Von Katja Brauchle21. April 2022
Diese fünf Fehler sollten Börsen-Neulinge vermeiden

Diese fünf Fehler sollten Börsen-Neulinge vermeiden

Wer sich aufs Börsenparkett wagt, möchte Stolpersteine möglichst vermeiden – schließlich geht es um bares Geld! Welche Fehler Einsteiger dennoch immer wieder machen und wie du sie vermeidest, erfährst du hier.

ETFs sind ein relativ einfaches Mittel, um erfolgreich am Aktienmarkt teilzunehmen. Um sie zu verstehen und zu investieren, muss man weder Finanzprofi sein noch tagtäglich mit einem Börsenmakler telefonieren. Dennoch gibt es ein paar Fehler, die gerade Anfängerinnen und Anfänger häufiger machen. Um langfristig erfolgreich zu investieren, solltest du diese fünf jedoch besser vermeiden.

Fehler 1: Du verstehst das Produkt nicht

Wie gesagt, du musst kein Finanzprofi sein, um dein Geld in ETFs anzulegen und ein sinnvolles Portfolio aufzubauen. Dennoch solltest du dich gründlich informieren, bevor du dein Depot eröffnest und loslegst. Was genau ist ein ETF, wie funktioniert er? Welchen Anlageschwerpunkt hat der ETF, für den du dich interessierst, welche Branchen deckt er ab und welche Unternehmen sind enthalten? Setz dich gründlich mit dem Produkt auseinander, bevor du dich für oder gegen ein Investment entscheidest.

Dasselbe gilt natürlich auch für jede andere Anlageform. Nur wenn du weißt, was hinter einem Finanzprodukt steckt, kannst du eine wirklich gute und durchdachte Entscheidung treffen, mit der du auch längerfristig zufrieden bist.

Fehler 2: Du setzt blind auf Trends

Trends zu kennen ist generell erst mal gut! Und anhaltende Trends wie Erneuerbare Energien, Künstliche Intelligenz oder Healthcare können überdurchschnittliche Renditen versprechen. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, wirklich die Trends herauszufiltern, die nicht nach kurzer Zeit wieder abflachen und dich mit herben Verlusten zurücklassen.

Daher sollte ein Themen-ETF zu einem Trendthema immer nur einen kleinen Teil deines Portfolios ausmachen, damit dir Verluste im Ernstfall nicht allzu weh tun. Wenn du bei Trends auf Aktien baust, wird es nochmal schwieriger – insbesondere am Anfang können oft viele Unternehmen einer Branche vom Aufwind profitieren, am Ende bleiben meist aber nur wenige übrig. Wer sich also nicht gerade intensiv mit Daten und Fakten vieler Unternehmen befassen kann und möchte, sollte mit Einzelaktien hier besonders vorsichtig sein.

Fehler 3: Du vertraust nur auf Aussagen anderer

Du liest einen heißen Aktientipp in einem Forum oder hast mitbekommen, dass jemand in deinem Freundeskreis mit diesem einen ETF eine tolle Rendite eingefahren hat. Also baust du auch genau auf diese Aktie und diesen ETF. Das kann gut gehen – oder auch nicht. Tipps sind nicht verkehrt, um insbesondere zu Beginn einen Überblick zu erhalten, was es überhaupt auf dem Markt gibt und was gut laufen könnte.

Bevor du aber ohne zu fragen darauf vertraust, beherzige noch einmal die ersten beiden Punkte und informiere dich gründlich, bevor du eine Entscheidung triffst. Passt das Produkt in dein Portfolio? Fühlst du dich gut bei dem Gedanken, es langfristig im Depot zu haben? Ist das Risiko für dich tragbar?  Der beste Ratgeber bist immer du selbst.

Tipp: Hier erfährst du, welcher Sparrryrhmus am besten ist.

Fehler 4: Du wechselst zu oft dein Produkt

Diesen Fehler machen sehr viele Anfänger, insbesondere dann, wenn sie zuvor schon Fehler Nummer 3 begangen haben. Bei Aktien weniger tragisch – ETFs sind hingegen nicht dazu gedacht, aktiv gehandelt zu werden. Sie bilden einen Index ab und sind dazu gedacht, langfristig Vermögen aufzubauen.

Die Auswahl an ETFs ist aber riesig und sie wird immer größer. Auf ein und denselben Index gibt es diverse ETFs und nicht jeder läuft exakt gleich – das liegt beispielsweise an unterschiedlichen Gewichtungen oder auch Gesamtkostenquoten. Insbesondere Anfängerinnen und Anfänger lassen sich so schnell dazu verleiten, ihr Geld umzuschichten – selbst wenn es dabei oft nur um wenige Cents geht. Wenn du das tun möchtest, bedenke immer: Jede Transaktion kostet Geld und schmälert deine Rendite. Rechne dir aus, ob sich das wirklich lohnt.

Fehler 5: Du streust dein Risiko nicht

Hier ein MSCI World, da ein S&P 500, vielleicht noch ein NASDAQ-ETF dazu, sieht doch alles ganz gut aus? Dann vielleicht doch noch eine Einzelaktie, Apple wird doch gern empfohlen. Du bist zufrieden mit deinem Portfolio? Dann musst du jetzt stark sein: Du hast nun mehrfach in dieselben Unternehmen investiert. Die Top 5 aller drei ETFs setzen sich genau gleich zusammen. Apple steht bei allen auf Platz 1. Dazu noch die Aktie. Und ja, die Aktie läuft gut und wird wirklich oft als sehr sicher empfohlen.

Doch eine ewige Wachstumsgarantie gibt es auch für sie nicht. Und gehen wir von dem Fall aus, dass sie einbricht: Dann wird es dich hart treffen, weil du einen großen Teil deines Depots auf Apple und ähnliche Firmen konzentriert hast.

Deshalb: Bevor du einen zweiten oder dritten ETF in dein Portfolio mit aufnimmst, überprüfe immer die Zusammensetzung. Es ist wichtig, dass es möglichst wenig bis keine Überschneidungen gibt, denn so streust du das Verlustrisiko breit. Kurseinbrüche einer bestimmten Branche etwa wirken sich so weniger stark auf dein Vermögen aus oder können sogar ausgeglichen werden.

Tipp: Mit unserem Risikorechner kannst du anhand von zehn Fragen die optimale Aktienquote für dein Portfolio ermitteln.

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