ETF-Markt: Aktienkursanstieg ließ verwaltetes ETF-Vermögen in Europa ansteigen

Im Umfeld sich von der Corona-Pandemie erholender Aktienmärkte verzeichnete die europäische ETF-Branche im Mai einen Nettozufluss von 5,3 Mrd. Euro, die jedoch unter dem gleitenden 12-Monatsdurchschnitt lagen. Das ergibt sich aus dem „European ETF Market Report“ von Refinitiv zum ETF-Markt für den Mai 2020.

Die Kombination aus unterdurchschnittlichen Mittelzuflüssen und der positiven Entwicklung der zugrunde liegenden Märkte führte aber zu einem Anstieg der verwalteten Vermögen von 777,9 Mrd. Euro zum 30. April 2020 auf 798,7 Mrd. Euro Ende Mai. „Der Anstieg im Mai um 20,8 Mrd. Euro war durch die Performance der zugrunde liegenden Märkte (+15,5 Mrd. Euro) bedingt, während die Nettozuflüsse 5,3 Mrd. Euro zum Anstieg der Vermögenswerte beitrugen“, so Detlef Glow, Lippers Resaerch-Chef der EMEA-Region von Refinitiv.

Besonders US-Aktien bei Anlegern gefragt

Den Großteil des Vermögens hielten Aktienfonds (522,8 Mrd. Euro), gefolgt von Rentenfonds (241,2 Mrd. Euro), Rohstoffprodukten (22,8 Mrd. Euro), alternativen OGAW-Produkten (5,8 Mrd. Euro), Geldmarktfonds (4,4 Mrd. Euro), Mischfonds (1,6 Mrd. Euro) und „anderen“ Fonds (0,1 Mrd. Euro). Das höchste verwaltete Vermögen wurde Ende Mai von US-Aktien-ETFs gehalten (154,9 Mrd. Euro), gefolgt von globalen Aktien-ETFs (€84,3 Mrd. Euro), europäischen Aktien (€41,8 Mrd. Euro), Aktien der Eurozone (€41,0 Mrd. Euro) sowie Euro-Unternehmensanleihen (€37,8 Mrd. Euro). Allein auf diese fünf von insgesamt 173 Vergleichsgruppen entfielen 45,05 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens im europäischen ETF-Segment, während die 10-Top-Klassifikationen nach verwaltetem Vermögen 58,18 Prozent ausmachten. Insgesamt machten 20 der 173 Vergleichsgruppen jeweils mehr als 1 Prozent des verwalteten Vermögens aus.

Euro-Unternehmensanleihen und US-High-Yield-Bonds waren im Mai vor allem gefragt 

Im Mai hingegen verzeichneten Anleihe-ETFs (+6,4 Mrd. €) die höchsten Nettozuflüsse in der europäischen ETF-Branche, gefolgt von Rohstoff-ETFs (+0,5 Mrd. €) und ETFs mit gemischtem Vermögen (+0,1 Mrd. Euro), während alternative OGAW-ETFs (-0,01 Mrd. Euro), „andere“ ETFs“ (-0,01 Mrd. Euro), Geldmarkt-ETFs (-0,4 Mrd. Euro) und Aktien-ETFs (-1,2 Mrd. Euro) Abflüsse verzeichneten. Die weltweit umsatzstärkste Lipper-Klassifizierung für Mai waren Euro-Unternehmensanleihen (+1,4 Mrd. Euro), gefolgt von US-Hochzinsanleihen (+1,0 Mrd. Euro) und globalen Schwellenländeranleihen (+0,7 Mrd. Euro).

iShares weiterhin erfolgreichster Emittent am ETF-Markt

iShares war im Mai der erfolgreichste ETF-Emittent in Europa mit Nettozuflüssen in Höhe von 4,0 Milliarden Euro, vor JP Morgan (+0,6 Milliarden Euro) und UBS ETF (+0,4 Milliarden Euro). Die 10 umsatzstärksten Fonds am ETF-Markt erzielten im Mai Nettozuflüsse von insgesamt 3,4 Mrd. Euro. Der meistverkaufte ETF für Mai, der iShares € HY Corp Bond UCITS ETF (WKN: A1C3NE) verzeichnete Nettozuflüsse von 0,5 Mrd. Euro.

„Weiterer positiver Monat für europäische ETF-Industrie“

Glow kommentiert: „Während sich die Wertpapiermärkte weiter von dem durch den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verursachten Abschwung erholten, war der Mai ein weiterer positiver Monat für die europäische ETF-Industrie, da die ETF-Emittenten Zuflüsse verzeichnen konnten“. Der Anstieg im Mai um 20,8 Mrd. Euro sei durch die Performance der zugrunde liegenden Märkte (+15,5 Mrd. Euro) bedingt gewesen, während die Nettozuflüsse 5,3 Mrd. Euro zum Anstieg der Vermögenswerte beitrugen.