Von Thomas Brummer2. November 2021

Die UN-Klimakonferenz 2021 kann die Aktienmärkte völlig verändern

Die UN-Klimakonferenz hat das Potential nicht nur die Aktienmärkte zu verändern, sondern die ganze Welt.

In den Medien ist gar nicht so viel zu hören über die UN-Klimakonferenz 2021 (COP 26). Doch sie ist zweifelsohne eine große Gelegenheit für Politiker, ihren Einsatz für die Klimaziele zu betonen. An dieser Stelle sei daran erinnert: Es war die Klimakonferenz im Jahr 2015, bei der das historische Pariser Abkommen unterzeichnet wurde. Bereits heute ist dieses Abkommen für einige nachhaltige ETFs der Standard.

Klimakonferenz: Massive Änderungen in der Industrie

Der weltweite Anteil an Elektrofahrzeugen im Personenverkehr ist von knapp über einer Million im Jahr 2015 auf über zehn Millionen im Jahr 2020 gestiegen. Das geht aus dem International Energy Agency Global EV Ausblick 2021 hervor. Die Vermutung ist also naheliegend, dass sich in den kommenden Jahren in der Autobranche ein Wandel vollziehen wird. Die Politik arbeitet ebenfalls daran. In vielen Ländern wird innerhalb des nächsten Jahrzehnts ein Verkaufsverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Kraft treten. In Großbritannien soll dies beispielsweise ab 2030 der Fall sein.

Immer mehr Staaten setzen auf Nachhaltigkeit

Europas wachsender Fokus auf den Einsatz von CO₂-Preisen als wichtigstes Instrument zur Erreichung seiner Klimaziele ist laut WisdomTree ein gutes Beispiel dafür. Großbritannien, das sich als erste große Volkswirtschaft dazu verpflichtet hat, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, hat sich vorgenommen, seine Stromversorgung bis 2035 vollständig auf Ökostrom umzustellen. 

Die europäischen Akteure setzen auch für andere Regionen Maßstäbe. So hat sich China auf den schwierigen Weg gemacht, seine kohlelastige Aluminiumindustrie umweltfreundlicher zu machen, indem es die Produktion drosselt und auf erneuerbare Energien umstellt. Dieser Prozess könne sich über Jahre hinziehen, so dass das Aluminiumangebot über Jahre hinweg unterversorgt sein wird, was sich auch in den Marktpreisen für das Metall bemerkbar mache.

Was bedeutet die UN-Klimakonferenz für die Kapitalmärkte

Die Entwicklungen betreffen die ganze Welt. Etliche Staaten bemühen sich um mehr Umweltverträglichkeit. Die bei der Klimakonferenz vereinbarten Ziele prägen damit auch die Kapitalmärkte, da neben öffentlichen Geldern auch private Mittel benötigt werden. 

Der Umbau der Wirtschaft wird neue Geschäftsmodelle entstehen lassen. Wir erleben bereits die Auswirkungen von Regierungsinitiativen, etwa um den Anstieg der Treibhausgasemissionen der Automobilindustrie, des Verkehrs und der Energie zu bremsen, meinen die Fachleute von J.P. Morgan und liefern gleich weitere Beispiele mit:

  • die Entscheidung Großbritanniens, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten – dies beschleunigt die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und die elektrische Ladeinfrastruktur,
  • die Zusage der Philippinen, bis 2030 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, was vom Unternehmen AC Energy unterstützt wird, das verstärkt Elektrizität durch erneuerbare Quellen wie Solar-, aber auch Wind- und Wasserenergie sowie Geothermik gewinnen will
  • die Elektrifizierung von 140 Kilometern Eisenbahnstrecke im Abschnitt Marakand-Karshi der regionalen Wirtschaftskooperation in Zentralasien (CAREC), der Europa mit Zentralasien verbindet, mit Unterstützung der Asiatischen Entwicklungsbank.

Wie sollte ich meine Anlagestrategie anpassen?

Die Experten von J.P. Morgan sehen verschiedene Strategien, um diesen Wandel als Anlegerin oder Anleger zu unterstützen. In nachhaltig verwalteten Fonds wird verstärkt in Unternehmen investiert, die beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft einen erheblichen Beitrag leisten oder gar in ihrem jeweiligen Sektor führend sind. Hierzu gibt es bereits heute zahlreiche nachhaltige ETFs.

Tipp: Hier finden Sie eine Übersicht über das Investieren in Nachhaltigkeits-ETFs.

Doch auch bei der nachhaltigen Geldanlage gibt es solche und solche oder anders gesagt: hell- und dunkelgrüne Produkte. Maßgeblich seien solide Analysen der Unternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg und ein aktiver Dialog mit der Unternehmensführung wie die ökologische Ausrichtung verbessert werden kann. Das ist laut J.P. Morgan eine deutliche Verbesserung gegenüber reinen „Ausschluss“-Fonds, die in alles investieren außer beispielsweise in Ölkonzerne, Waffenproduzenten oder Tabakkonzerne.

SRI-ETFs können ein Mittel sein

Jeder Anleger sollte sich selbst fragen, wie stark die Auslese sein soll. Denn bei allen Idealen sollten Anleger immer bedenken: Je schärfer der Ausschluss ist, desto geringer ist die Streuung. Aus unserer Sicht bekommen Welt-ETFs mit nach dem sogenannten SRI-Verfahren (Socially Responsible Investment) diesen Spagat – bei geringen Kosten – sehr gut hin.

Gewinner-Branchen von morgen

Neben reinen Nachhaltigkeits-ETFs bieten sich auch Branchen-ETFs zur Beimischung in einem Weltportfolio an. Schon heute gibt es einige Sektoren, mit denen sich die Klimaagenda unterstützten lässt. Beim nachhaltigen Wohnungsbau beispielsweise schaffe die Umstellung auf kohlenstoffarme Gebäude Chancen. In der nachhaltigen Infrastruktur beobachten die J.P.-Morgan-Experten immer mehr innovative Lösungen für das Umwelt-und Abfallmanagement. Wie bereits erwähnt ist auch der Automobilsektor ein großer Hebel, wenn es um die Emissionsreduktion geht. 

Tipp: Sehen Sie sich gleich unsere Themen-ETF-Seite an.

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