Eigenes Haus: So erfüllen Eltern ihren Kindern den Traum mit ETFs

Wer frühzeitig für seine Kinder in ETFs investiert, kann diesen sogar den Traum vom eigenen Haus ermöglichen. Und so geht es.

Ein Kind ist ein Lebenstraum vieler Paare. Spätestens ab der Geburt dreht sich alles um den Nachwuchs, auch wenn es um das Thema Finanzen geht. Je älter die Kinder werden, desto teurer werden sie. Die Kinder sollen eine gute Ausbildung bekommen, ihr Leben genießen und finanziell unabhängig sein – und genau dazu gehört oftmals auch eine Immobilie, das selbst genutzte Haus. 

Ob das Studium mit 18, die Weltreise mit 25 oder den Kauf vom eigenen Haus mit 30 – nur wenige junge Menschen können diese Wünsche ohne finanzielle Unterstützung der Eltern, Großeltern oder Paten realisieren. Wer früh die Weichen stellt, kann für seine Kinder viel erreichen. Weltsparen hat analysiert, wie viel Geld Eltern für die finanzielle Sorglosigkeit ihrer Kinder monatlich sparen müssten und hat dabei das traditionelle Sparbuch auf die Probe gestellt. Klappern wir nun die einzelnen Ziele ab!

Studium: So reichen 100 Euro im Monat in ETFs für das Bachelorstudium

Ein Studium ermöglicht in der Regel bessere Karrierechancen und höhere Verdienstmöglichkeiten. Gleichzeitig ist es mit hohen Kosten verbunden. Während des Studiums benötigt das Kind mindestens 861 Euro im Monat, zumindest wenn der aktuelle Bafög-Höchstsatz ab dem Wintersemester 2020 für Studenten als Orientierungsgröße dient. Von diesem Betrag müssen Studierende Studiengebühren, Miete, Essen, Kleidung und Sonstiges bezahlen.

Bei sechs Semestern für ein Bachelorstudium ergibt sich derzeit ein nötiges Budget von 31.000 Euro. Viele Jugendliche beginnen ihr Studium direkt nach der Schulzeit. Das bedeutet, Eltern haben rund 18 Jahre Zeit, das nötige Geld zusammenzusparen, um das Studium des Kindes selbst zu finanzieren.

Setzen Eltern auf das traditionelle Sparbuch, müssten sie ab der Geburt ihres Kindes monatlich 144 Euro für das Bachelorstudium beiseitelegen. Das ergibt bei 18 Jahren das nötige Kapital von 31.000 Euro. Wird das Geld stattdessen beispielsweise in einen ETF-Sparplan eingezahlt, sind bei einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent im Jahr dagegen nur 94 Euro im Monat für den Bachelorabschluss nötig.

Mit weniger als 100 Euro monatlich könnten Eltern ihrem Kind zum 18. Geburtstag damit das Studium ermöglichen. Statt 31.000 müssen damit nur rund 20.300 Euro selbst angespart werden. Mit der langfristigen Geldanlage und dem besseren Zinseszinseffekt erzielen Eltern eine mögliche Ersparnis von über 10.000 Euro gegenüber dem traditionellen Sparbuch. 

Sparzeit ab GeburtWunschBenötigtes BudgetMonatliche Sparrate: SparbuchMonatliche Sparrate: ETF-SparplanErsparnis ETFs vs. Sparbuch insgesamt
18 JahreBachelorstudium31.000 Euro144 Euro94 Euro10.700 Euro
Quelle: Raisin (Weltsparen)
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Auslandsjahr: So reichen 25 Euro im Monat in ETFs für das Auslandsjahr

Viele träumen mit Mitte 20 von einem Auslandsjahr. Ob Work-and-Travel, Sprachreise oder Sabbatical, ein Auslandsjahr ist eine einmalige Erfahrung, die sowohl die persönliche als auch berufliche Entwicklung positiv beeinflussen kann. Für ein einjähriges Auslandsjahr sollten rund 13.000 Euro eingeplant werden.

Wird das Geld auf ein Sparbuch eingezahlt, müssten Eltern ab der Geburt bis zum 25. Lebensjahr monatlich 43 Euro für das Auslandsjahr beiseitelegen. Wird das Geld stattdessen in einen ETF-Sparplan eingezahlt, müssen sie bei einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent jährlich dagegen nur 24 Euro sparen. Insgesamt müssten mit ETFs knapp 6.000 Euro über 25 Jahre weniger gespart werden.

Sparzeit ab GeburtWunschBenötigtes BudgetMonatliche Sparrate: SparbuchMonatliche Sparrate: ETF-SparplanErsparnis ETFs vs. Sparbuch insgesamt
25 JahreAuslandsjahr / Weltreise13.000 Euro43 Euro24 Euro5.800 Euro
Quelle: Raisin (Weltsparen)

Haus: So reichen 100 Euro im Monat für das Eigenkapital

Ab dem Alter von etwa 30 Jahren beginnen viele junge Menschen, sich langfristiger festzulegen und sesshaft zu werden. Viele spielen mit dem Gedanken, eine eigene Immobilie zu kaufen, anstatt den Großteil des Gehalts in die Miete zu stecken. Eine bundesweite Erhebung von Immobilienscout24 aus dem Jahr 2018 zeigt, dass die meisten Käufer nach einem Haus – einem Einfamilienhaus um genau zu sein – zwischen 200.000 und 400.000 Euro suchen. Dabei veranschlagte der Großteil der Befragten ein Eigenkapital von 20 Prozent.

Bei einer Immobilie für rund 400.000 Euro müssten also 80.000 Euro angespart werden. Legen Eltern ab der Geburt des Kindes 107 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan für das Eigenheim des Nachwuchses an, könnten sie ihrem Kind zum 30. Geburtstag vermutlich das Startkapital für das Haus schenken. Wird das Geld dagegen auf ein Sparbuch gelegt, müsste mehr als die doppelte Summe monatlich für das Haus gespart werden.

Sparzeit ab GeburtWunschBenötigtes BudgetMonatliche Sparrate: SparbuchMonatliche Sparrate: ETF-SparplanErsparnis ETFs vs. Sparbuch insgesamt
30 JahreHauskauf 20 % Eigenkapital80.000 Euro222 Euro107 Euro41.500 Euro
Quelle: Raisin (Weltsparen)

Rente: So reichen 33 Euro im Monat für die private Altersvorsorge des Kindes

Schon lange wissen wir, die gesetzliche Rente wird nicht genügen, um den aktuellen Lebensstandard halten zu können. Die daraus entstehende Lücke wird als Rentenlücke bezeichnet. Würden Eltern ab der Geburt ihres Kindes 33 Euro im Monat in einen ETF-Sparplan einzahlen und das Kind würde diesen Sparplan bis zum 67. Lebensjahr weiter mit derselben Summe monatlich besparen, ließe sich die Lücke bei einem Renteneintrittsalter mit 67 voraussichtlich bereits schließen. Bei einem traditionellen Sparbuch dagegen müssten über 200 Euro monatlich und damit das Sechsfache angespart werden.

Sparzeit ab GeburtWunschBenötigtes BudgetMonatliche Sparrate: SparbuchMonatliche Sparrate: ETF-SparplanErsparnis ETFs vs. Sparbuch insgesamt
67 JahrePrivate Altersvorsorge165.000 Euro***205 Euro33 Euro138.500 Euro
Quelle: Raisin (Weltsparen)

Methodologie: Bei den Berechnungen der monatlichen Sparrate bei ETFs wird von einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent und Kosten von 0,48 Prozent pro Jahr ausgegangen. Die Ausgangsbasis der voraussichtlichen Kosten berücksichtigt den aktuellen Status-quo als Grundlage, Auswirkungen durch Preisentwicklungen und Inflation wurden zur vereinfachten Berechnung nicht aufgenommen. Bei dem Sparbuch wurde davon ausgegangen, dass keine Rendite erzielt werden kann. Die Daten wurden am 7. September 2020 erhoben.

Steuern: Sparen im eigenen Namen oder Konto auf den Namen des Kindes eröffnen?

  • Generell steht es Eltern frei, auf einem Konto in ihrem Namen oder auf einem Konto im Namen des Kindes zu sparen. Aus steuerlicher Sicht kann es aber sinnvoller sein, ein Konto auf den Namen des Kindes zu eröffnen. Denn dann winken hohe Steuerersparnisse. 

Wer sich dazu entschließt, für sein Kind zu sparen, steht vor einer organisatorischen Frage. Eröffnet man ein eigenes Konto für sein Kind oder lässt man das Konto auf den eigenen Namen laufen? 

Aus steuerlicher Sicht kann ein Konto auf den Namen des Kindes besser sein. Denn dann gehört dem Kind das Geld auch rechtlich und die Eltern sind nur bevollmächtigt, das Konto zu verwalten. Bei dieser Variante bleiben später ausbezahlte Erträge bis knapp über 10.000 Euro für das Kind steuerfrei. Die Summe setzt sich zusammen aus …

  • einem Grundfreibetrag auf die Einkommensteuer von 9.408 Euro (2020), 
  • einem Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro sowie 
  • einem Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Rahmen eines eventuell vorhandenen Freistellungsauftrags. 

Diese steuerfreien Summen bedeuten, dass sich das Kind später diese auszahlen lassen kann, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Hinsichtlich der exakten Summe ist natürlich die steuerliche Situation in dem Jahr zu beachten, in dem sich das Kind das Geld auszahlen lässt.

Was ist, wenn Eltern unter ihrem eigenen Namen für Kinder sparen? 

Nutzen Eltern das eigene Konto zum Sparen, gehört das Geld rein rechtlich ihnen. Die oberhalb erwähnten Freibeträge für das Kind können sie dann nicht in Anspruch nehmen. Erzielen Sie also auf Ihren Konten entsprechende Gewinne oder Renditen, dann müssen Sie diese im Rahmen Ihrer steuerlichen Situation versteuern. So kann es sein, dass Sie einen erheblichen Teil des Guthabens an den Staat entrichten müssen. Auch ein eventuell bestehender Freistellungsauftrag kann durch andere Geldanlagen bereits ausgeschöpft sein.

Fazit: Das Sparen für Kinder ist ein Thema, das viele Eltern umhertreibt. Schließlich möchten sie, dass es dem Nachwuchs später auch in finanzieller Hinsicht gut geht und genug Geld vorhanden ist, zum Beispiel für ein Haus. Deshalb überlegen viele Eltern schon früh, welche Geldanlage die passende für ihre Kinder ist und wie sie eine möglichst hohe, aber auch sichere Rendite erzielen. 
Die klassischen Sparformen wie Tagesgeld, Festgeld oder auch spezielle Kindersparbücher eignen sich auf der sicheren Seite, bieten aber unter Umständen keine so hohen Gewinne. Investitionen in ETFs oder Sparpläne mit aktiven Fonds stellen höhere Renditen in Aussicht, sind aber auch mit Verlustrisiken behaftet. Für welche Sparform Sie sich aber auch entscheiden: Je früher Sie mit dem Sparen fürs Kind starten, desto besser.

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