Von Timo Baudzus19. Oktober 2021

Erster Bitcoin ETF in den USA geht jetzt an den Start – historischer Schritt!

An der New York Stock Exchange wird Geschichte geschrieben. Der erste Bitcoin ETF hat am Dienstag seinen Marktstart. Was hinter dem Produkt steckt – und warum dieser Schritt so wichtig ist!

Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich lange geziert, doch für viele Marktbeobachter stand schon lange fest, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Dienstag dieser Woche ist es nun passiert, der erste Bitcoin ETF ist an der New York Stock Exchange an den Start gegangen. Der börsengehandelte Fonds des Anbieters ProShares ist unter dem Ticker Bito handelbar.

Nachdem der erste öffentlich gehandelte Bitcoin ETF im Februar dieses Jahres in Kanada zugelassen wurde und binnen kürzester Zeit eine Milliarde Kanadische Dollar einsammelte, ziehen die USA nun nach. Das Besondere an dem US-Produkt ist: Es handelt sich um einen Bitcoin ETF, der auf sogenannten Futures basiert. Dies sind Termingeschäfte, die den künftigen Preis der Kryptowährung signalisieren und somit fast 1:1 mit dem Bitcoin-Kurs korrelieren. Vier weitere Anbieter ähnlicher Futures-ETFs stehen in den Startlöchern, unter anderem die ETF-Anbieter Invesco und VanEck.

Darum ist der Bitcoin ETF wichtig

Für deutsche Anleger hat der Launch des Krypto-ETPs auf den ersten Blick keinerlei konkrete Bewandnis. Denn: Der Bitcoin ETF ist in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen. Technisch könnte es zwar in der Theorie durchaus möglich sein, über manche Broker das Produkt zu erwerben, doch damit gingen massive steuerliche Nachteile einher. Insofern könnte man sagen: Eigentlich nichts passiert!

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So einfach ist es jedoch nicht. Vielmehr unterstreicht der Schritt die Entwicklung der Anlageklasse hinein in den Mainstream. Nicht umsonst erweitern Payment-Giganten wie Visa, Mastercard oder Paypal ihr Netzwerk um Kryptowährungen. Auch Bitcoin-Kursziele von 100.000 Dollar seitens seriöser Investoren wie Fidelity kommen nicht von ungefähr. Im Gegenteil, Krypto-Assets gehören für viele Profi-Investoren bereits ganz selbstverständlich als Beimischung ins Depot. Anlageexperte Jason Guthrie von WisdomTree beispielsweise ist überzeugt: „5 Prozent Kryptowährungen im Portfolio sind vollkommen normal.“

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Auswirkungen auf Deutschland

Hierzulande kann man zwar keinen Bitcoin ETF kaufen, jedoch sind etliche Krypto ETNs bereits handelbar. Der Hintergrund für den „Umweg“ über ETNs ist: ETFs dürfen in Europa aktuell nicht mit nur einem einzigen Bestandteil oder einem einzigen Asset wie beispielsweise Bitcoin als Basiswert aufgelegt werden.

Dennoch verbessert die Auflage des Bitcoin-Produkts in den USA auch die Chancen, dass sich dies künftig ändern könnte. Dies würde sicherlich zu einer erheblichen Preisreduktion führen. Denn aktuell sind Krypto ETNs im Vergleich zu klassischen ETFs mit bis zu 2 Prozent jährlichen Kosten relativ teuer.