Diese Rohstoff-Investments verhelfen Autos, umweltfreundlicher zu sein

Rohstoff-Anlagen gelten oft als schmutzig. Doch bei Platon und Palladium ist das anders. Dazu hat sich gerade Palladium fabelhaft entwickelt.

Global entstammen laut Climate Analysis Indicators Tool (World Resources Institute, 2017) etwa 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen dem Transportsektor. Obwohl die Treibstoffeffizienz von Automobilen in den vergangenen Jahrzehnten verbessert werden konnte, steigen die globalen Emissionen des Transportsektors aufgrund der weltweiten Verbreitung von Autos immer weiter. Vorrichtungen zur Emissionsminderung können jedoch helfen, Kfz-Emissionen zu senken. Autokatalysatoren sind dabei eine wichtige Technologie. Nachfolgend legt Nitesh Shah, Director, Research, WisdomTree, seine Sicht dar:

Rohstoff: Platin und Palladium in Autokatalysatoren

Ein Autokatalysator ist eine Vorrichtung in Automobilen mit Verbrennungsmotoren, die Schadstoffe in umweltfreundlichere Gase umwandelt. Metalle der Platingruppe (PGM) umfassen Platin, Palladium und Rhodium. Sie sind wichtige Stoffe in den Autokatalysatoren, die die chemische Umwandlung herbeiführen. Autokatalysatoren wurden erstmals Mitte der 1970er Jahre eingeführt und werden heutzutage in fast allen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren eingesetzt (einschließlich Hybridfahrzeugen).  Darüber hinaus verwenden Fahrzeuge mit Brennstoffzellen ebenfalls Platin (nicht Palladium oder Rhodium) als Hauptkatalysator in den Reaktionen zur Erzeugung von Strom und Wasser aus Wasserstoff.

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Wie wichtig sind Autokatalysatoren für die PGM-Nachfrage? 

2019 machten Kraftfahrzeuge 34 Prozent der Platin- und 84 Prozent der Palladiumnachfrage aus. Die Automobilbranche ist also der entscheidende Treiber für sowohl Platin als auch Palladium.

Fahrzeugabsätze und Vorschriften

Strengere Emissionsvorschriften erhöhen im Allgemeinen die Nachfrage nach Metallen der Platingruppe. Die Nachfrage nach Metallen der Platingruppe variiert ebenfalls abhängig vom Kfz-Absatzvolumen. Historisch gesehen hatten Emissionsvorschriften stets einen größeren Einfluss auf die Nachfrage. Berechnungen des World Platinum Investment Council zufolge stieg der weltweite Kfz-Absatz zwischen 1990 und 2019 um das 1,6-Fache, während die kombinierte Nachfrage nach Platin, Palladium und Rhodium in Autos um das 6,2-Fache anstieg. Die Tatsache, dass die Nachfrage nach Metallen der Platingruppe schneller stieg als die Absatzzahlen zeigt uns, dass eine höhere Beladung der Hauptmotor für das Nachfragewachstum ist. Emissionsvorschriften werden weltweit für sowohl private wie gewerbliche Kraftfahrzeuge strenger.

Benzin und Diesel

Heute gibt es eine höhere Palladiummenge in Benzin-Autokatalysatoren und eine höhere Platinmenge in Diesel-Autokatalysatoren. Beide Autokatalysatoren enthalten die Metalle jedoch in einer  gewissen Menge  Die katalytische Effizienz jedes Metalls wird durch Motortemperatur, Brennstofftyp, Brennstoffqualität und Haltbarkeit der Autokatalysatorbeschichtung beeinflusst. Dieselmotoren arbeiten mit niedrigeren Temperaturen als Benzinmotoren und mit einem dünneren Gasstrom, der viel Sauerstoff enthält. Unter diesen Bedingungen ist Platin ein aktiverer Katalysator für die Umwandlung von Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffen (HC) in harmlose Emissionen. Die Zugabe von Palladium zum Platinkatalysator kann seine thermische Stabilität jedoch steigern. Dies ist ein Vorteil bei der Reduzierung von ausgestoßenem Dieselfeinstaub. Bei diesem Prozess wird der Feinstaub in einem Filter zurückgehalten und die Temperatur des Systems wird erhöht, um das Material zu CO2 zu oxidieren. Bei diesen höheren Temperaturen verbessert Palladium die thermische Widerstandsfähigkeit des Katalysatoren und unterstützt einen optimalen Betrieb für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs.

Dieselautos werden unbeliebter

Europa ist der weltweit größte Markt für Diesel-Pkws. In den restlichen Teilen der Welt sind vorrangig Benzinautos im Einsatz. Doch selbst in Europa werden Dieselautos immer unbeliebter – aufgrund von „Dieselgate“ und strengeren Feinstaubvorschriften. Hier schneiden Dieselautos im Vergleich schlechter ab als Benzinautos.

Platin- im Vergleich zum Palladiumpreis

2010 wurde Platin zum fast dreifachen Preis von Palladium gehandelt. „Dieselgate“ hat die Nachfrage von Palladium relativ zu Platin weiter gesteigert. Heute wird Platin zum halben Preis von  Palladium gehandelt. Die steigende Nachfrage und das knapper werdende Angebot von Palladium haben den Kurs in die Höhe getrieben.

Ist der Austausch von Platin mit Palladium wirtschaftlich sinnvoll?

Angesichts eines derartigen Rohstoff-Preisunterschieds zwischen Platin und Palladium stellt sich die Frage, ob Platin durch Palladium ersetzt werden kann. Branchenexperten wie Johnson Matthey glauben, dass es dafür einen gewissen Spielraum gibt. Nicht notwendigerweise bei Benzinautos, sondern eher beim Austausch von Platin in Dieselautos mit höherer Platinbeladung. Automobilhersteller halten ihre Technologien jedoch gern geheim, sodass eine Einschätzung über den möglichen Umfang schwierig ist. Darüber hinaus gibt es Gerüchte, dass Automobilhersteller ihre begehrten Ingenieure zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen verwenden und diese Ressourcen nur ungern für PGM-Ersetzungsprojekte einsetzen möchten.

Lkw-Branche

Während weltweit mehr Pkws Benzin als Diesel nutzen, kommt bei Lkws Diesel häufiger zum Einsatz. Auch hier werden die Emissionsvorschriften strenger. In Indien hat die Regierung dabei die Vorschriften für das Jahr 2020 grob an die europäischen Normen angepasst. China wird zwischen 2021 und 2023 ähnliche Normen umsetzen. Das wird die Platinnachfrage mit hoher Wahrscheinlichkeit steigern.

Kfz-Absätze in der Covid-19-Ära

Die Covid-19-Pandemie hat zu stark sinkenden Absatzzahlen bei Pkws geführt. Angesichts der gelockerten Lockdowns steigt die Nachfrage jedoch nun in China, Europa und in den USA wieder stark. China und die USA sind hauptsächlich Benzinmärkte. Der ansteigende Absatz treibt so vor allem den Palladiumkurs an. Die sich erholenden Absätze in Europa dürften auch Platin zu einem Kurssprung verhelfen.

Die Angebotskonzentration

Das Platin- und Palladiumangebot ist hochkonzentriert. Südafrika stellt fast 70 Prozent des weltweiten Platinangebots, während Südafrika und Russland gemeinsam etwa 70 Prozent des weltweiten Palladiumangebots liefern. Während bei Platin dieses Jahr von einem leichten Angebotsüberschuss ausgegangen wird, befindet sich Palladium weiterhin in einem akuten Angebotsdefizit, wobei die Nachfrage weiter steigt, während das Angebot relativ stabil bleibt.

Fazit: Sowohl Platin als auch Palladium sind wichtige Materialien zur Emissionsminderung in Automobilen. Platin, das vor allem in Diesel-Pkws zum Einsatz kommt, ist in den vergangenen Jahren unbeliebter geworden. Angesichts strengerer Vorschriften für gewerbliche Fahrzeuge gehen wir jedoch von einer steigenden Nachfrage aus. Die Nachfrage nach Palladium steigt weiter und es besteht ein Angebotsdefizit, bei dem wir noch für viele Jahre gute fundamentale Zahlen prognostizieren.

Übrigens: Palladium hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, wie der nachfolgende Chart zeigt.