19. August 2022
Digitale Vermögensverwaltung: Diese Vorteile von Robo-Advisors solltest du kennen

Digitale Vermögensverwaltung: Diese Vorteile von Robo-Advisors solltest du kennen

Die digitale Vermögensverwaltung wird immer beliebter. Doch was hat es mit den sogenannten Robo-Advisors auf sich? Ich erkläre dir die wesentlichen Aspekte dieser modernen Form der Geldanlage – und warum immer mehr Anleger auf sie setzen.

Zugegeben: So ganz neu sind Robo-Advisors, also digitale Vermögensverwalter, nicht. Die ersten digitalen Vermögensverwalter nahmen 2008 in den USA ihren Betrieb auf. Über Großbritannien kam der Trend nach Deutschland. Vor allem die Pioniere im Bereich der digitalen Vermögensverwaltung lassen sich unter dem Begriff der Robo-Advisors bzw. Robo-Berater bündeln. Diese Vorkämpfer im Bereich der Online-Vermögensverwaltung bieten Kunden in der Regel vorgefertigte, statische Musterlösungen auf Basis von ETFs an.

Mit Hilfe von Fragebögen, die sich online ausfüllen lassen, werden Kunden unterstützt, die für sie geeignete Lösung auszuwählen. Die jeweiligen Portfolios kommen in der Regel in unterschiedlichen Risikoausprägungen daher und werden vom Anbieter in regelmäßigen Abständen an die ursprünglich festgelegte Gewichtung angepasst (Rebalancing).

Für jeden Anlegertyp etwas dabei

Die Pioniere sind mit ihren statischen ETF-Portfolios rechtlich gesehen eher Finanzanlagenvermittler. Seit einigen Jahren gibt es auch Anbieter, die, wie klassische Vermögensverwalter, bestehende Kundendepots umschichten können, um diese den Marktbedingungen anzupassen. Bedeutendste Beispiele für diese neue Gattung der digitalen Vermögensverwalter sind Scalable Capital * oder auch Liqid *, das auf die Expertise von HQ Trust, dem Familiy Office der Familie Quandt, setzt. Anders als bei den Robo-Advisors der ersten Stunde funktioniert die Vermögensverwaltung bei Anbietern der zweiten Generation deutlich individueller.

Bei Scalable Capital können Kundinnen und  Kunden beispielsweise ihr Risikoprofil vorgeben. Je nachdem, wie stark die Schwankungen sind, die ein Kunde dem eigenen Portfolio bei Scalable Capital zugesteht, unterscheiden sich auch die genutzten Anlageinstrumente und das jeweilige Risikomanagement.

Scalable Capital nutzt dazu unter anderem die Kennzahl Value-at-Risk. Doch so viel Individualität hat auch ihren Preis: Im Vergleich zu den Musterdepots der frühen Anbieter rangieren digitale Vermögensverwalter im oberen Bereich der für die Online-Vermögensverwaltung üblichen Gebührenspanne bis zu einem Prozent jährlich.

Während reine Robo-Advisors eher auf Selbstentscheider abzielen und diesen ein gleichbleibendes und diversifiziertes Portfolio zu günstigen Konditionen bieten, kommen digitale Vermögensverwalter klassischen Vermögensverwaltern näher, die ihren Kundinnen und  Kunden neben einem diversifizierten Investment auch Kapitalerhalt in Krisenzeiten sowie Outperformance in Hausse-Phasen versprechen. Eines haben alle digitalen Vermögensverwalter gemeinsam: Gegenüber aktiven Investmentfonds bieten die Pioniere Kostenvorteile und sind zudem bereits ab geringen Anlagebeträgen investierbar.

Vieles spricht für Robo-Advisors

Geldanlage betreiben viele Menschen eher aus dem Bauch heraus. Steigt die ausgewählte Aktie, war es eigenes Können. Fällt sie, wird das gerne unter den Teppich gekehrt. Daneben werfen viele Privatanleger bei fallenden Kursen, wie wir sie derzeit häufig sehen, schnell die Flinte ins Korn. Das ist langfristig aber ein Fehler. Ein klares Konzept zu haben, das solche Fehler verhindert, ist beim Vermögensaufbau schon mehr als die halbe Miete.

Wenn du dich dafür entscheidest, eine digitale Vermögensverwaltung als eine Art Basisinvestment in dein Anlagekonzept einzubauen, hat das zahlreiche Vorteile. Ein digitaler Vermögensverwalter verfolgt eine Strategie, die genau zu deinem Risikoprofil passt. Während viele Selbstentscheider hin und wieder ein zu großes Risiko eingehen und nach Enttäuschungen am Kapitalmarkt oftmals zu risikoscheu agieren, zieht ein Robo-Advisor seine Strategie konsequent durch.

Hinzu kommt, dass jede der in Deutschland verfügbaren Lösungen bereits ab kleinen Anlagebeträgen eine relativ große Streuung mit sich bringt. Das heißt, wer auf digitale Vermögensverwalter baut, ist nicht länger nur von einzelnen Unternehmen oder auch dem Dax abhängig. Professionelle Diversifikation bedeutet, sowohl Aktien als auch Anleihen aus verschiedenen Gattungen und Regionen in ein Portfolio zu packen und dessen Entwicklung kontinuierlich zu überprüfen.

Tipp: Hier findest du unseren großen Vergleich der Angebote aller wichtigen Robo-Advisors in Deutschland.

Entspannt investieren

Mit der soliden Basis eines digitalen Vermögensverwalters kannst du ganz entspannt weitere Pläne verfolgen. Viele Kundinnen und Kunden belassen es bei der Leistung des Anbieters und legen darüber hinaus nicht weiter am Kapitalmarkt an. Andere Investoren suchen sich für Selbstentscheider-Investments ganz bewusst spezielle Themen aus und setzen eine sogenannte Core-Satellite-Strategie um.

Während die Leistung des Online-Vermögensverwalters den Kern und auch den größten Teil der Finanzplanung ausmacht, können ausgewählte Satelliten-Investments für den nötigen Schwung sorgen. Wer seinem Satelliten-Investment beispielsweise nur zehn Prozent des Gesamtvermögens einräumt, vermeidet unnötige Risiken.

Auch für unerfahrene Anleger

Aber vielleicht gehörst du auch überhaupt nicht zu den Selbstentscheidern, die im Dickicht der Anlagechancen ab und an über das Ziel hinausschießen. Noch immer sparen viele Deutsche fast ausschließlich am Geldmarkt. Wer Alternativen zu heute renditearmen Anlagen sucht, ohne sich mit dem Kapitalmarkt auseinandersetzen zu wollen, kann digitale Vermögensverwalter die Arbeit machen lassen. So gelingt es, auch ohne täglich die Kurse überprüfen oder gar aktiv handeln zu müssen, langfristig und kostengünstig das eigene Ersparte zu mehren.

Da Online-Vermögensverwalter anders als viele vermögensverwaltende Fonds sehr transparent agieren, wissen Anlegerinnen und Anleger immer ganz genau, wie es um ihre Finanzen steht. Auch neue Sparziele, der Abzug von Kapital oder Neuinvestments funktionieren in der Regel kostengünstig mit wenigen Klicks. Insofern lösen die Anbieter, die zum Teil mit dem Versprechen werben, die Geldanlage zu demokratisieren, dieses Versprechen auch durchaus ein. Die Einstiegshürden jedenfalls waren niemals niedriger.