Von Katja Brauchle24. März 2022
Öl und Gas: Deshalb würde ich niemals in diese Branchen investieren

Erdöl: Deshalb würde ich niemals in diese Branche investieren

Der Ukrainekrieg hat für einen rasanten Preisanstieg bei Öl und Gas gesorgt – und auch für einen Run auf die entsprechenden Aktien. Warum ich mich an diesem Rennen nicht beteiligt habe.

Die Ölpreise sind so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr – und ein Ende des Anstiegs scheint aktuell nicht in Sicht. Hinzu kommt die Sorge vor einer weiteren Verknappung von Öl und Gas aus Russland. Verständlich, dass Anlegerinnen und Anleger in die Branchen investiert haben, in der Hoffnung, immerhin auf diese Weise von der Situation zu profitieren. Für mich kommt das jedoch auch weiterhin nicht in Frage.

Eine Frage des Gewissens

Der nächste Winter wird kalt – eine Aussage, die wir in den vergangenen Wochen des Öfteren gehört haben und über die auch ich mir durchaus Gedanken mache. Nun gehöre ich nicht zu den Menschen, die von Oktober bis April die Heizung auf Anschlag haben und bei meiner Nebenkostenabrechnung habe ich in diesem Jahr sogar mehrere hundert Euro zurückbekommen. Ich denke also, dass ich auch mit den höheren Energiepreisen klar komme.

Ich weiß aber, dass es viele Menschen gibt, denen es nicht so geht. Menschen, für die die Energiepreise bereits in den letzten Jahren ein Problem waren und die sich aktuell große Sorgen darüber machen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Denn die steigenden Energiekosten kommen zusätzlich zur Inflation und deren Folgen – das Leben wird teurer. Darunter leiden vor allem die, die ohnehin schon nicht viel Geld haben. Für mich persönlich würde es sich nicht gut anfühlen, mit einem Investment davon zu profitieren.  

Thema Nachhaltigkeit

Ich lebe nicht perfekt nachhaltig, aber ich tue mein Möglichstes. Denn ich finde es wichtig, dass wir wenigstens versuchen, die Welt für die nachfolgenden Generationen so lebenswert wie möglich zu erhalten. Deshalb ist auch meine Geldanlage zu großen Teilen nachhaltig. Es gibt inzwischen so viele Möglichkeiten, auch ohne offensichtlich schädliche Investments Geld anzulegen, dass Öl oder Gas für mich völlig außer Frage stehen, egal wie hoch die Gewinnchancen aktuell sein mögen. 

Erdöl etwa ist für uns so alltäglich, dass wir oft gar nicht wissen, wofür es alles genutzt wird – die Heizung und das Auto sind nur zwei Produkte. Um es ganz plakativ zu sagen: Wir tragen es am Körper, transportieren darin unsere Einkäufe, schmieren es uns auf die Haut. Für die Umwelt – und auch die Menschen – ist es eine absolute Katastrophe. Die Verarbeitung von Erdöl ist zu einem großen Teil verantwortlich für die Klimaerwärmung, die Bohrungen zerstören Lebensräume von Mensch und Tier. Und: Erdöl ist nicht unendlich. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es einfach keines mehr geben wird. Zwar kann es sich neu bilden, doch dafür müssen mehrere Millionen Jahre vergehen.

Tipp: Hier erfährst du alles, was du über das Investieren in Nachhaltigkeits-ETFs wissen musst.

Unsichere Branche

Nachhaltigkeit ist auch einer der Punkte, weshalb ich die Branche für unsicher halte. Gut möglich, dass die Preise noch lange steigen und Anlegerinnen und Anleger davon profitieren. Möglich aber auch, dass die Nachfrage schneller sinkt, als wir denken. So wurden etwa 2021 bereits doppelt so viele E-Autos verkauft, wie noch 2020. Die Nachfrage steigt weiter. Weltweit wird nach alternativen Möglichkeiten zur Energiegewinnung gesucht und diese Alternativen immer weiter verbessert. Hier liegt die Zukunft – auch bei der Geldanlage!

Und der Krieg in der Ukraine zeigt uns gerade deutlich, dass wir viel zu abhängig sind von russischem Öl und Gas. Die Nachfrage nach Alternativen steigt auch hier und egal ob es am Ende einen Stopp bei der Atomwende geben wird oder nachhaltige Energien stärker – und schneller – voran getrieben werden: Klar ist, dass wir weg von Öl und Gas müssen. Das funktioniert nicht von heute auf morgen und stellt uns nun vor große Herausforderungen. Doch für mich ist dennoch klar, dass ein Investment in diese Branchen nichts Gutes bewegen kann.

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