ESG am ETF-Markt: Zentrale Rolle zur Bekämpfung des Klimawandels

Nachhaltige Investmentstrategien spielen eine immer größere Rolle, insbesondere am europäischen Markt für Exchange-Traded-Funds (ETFs). Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die europaweiten Zuflüsse in ETFs, welche die Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social & Governance; ESG) berücksichtigen, um 50 Prozent. Zum Vergleich: 2018 legten die Zuflüsse um 45 Prozent zu – über den gesamten Jahresverlauf. Das zeigen aktuelle Daten des monatlichen ETF-Barometers von Lyxor. „Seit Jahresbeginn floss immerhin bereits jeder siebte Euro, der in ETFs investiert wurde, in nachhaltige Anlagestrategien“, sagt François Millet, Head of Strategy, ESG & Innovation bei Lyxor Asset Management. Diese Zahlen zeigen eine wichtige und positive Entwicklung, denn passiv verwaltete Gelder können einen zentralen Beitrag zur Erreichung globaler Klimaziele leisten.

Vermögensverwaltung mit besonderer Verantwortung

Der Markt für passive Strategien ist das wachstumsstärkte Segment in der Vermögensverwaltung, angekurbelt von einer starken Nachfrage nach ETFs. „Mit einem Marktvolumen von weltweit über 5 Billionen Euro spielt der passive Investmentmarkt eine zentrale Rolle im weltweiten Finanzsystem und damit in der Mobilisierung und Verteilung von privatem Kapital“, erklärt Millet und ergänzt: „Mit dieser Funktion kommt der Vermögensverwaltung eine besondere Verantwortung zu“. So sei beispielsweise ein Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens nicht ohne eine entsprechende Verteilung von privatem Kapital möglich. Laut Analysen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC) müssen bis 2035 jährlich 2,4 Billionen US-Dollar in Energiesysteme investiert werden, um dem Klimawandel noch rechtzeitig Einhalt zu gebieten. Das entspricht etwa 2,5 Prozent des globalen Bruttoinlandproduktes. Denn um die Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu beschränken, müssen die globalen CO2-Emissionen nach Berechnungen des IPPC bis 2050 auf null gesenkt werden.

EU-Aktionsplan Financing Sustainable Growth unterstreicht die Rolle von passiven ESG-Investments

Die Relevanz von passiven Anlagen für die Erreichung der Klimaziele zeige auch der im Frühjahr 2018 angekündigte EU-Aktionsplan Financing Sustainable Growth. Diese Initiative beschäftigte sich mit der Rolle von Benchmark-Indizes: „Zum ersten Mal werden politische Entscheidungsträger EU-definierte Indizes verwenden, um Investitionsströme auf Unternehmen umzuleiten, die den größten Beitrag zum Klimawandel leisten“, so Millet. Dies sei ein Zugeständnis, dass Indizes eine tragende Rolle dabei spielen, die Entscheidungen von Investoren zu steuern und passiv verwaltete Gelder in nachhaltige Projekte und Unternehmen zu lenken.