Von Katja Brauchle3. Dezember 2021
Der erfolgreichste Aktien-ETF des Jahres ist eine echte Überraschung

Der erfolgreichste Aktien-ETF des Jahres ist eine echte Überraschung

In drei Wochen ist Weihnachten und in einem Monat befinden wir uns schon im Jahr 2022. Zeit also, sich den erfolgreichsten Aktien-ETF des Jahres einmal anzuschauen. So viel sei schon mal gesagt: Damit habe ich nicht gerechnet!

Der erfolgreichste Aktien-ETF des Jahres hat im Laufe von 2021 einen Wertzuwachs von 74 Prozent gemacht und somit die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF USD (WKN: A1JKQL) bildet möglichst genau die Wertentwicklung vom S&P Commodity Producers Oil & Gas Exploration & Production Index ab. Er bietet Anlegerinnen und Anlegern Zugang zu Aktien der größten Börsennotierten Unternehmen, die in die Exploration und Förderung von Öl und Gas weltweit involviert sind.

Unerwarteter Überflieger

Der iShares Oil & Gas Exploration & Production ETF hatte ein gutes Jahr. Im Vorjahr 2020 hatte er 38,47 Prozent an Wert verloren, seit Auflage insgesamt ein Minus von 17,99 Prozent gemacht. Dieses Jahr hat sich das Blatt nun schlagartig gewendet. Kein anderer Aktien-ETF hat so eine hohe Wertsteigerung zu verzeichnen, auf Platz zwei folgt mit knapp zehn Prozent weniger der Xtrackers LPXX Private Equity Swap UCITS ETF (WKN: DBX1AN)

Woran liegt das? Ausgerechnet Öl und Gas sind heiß begehrt? Vor allem in Hinsicht auf die Energiewende hätten Anleger diesen ETF wohl eher nicht ganz oben auf der Wunschliste gehabt, sollte man denken.

iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF USD (Acc)

WKN: A1JKQL ISIN: IE00B6R51Z18
Kurs 24,07 €
Kosten (TER) 0,55 %
Fondsvolumen 489 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +8,37 %
Lfd. Jahr +49,32 %

Öl: Nachfrage überstieg Angebot

Doch vor allem Öl ist in diesem Jahr extrem teuer geworden. Beim Blick auf die Tankstellenanzeige ist bei vielen Autofahrern in 2021 der Puls kontinuierlich gestiegen, ganz im Einklang mit den Preisen. Öl war so teuer, wie seit sechs Jahren nicht mehr. Grund dafür: Die Angst vor der Inflation und eine das Angebot übersteigende Nachfrage haben die Preise stark in die Höhe getrieben.

Dazu kam, dass die Opec+, ein Zusammenschluss aus 23 Ölförderländern, sich lange nicht auf eine Erhöhung der Fördermengen einigen konnten – die Nachfrage blieb also konstant höher als das Angebot.

Gaspreis steigt um 440 Prozent

Ähnlich sieht es mit Gas aus. Laut tagesschau hat sich der Gaspreis im Großhandel seit Beginn des Jahres verdreifacht. Während der Preis pro Megawattstunde während der Corona-Krise teilweise bei gerade mal fünf Euro lag, kostet sie aktuell bis zu 70. Noch ist Gas aber kaum zu ersetzen. Es wird in der Industrie verwendet, zum direkten Heizen genutzt, aber auch zur Stromerzeugung, was sich somit auch auf die Strompreise auswirkt – die ebenfalls gestiegen sind.

Die Nachfrage nach Energieträgern ist nach der Corona-Krise 2020 wieder stark gestiegen. Gleichzeitig wurde zu wenig erneuerbare Energie produziert. In Brasilien etwa wird viel Strom aus Wasserkraft produziert – durch die starke Dürre im Land war das nicht mehr im selben Maße möglich. Ergo steigt nun vor allem im Winter wieder die Nachfrage nach Öl und Gas. 

Die Branche und die Anlegerinnen und Anleger, die in den ETF investiert haben, dürfte es freuen – alle anderen eher weniger.

Tipp: ETF-Empfehlungslisten – hier findest du die besten ETFs zu allen wichtigen Anlageklassen.