Equal Weight ETFs – sind sie wirklich besser als klassische ETFs?

Aktien-ETFs gewichten ihre enthaltenen Werte in der Regel nach dem jeweiligen Börsenwert. Doch es gibt mittlerweile auch immer mehr Equal Weight ETFs. Was das Konzept bewirken soll. 

Equal Weight ETFs machen ihrem Namen alle Ehre. Anders als herkömmliche ETFs achtet ein Equal Weight ETF nicht auf die Marktkapitalisierung oder Rendite der enthaltenen Aktien, sondern gewichtet jede Aktie im Index gleich. Somit können Sie für eine Balance in Ihrem Depot sorgen. Man sollte meinen, dass man bei einem S&P 500 ETF mit den 500 größten an US-amerikanischen Börsen gehandelten Unternehmen breit gestreut sein dürfte. Doch merken wir bei genauerer Betrachtung, dass der Schein trügt.

Die Gewichtung innerhalb eines normalen ETFs wird meist anhand der Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen vorgenommen. Demnach ist ein Unternehmen, das eine hohe Marktkapitalisierung bereithält, höher gewichtet als Unternehmen mit einer geringeren Marktkapitalisierung. Die voranschreitende Digitalisierung hat dazu geführt, dass die Aktienkurse der Unternehmen, die in der Informationstechnologie beheimatet sind, stark angestiegen sind.

So haben die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet (vormals Google) jeweils eine Marktkapitalisierung von über 1,5 Billionen US-Dollar. Dementsprechend hoch sind die Unternehmen in einem ETF gewichtet. Nimmt man die Top 5 Unternehmen des S&P 500 kommt man bereits auf eine Gewichtung von über 20 Prozenth des gesamten Indizes. Eine breite Streuung sieht jedoch anders aus.

Die ausgleichende Wirkung von Equal Weight ETFs

Equal Weight ETFs ziehen nicht die Marktkapitalisierung für die einzelnen Gewichtungen der enthaltenen Unternehmen heran. Vielmehr macht man es sich einfacher und gewichtet jedes enthaltene Unternehmen im Index gleich.

Somit wird das Klumpenrisiko, das durch eine Zusammensetzung anhand der Marktkapitalisierung hervor beschworen wird, schlicht umgangen. Jedes Unternehmen hat denselben Stellenwert für die Entwicklung des ETFs.

Daher hat jede Position einen durchschnittlichen Wert von 0,2 Prozent. Durch einzelne Renditeschwankungen können Unternehmen jedoch zwischen den Rebalancing-Tagen eine etwas höhere Gewichtung erlangen.

Bleiben wir bei dem Beispiel des S&P 500 ETF, so haben die Top 5 Unternehmen des Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF (WKN: A1106A) lediglich eine Gewichtung von 1,28 Prozent. Hierdurch gelangt man wieder zu einer deutlich breiteren Streuung.

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Der Renditevergleich

Doch bringt eine breitere Streuung auch automatisch eine höhere Rendite oder ist auf die großen Technologieunternehmen weiterhin Verlass?

Betrachtet man den Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF (WKN: A1106A) und vergleicht ihn mit einem normalen S&P 500 ETF, sieht man einen deutlichen Renditeunterschied in der Vergangenheit. Der Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF hat in den letzten 5 Jahren eine Gesamtrendite von ca. 85 Prozent erwirtschaftet, wohingegen der normale S&P 500 bei ca. 106 Prozent liegt.

Doch woran liegt dieser Renditeunterschied? Wie bereits erwähnt hat gerade der Informationstechnologiesektor und somit vor allem die Top 5 Unternehmen in den letzten Jahren stärker als andere Branchen performt. 25 Prozent der Gesamtgewichtung nimmt folgerichtig der Informationstechnologiesektor in einem normalen S&P 500 ETF ein, wohingegen es nur 15 Prozent bei dem Equal Weight ETF sind.

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Fazit

Wie sollten Sie nun vorgehen? Es hat Vorteile, dass die Gewichtung eines Index anhand der Marktkapitalisierung vorgegeben wird. So hat man zumeist die starken Unternehmen höher in seinem ETF gewichtet. Gerade bei großen ETFs sehe ich hier die Gewichtung anhand der Marktkapitalisierung als vorteilhafter an.

Doch erscheint es mir bei innovativen Branchen-ETFs als sehr interessant eine Equal Weight Variante zu wählen. Bei solchen ETFs gibt es oft noch nicht die Big Player und es muss sich noch herauskristallisieren, wer der Marktführer werden wird.

So könnte ein HANetf HAN-GINS Tech Megatrend Equal Weight UCITS ETF (WKN: A2JR0J) ein sehr interessantes Investment sein, da hier viele verschiedene Ansätze herangezogen werden, bei denen noch nicht klar ist, welche Technologie „the next big thing“ wird.

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