Von Redaktion17. Dezember 2021
Erhöhte Schwankungen zum Jahresende – sind das schon wieder Einstiegskurse?

Erhöhte Schwankungen zum Jahresende – sind das schon wieder Einstiegskurse?

Dax & Co. verlieren zum Jahresende an Fahrt und geben Gewinne ab. Sofort kommt die Frage auf, ob dies schon Einstiegskurse sind und wenn ja, in welche Aktien man nun für das Jahr 2022 investieren sollte.

Wir sehen keine Einstiegskurse, die sehen wir nie! Wir sehen aber auch nie Ausstiegskurse. Der Grund dafür ist, dass unsere primäre Arbeit nicht damit endet die Stände eines Indizes zu betrachten und aufgrund dessen Entscheidungen für unsere Kunden zu treffen. Vielmehr ist es unsere tägliche Arbeit, innerhalb der Indizes qualitativ hochwertige Unternehmen ausfindig zu machen und dafür einen angemessen Preis zu zahlen bzw. bei einem unangemessenen Preis zu verkaufen.

Sind jetzt Einstiegskurse da?

Die aktuellen Schwankungen nutzen wir, da sich interessante Opportunitäten ergeben. Auch die Frage, wann sich der Einstieg in die Aktienmärkte mittel- bis langfristig lohnt, ist keine direkte Frage des Timings, sondern vielmehr der Alternative.

Immer dann, wenn das Geld über einen längeren Zeitraum absehbar nicht benötigt wird und der Anleger mit Schwankungen leben kann. Sparbücher und Tagesgeldkonten bieten null Prozent und werden indirekt durch die Inflation besteuert, somit unterliegen sie einem negativen Erwartungswert.

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Anleihen von vertrauensvollen Schuldnern liefern mittel- bis langfristig ebenfalls keinen positiven Erwartungswert. Somit bleibt im Wertpapierbereich nur die Aktie als Alternative. Hier lohnt sich der Einstieg dann, wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens überzeugt, das Unternehmen nicht hoch verschuldet ist und positive und kalkulierbare Erträge erzielt. Zudem darf der Preis, den wir heute für das Unternehmen zahlen keine zu hohe Zukunftserwartung widerspiegeln, denn sonst erzielt selbst das beste Unternehmen keine positiven Renditen für den Anleger.

Aktien von Unternehmen mit hohen Bruttomargen, also positive Differenz zwischen Umsatzerlös und Waren-/Materialeinsatz, bieten in Krisensituationen hohe Stabilität. Die Bruttomarge zeigt die Preissetzungsmacht eines Unternehmens. In guten Zeiten erwirtschaften die meisten Unternehmen herausragende Renditen. Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich oftmals um Spekulationen mit einem schlechten Chancen-Risiko-Verhältnis handelt. Bleibt jedoch mal das Wachstum aus – wovon wir in den nächsten Monaten/Jahren sicherlich ausgehen können – so bieten Unternehmen mit hohen Bruttomargen eine stabilere Anlage als Spekulationen mit zyklischen Geschäftsmodellen.

 

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Über die Autorin: Petra Ahrens

Petra Ahrens, Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln.