Von Redaktion28. Januar 2022
Diese fünf Herausforderungen müssen Kapitalmärkte 2022 meistern

Diese fünf Herausforderungen müssen Kapitalmärkte 2022 meistern

Sind die fetten Jahre vorbei? Die Kapitalmärkte stehen in diesem Jahr vor mehreren großen Herausforderungen. Das beschäftigt Profis ebenso wie Privatanlegerinnen und -anleger. 

Doch wo liegen die größten Risiken und was bedeuten sie für Märkte und Anleger? Petra Ahrens von der MAIESTAS Vermögensmanagement AG erläutert diese Fragen in der Folge.

Corona

Die Pandemie ist auch im Jahr 2022 noch nicht vorbei. Die Omikron-Variante ist angekommen und es ist noch nicht klar, wie gefährlich diese Mutation ist. Mit einem erneuten wirtschaftlichen Lockdown ist zwar nicht mehr zu rechnen, aber die Auswirkungen, wie Lieferengpässe, hohe Energie- und Rohstoffpreise und damit einhergehend eine hohe Inflation bekommen wir alle zu spüren.

Geopolitische Spannungen nehmen zu

Immer stärker zum Belastungsfaktor wird der sich anbahnende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die damit verbundenen drohenden militärischen Auseinandersetzungen. Und während die Europäer auf Russland und die Ukraine schauen, bahnt sich am anderen Ende der Welt eine handfeste Auseinandersetzung zwischen China und Taiwan an. Die Volksrepublik erhebt Anspruch auf die Inselrepublik und untermauert dies mit der Ankündigung militärischer Handlungen.

Zwar will keine der beiden Seiten einen Krieg, dennoch werden die Finanzmärkte auf die Drohgebärden Chinas sensibel reagieren. Grundsätzlich bleibt bei geopolitischen Krisen das Motto „dass diese kurze Beine haben“ und somit schnell von den Märkten kompensiert werden können. Kurzfristig jedoch muss man sich auf eine erhebliche Korrekturgefahr einstellen.

Die Inflation beeinflusst Kapitalmärkte stark

Die Inflation steigt an und setzt die Notenbanken unter Druck. Bisher haben die Notenbanken das Thema Inflation vor sich hergeschoben und auf temporäre coronabedingte Einmaleffekte geschoben. Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass es Treiber der Preissteigerungen gibt, die längerfristig für eine höhere Inflationsrate sorgen könnten.

Dazu zählen steigende Kosten, bedingt durch das Erreichen der Klimaziele sowie allen voran die Lieferkettenengpässe. Die Instrumente, Inflation zu bekämpfen, liegen in Zinssteigerungen und Anleihenkäufe zu reduzieren. Davor haben die Marktteilnehmer Angst, da dies das zarte Pflänzchen Wachstum gefährden würde.

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Chinas neues Wirtschaftsmodell

In China hat die Regierung einen neuen Kurs eingeschlagen, der das Wachstum zukünftig auch auf den Mittelstand verteilen soll. Peking wird wohl beginnen, Schulden abzubauen und das soziale Ungleichgewicht auszugleichen. Kurzfristig wird dieses Vorgehen die Kapitalmärkte belasten, gleichwohl langfristig dieses Vorgehen für breitverteiltes, großes Wachstum sorgen sollte.

Bewältigung Klimakrise

Die weltweit gesetzten Klimaziele zu erreichen, bedarf verstärktes Handeln. Investoren sind auf der Suche nach neuen Lösungen und Technologien, was ggf. nicht immer im Einklang mit den Plänen der Regierungen steht. Das Konsumverhalten als auch das Investorenverhalten und der Umgang der Unternehmen mit dem Klimawandel wird die Märkte zunehmend beeinflussen und zu Verschiebungen führen.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren und Risiken wird uns in den kommenden Monaten beschäftigen. Es wird Korrekturen geben, wie wir sie auch aktuell sehen, es wird aber auch Chancen geben, Aktien von guten Unternehmen wieder günstiger kaufen zu können. Denn mittel- bis langfristig erwarten wir solide Aktienmärkte.

Über die Autorin: Petra Ahrens

Petra Ahrens ist Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln

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