Von Thomas Brummer17. November 2021

Deshalb sind Aktien auch weiterhin alternativlos

Der Dax ist auf einem Allzeithoch. Generell sind viele Indizes derzeit auf einem Höhenflug. Dennoch sind Aktien weiter ein Muss.

Der Blick ins Depot ist für viele Anleger derzeit recht angenehm. Denn die großen Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen neue Rekordhochs erklommen. Wird die Luft langsam dünn? Tatsächlich sind Aktien inzwischen zwar recht teuer. Tagesgeld? Sparbuch? Wer sich auf die Suche nach Alternativen begibt, wird kaum fündig. „Trotz hoher Bewertungen bleiben Aktien das Investment der Wahl für chancenorientierte Anleger“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM.

Aktien steigen seit Monaten

Seit ihren Corona-Tiefs im vergangenen Jahr haben die Aktienmärkte eine rasante Aufholjagd erlebt. Allein seit Januar stiegen der US-Index S&P 500, der deutsche Dax und der europäische Stoxx 600 um mehr als 20 Prozent. Obwohl die Unternehmensgewinne ebenfalls stark zugelegt haben, sind Aktien inzwischen relativ hoch bewertet. Dennoch sind sie attraktiver als die Alternativen, wie Experten von Moventum meinen. Klappern wir diese nun ab:

Die (schwächeren) Alternativen zu Aktien

Bei festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen sind die Renditen weiterhin sehr begrenzt. So rentiert die zehnjährige Bundesanleihe weiter unter null Prozent, andere Euro-Länder bieten etwas mehr, in den USA liegt die Treasury-Rendite sogar wieder bei 1,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der steigenden Inflationsraten jedoch bleiben die realen Anleihe-Erträge negativ und das dürfte laut Moventum vorerst so bleiben. Die niedrigen Renditen seien das Spiegelbild der hohen Preise, weitere Kursgewinne von Anleihen seien kaum zu erwarten, da die Notenbanken ihre ultralockere Geldpolitik langsam zurückfahren würden. Mit ihrem begrenzten Risiko eignen sich laut Moventum kurzlaufende Rentenpapiere zwar als Liquiditätsreserve, aber nicht als Aktienalternative.

Die Inflation steigt, also mag Gold attraktiv erscheinen. Vorsicht! Das Edelmetall führe derzeit ein Eigenleben. Im September ging es mit dem Preis trotz hoher Inflationsraten abwärts, seit Anfang November steigt er wieder an, wobei die Unze allerdings noch immer billiger ist als vor einem Jahr. Belastend wirke der starke Dollar sowie die Aussichten auf höhere Zinsen, insbesondere in den USA. Gold bleibt kaum berechenbar.

Interessanter als Gold erscheint vielen Anleger derzeit das Investment das digitale Gold in Form von Kryptowährungen. Mit Bitcoin, Dogecoin & Co. ließ sich in jüngster Zeit ein Vermögen machen. Das Problem bei dieser Anlage fängt jedoch schon beim Namen an: Es handelt sich bei Bitcoin und anderen mitnichten um „Währungen“. Die Kurssteigerungen beruhen zum großen Teil auf der bloßen Hoffnung. Bislang seien die Kryptos bloß ein schönes Spielzeug für Trader, Zocker und Privatanleger mit unkalkulierbaren Risiken sowie der Drohung drastischer Regulation durch die Behörden, bis zum Verbot wie in China. „Für professionelle Anleger bleiben sie vorerst tabu“, sagt Gerlinger. „Denn wer Verantwortung für Kundengelder trägt, der spielt nicht.“

Tipp: Setzen Sie langfristig auf Aktien und achten Sie auf eine breite Streuung. Hier sind unsere ETF-Empfehlungslisten für Sie.

Wenn nicht Gold, dann vielleicht Betongold, also Immobilien? Tatsächlich geht es mit den Immobilienpreisen seit Langem bergauf. Ein Grund sind die niedrigen Zinsen, der andere eine latente Übernachfrage nach Wohnraum. Doch dürfte diese Grundkonstellation nicht ewig halten. Nicht nur auf die Alterssicherungssysteme, auch auf den Immobilienmarkt komme ein demografisches Problem zu, dass die Zuwanderung nicht ausgleichen werde. „Alterung, Bevölkerungsrückgang: Das bedeutet auf lange Sicht ein Überangebot an Häusern und damit fallende Preise“, so Gerlinger. Die Aussichten für Büroimmobilien waren schon besser: Wer als Arbeitgeber interessant bleiben will, bietet seinen Angestellten spätestens seit Corona die Möglichkeit zum Homeoffice. Viele Unternehmen überlegen bereits, ihre gemieteten Büroflächen zu verkleinern.

Private Equity ist spannend, aber doch eher etwas für Profis. Der Markt ist für Privatanleger zum Teil sehr unübersichtlich und intransparent. Liquiditätsmangel kann dazu führen, dass kurzfristig der Ausstieg aus dem Investment kaum möglich oder sehr teuer ist.

Aktien bleiben ein Muss

In der aktuellen Situation bleiben Aktien laut Moventum-Experten damit trotz hoher Bewertungen attraktiv – zum einen, weil sie gegen steigende Inflation schützen und zum anderen, weil die Anlagealternativen derzeit kaum vielversprechend sind.