ETF-Markt mit Coronafieber

Die Kapitalmarktentwicklungen infolge der globalen Coronavirus-Pandemie im Februar haben auch die Mittelzuflüsse in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und andere börsengehandelte Produkte (ETPs) geprägt. Diese fielen gegenüber dem Vormonat Januar weltweit betrachtet um 42 Prozent geringer aus und beliefen sich auf 67,3 Milliarden Dollar. Das geht aus dem aktuellen BlackRock ETP-Marktreport Februar 2020 hervor. Das geringere Mittelaufkommen war vor allem eine Folge deutlicher Abflüsse in der vergangenen Februarwoche, als Anleger weltweit 37,2 Milliarden Dollar aus verschiedenen Marktsegmenten abzogen – mehr als je zuvor innerhalb einer Woche seit Aufzeichnungsbeginn.

Die Abflüsse gingen dabei vor allem zulasten von Aktienprodukten (minus 31,5 Milliarden Dollar), aber auch Anleihen-ETPs (minus 6,2 Milliarden Dollar) waren betroffen. Lediglich Rohstoffprodukte (plus 1,8 Milliarden Dollar) verbuchten Nettozuflüsse, die insbesondere Gold-ETPs zugutekamen.

Aktien-ETP-Investments von 37 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 4,1 Milliarden US-Dollar gefallen

„Die letzte Februarwoche war die schlechteste Woche für Aktienabflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011, wobei Investoren 31,5 Milliarden Dollar verkauften. Der Februar begann zunächst als ein starker Monat für Kapitalflüsse, so investierten Anleger in den ersten drei Wochen des Monats 35,6 Milliarden Dollar. Auf Monatssicht flossen so insgesamt weltweit nur nur 4,1 Milliarden Dollar in Aktien-ETPs, gegenüber den 37 Milliarden Dollar im Vormonat.

Von den Verkäufen betroffen waren vor allem US-Aktien-ETPs. So kam es in der letzten Februar-Woche zu Abflüssen in Höhe von 21,7 Milliarden US-Dollar. Dies
war die drittgrößte Abflusswoche  seit der Aufzeichnung. Trotz der drastischen Verkaufswelle Ende des Monats blieb der Februar ein Netto-Zuflussmonat für US Aktien (+0,7 Milliarden US-Dollar). Im Gegensatz dazu haben die Schwellenländer (EM)-Aktien Abflüsse  in Höhe von 8,1 Milliarden US-D.ollar verzeichnet.

Längerfristige Trends spielen weiterhin eine Rolle. Trotz der hohen Marktvolatilität, sammelten nachhaltige ETPs im Februar rund 5,7 Milliarden Dollar an Investorengeldern ein. Damit setze sich der positive Trend der Vormonate fort. 

Zinsprodukte wurden gekauft, Abflüsse bei Kreditprodukten

Die ETP-Ströme der festverzinslichen Wertpapiere entwickelten sich im Februar wesentlich besser (+17,1 Milliarden Dollar) als die Aktienströme. Wie bei den Aktien verkauften die Anleger Anleihen jedoch in der letzten Monatswoche  stark (-6,2 Milliarden Dollar). Dies war die zweitschlechteste Woche für Abflüsse seit März 2014, als 8,5 Milliarden Dollar aus Anleihen ausstiegen. Die Anleihen-ETPs waren jedoch die größten Nutznießer der Abflüsse im Februar und nahmen 10,5 Milliarden US-Dollar ein – mehr als doppelt so viel wie im Januar (4,4 Milliarden US-Dollar).

Die Stimmung gegenüber Krediten dämpfte sich hingegen im Februar, als die monatlichen Abflüsse aus Hochzins-ETPs einen neuen Rekord erreichten (-6,2 Mrd. USD). Dies war der erste Netto-Abflussmonat seit August 2019, mit Ausverkauf der EMEA- und US-High-Yield- ETPs. Weltweite Investment-Grade-Anleihen konnten hingegen) weiterhin Zuflüsse sammeln (2,8 Milliarden Dollar), im Vormonat waren es hingegen noch 4 Milliarden Dollar.  

Gold- und Rohöl-ETPs gefragt

Die ETP-Zuflüsse für Rohstoffe stiegen von 5,1 Mrd. US-Dollar im Januar auf 6,1 Milliarden US-Dollar im Februar. Seit Jahresbeginn haben die Rohstoff-ETPs 11,2 Milliarden US-Dollar erreicht, was bereits 62 Prozent der gesamten Zuflüsse im Jahr 2019 (18 Milliarden US-Dollar) ausmacht. Der Großteil der Februar-Zuflüsse entfiel  daei auf Gold-ETPs (+3,7 Milliarden US-Dollar). „Angesichts der Marktvolatilität und eines Umfelds mit niedrigeren langfristigen Zinssätzen haben die Anleger den Rohstoff weiterhin als Diversifizierungsobjekt bevorzugt. In diesem Jahr hat das Edelmetall bisher 6,9 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen gewonnen, wobei seit Mitte Januar bei Gold-ETPS  sieben Wochen in Folge Zuflüsse zu verzeichnen waren. Trotz des gestiegenen Interesses an sicheren Häfen gewannen die ETPs für Silber im Februar nur geringfügige Zuflüsse.

Auch Rohöl-ETPs verzeichneten im Februar Zuflüsse in Höhe von 2,2 Mrd. US-Dollar. Damit setzte sich der positive Trend vom Januar fort, als Anleger 0,9 Mrd. US-Dollar in ETPs auf diesen Rohstoff investierten.  Breit gestreute Rohstoffindizes hingegen verzeichneten hingegen Abflüsse in Höhe von 0,1 Mrd. US-Dollar.