Cost-Average-Arero

Der Cost-Average-Effekt

Den Cost-Average-Effekt heben Finanzinstitute oft rein positiv hervor. Doch in guten Börsenzeiten bremst er Anleger aus. Sparpläne machen aber dennoch Sinn.

Bei Investitionen scheinen zwei W-Fragen einen besonders hohen Stellenwert zu haben: Wie investiere ich und wann investiere ich? Das „Wie“ ist leicht zu beantworten. Am besten breit diversifiziert über verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Besonders leicht und ohne eigenes Zutun geht das über etablierte Anlagelösungen wie dem ARERO-Weltfonds. Die Vorteile einer breiten Streuung lassen sich sogar wissenschaftlich untermauern. Das ist soweit unstrittig.

Kniffliger wird es dagegen, wenn es um die Frage nach dem „Wann“ geht. Anleger sind nachvollziehbarerweise geneigt, den optimalen Einstiegszeitpunkt finden zu wollen. Wer das schon einmal versucht hat, wird wissen, dass das nicht so ohne Weiteres machbar ist. Bei eher risikoscheuen Anlegern schwingt bei solchen Überlegungen immer auch die Sorge mit, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt zu investieren. In diesem Zusammenhang kehren Finanzinstitute oft den Cost-Average-Effekt heraus, also den Effekt eines langfristigen Durchschnittspreises. Die Idee ist also, die Investition auf viele Etappen zu strecken. Die Marschroute lautet also häufig „kaufe, wenn es günstig ist“.

Doch ist das wirklich so? Profitieren Anleger sogar noch von fallenden Kursen? Um zu bewerten, ob dies tatsächlich uneingeschränkt gilt, ist es wichtig, zu analysieren, wie sich Renditen und Risiko eines solchen Sparplans im Vergleich zu einer Einmaleinzahlung in verschiedenen Marktsituationen (insbesondere im Bären- und Bullenmarkt) verhalten.

Sparplan versus Einmalanlage

Eines vorab: Mithilfe des Cost-Average-Effekts kommen nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse heraus. Dazu betrachten wir den ARERO – Der Weltfonds (WKN: DWS0R4) im Jahr 2014. In dem einen Szenario werden 12.000 Euro am ersten Handelstag im Januar 2014 angelegt. Beim Sparplan fließen zum ersten Handelstag eines Monats 1.000 Euro in ARERO-Anteile. Wer hätte am 30. Dezember 2014 das Rennen gemacht?

Der Einmalkäufer stünde mit 13.362 Euro da. Das macht eine Rendite von 11,35 Prozent. Der Sparplan-Anleger dürfte Ende Dezember 2014 auf seinem Depotauszug einen Gesamtwert von 12.706 Euro erblicken. Die Rendite fällt mit 5,9 Prozent deutlich schmäler aus.

Cost-Average in guten Zeiten hinderlich

Das Börsenjahr 2014 verlief positiv. Das zeigt, der Cost-Average-Effekt wirkt in guten Zeiten negativ. Das ist auch intuitiv, denn Anleger sind damit nicht in vollem Maße am Aufschwung an den Börsen beteiligt. Sehen wir uns daher ein Gegenbeispiel an. Das Jahr 2011 war den Börsianern nicht gewogen. Und so verlor auch der ARERO-Weltfonds an Wert. Aus anfänglichen 12.0000 Euro wären zum Jahresende 10.872 Euro geworden – ein Minus von 9,4 Prozent. Die vielen Verlustmonate kommen bei Sparplan-Anlegern abgeschwächt an. Gerade in den ersten Monaten bezieht sich der Rückgang auf relativ kleine Summen. Der Silvesterabend wäre mit einem Jahresverlust in Höhe von 3,4 Prozent wesentlich angenehmer. Die erworbenen Arero-Anteile wären noch 11.594 Euro wert gewesen.

Cost-Average ist nicht immer überlegen

Die Rechenbeispiele, aber auch wesentlich komplexere wissenschaftliche Betrachtungen zeigen, dass der oft angepriesene Cost-Average-Effekt nicht grundsätzlich zu besseren Ergebnissen führt. Der Cost-Average Effekt reduziert zwar tatsächlich die Schwankungsanfälligkeit der Anlage, allerdings geht dies mit einer geringeren erwarteten Rendite einher. Das ist gerade für risikoscheue Anleger interessant. Wenig überraschend sind Sparpläne in Bärenmärkten vorteilhaft, da bei fallenden Kursen besonders viele Anteile erworben werden, das heißt man kauft „günstig“. In steigenden Märkten ist allerdings eine Einmalanlage besser, da man bei einem Anlageplan durch das spätere Einsteigen bereits Rendite aufgibt. Gegen Sparpläne ist dennoch nichts einzuwenden, da sie bequeme Altersvorsorge ermöglichen und gerade in jungen Jahren häufig das Geld für größere Einmalanlagen fehlt.