Eine Billion Euro in ETFs – darum geht der ETF-Boom jetzt erst los!

Es ist ein neuer Rekord: Der europäische Markt für börsengehandelte Indexfonds ist jetzt eine Billion Euro groß. Doch der ETF-Boom hat damit erst begonnen. Die Hintergründe! 

Der ETF-Boom hat einen weiteren Rekordstand erreicht: ETFs haben laut dem Datenanbieter Refinitiv die Marke von einer Billion Euro in Europa geknackt. Im vergangenen Jahr profitierte der Markt von steigenden Aktienkursen und Käufen von netto 91 Milliarden Euro. Laut Zahlen von Blackrock läuft das weltweite Neugeschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und anderen börsengehandelten Produkten (ETPs) auch im aktuellen Jahr weiter schwungvoll.

Die globalen Nettomittelzuflüsse im Januar 2021 beliefen sich auf 85,5 Milliarden Dollar (Dezember 2020: 84 Milliarden Dollar). „Der Großteil davon entfiel auf Aktien-ETPs, 21,2 Milliarden Dollar auf Anleihenprodukte und 3,1 Milliarden Dollar auf Rohstoffe“, meldete Blackrock. 

Anleger rechnen offenbar mit Inflation

Im Aktienbereich waren vor allem breite Marktzugänge gefragt. In entsprechende ETFs auf Märkte der Industrie- und Schwellenländer steckten Anleger 36,3 Milliarden Dollar frisches Kapital. Themen- und Branchen-ETFs wie Finanzen, Technologie, Energie und Grundstoffe blieben im Januar heiß begehrt.

Auch im Anleihenbereich waren vor allem Produkte auf den breiten Markt gesucht. Zudem hielt das Interesse an inflationsgeschützten Papieren an. Entsprechende ETPs verbuchten 4,2 Milliarden Dollar frisches Kapital und verfehlten damit nur knapp den bisherigen Rekord aus dem Juni 2020 in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar. Diese Nachfrage steht in Zusammenhang mit höheren mittelfristigen Inflationserwartungen. 

Die Gründe für den anhaltenden ETF-Boom sind vielfältig. Zum einen erkennen Anleger und Anlegerinnen verstärkt die Vorteile der Produkte. Insbesondere im Vergleich zu aktiven Fonds sind ETFs sehr kostengünstig. Die durch die Neo-Broker tendenziell sinkenden Kosten für Depotgebühren sowie Wertpapiertransaktionen dürften dem ETF-Markt zusätzlichen Rückenwind bescheren.

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Sinkende Kosten sowie ESG befeuern ETF-Boom

Gerade erst verkündete die ING *, ab April alle ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren anzubieten. Zusammen mit ihrem kostenlosen Wertpapierdepot und der Möglichkeit, bereits ab einem Euro Sparrate in Wertpapiersparpläne zu investieren, schafft die Bank ein im deutschen Markt einmaliges Angebot. Zuvor haben vor allem die Angebote von Neo-Brokern wie Trade Republic * oder Scalable Broker für Preiswettbewerb unter den Anbietern gesorgt. 

Ein weiteres großes Thema in der Finanzbranche beschert dem ETF-Geschäft ebenfalls einen Schub: der Trend zum nachhaltigen Investieren. Laut Refinitiv flossen 2020 etwa 46 Milliarden Euro in nachhaltige Aktien-ETFs. Die Zuflüsse erreichten nach Daten von Blackrock im Januar dieses Jahres mit 17 Milliarden Dollar gar einen neuen Monatsrekord. Damit belief sich das verwaltete Vermögen in nachhaltigen ETFs Ende Januar auf 187 Milliarden Dollar. 

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Jährliches Volumen dürfte sich verdreifachen

Die Chancen stehen gut, dass der ETF-Boom weiter anhält. Allein im vergangenen Jahr sind 700.000 neue ETF-Sparpläne in Deutschland abgeschlossen worden. Doch nicht nur  die Anzahl der ETF-Sparpläne steigt rasant, sondern auch die durchschnittliche Sparplanrate sowie die Einmalzahlungen in ETFs. „Wir erwarten, dass im Jahr 2025 jährlich etwa 15,7 Milliarden Euro in ETFs fließen“, sagt Markus Jordan, Gründer und CEO von extraETF. Damit würde sich das erwartete Volumen im Vergleich zum aktuellen Jahr mehr verdreifachen.