Nachhaltigkeit und fordern einheitliche Offenlegungs- und Berichtsstandards. Das wird in Zukunft dazu führen, dass ESG-Kriterien standardisiert werden und Greenwashing deutlich schwerer umzusetzen sein wird. MSCI sieht bereits einen Trend zu einheitlicher Terminologie und zunehmender Transparenz, was Anlegern die Investitionsentscheidung erleichtern wird. Ziel sollte es sein, dass die ESG-Kriterien sowieso umgesetzt werden und wir das Kürzel zur Kenntlichmachung bald schon nicht mehr brauchen. Denn dann ist ESG der Standard.

Den vollständigen Bericht „ESG Trends to Watch for 2022“ kannst du hier kostenlos herunterladen.

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