Von Jennifer Fizia4. April 2022
ETF-Sparpläne für Kinder: So sorgst du für deinen Nachwuchs vor

ETF-Sparpläne für Kinder: So sorgst du für deinen Nachwuchs vor

Für die Zukunft der Kinder schon möglichst früh vorsorgen – für viele Eltern und Großeltern ist das so wichtig wie nie. Doch was ist in Zeiten von Null- und Negativzins und hoher Inflation die beste Möglichkeit? 

„Geh an die Börse, investier in Aktien, du hast so viel Zeit, mach’s einfach“, rät Börsenexpertin Jessica Schwarzer ihrem jüngeren Ich im herMoney Podcast. Und diesen Ratschlag gibt sie auch Eltern, die für ihre Kinder vorsorgen wollen. Einfach machen klingt gut, doch wie starte ich als Mama oder Papa mein Investment für die Kids? Welche Möglichkeiten der Geldanlage habe ich? Worauf sollte ich achten? Wir geben dir Tipps, die Omas, Opas und Pateneltern natürlich genauso beherzigen und umsetzen können.

Wichtig: der Anlagehorizont

Bevor du dich ins Abenteuer Investment stürzt, solltest du den Anlagehorizont deines Kindes betrachten. Möchtest du zum Beispiel Geld für die erste eigene Wohnung deines Sprösslings zur Seite legen, kommt es darauf an, wie alt dein Kind ist. Gerade geboren oder noch im Kleinkindalter? Super, dann ist Investieren am Aktienmarkt genau das Richtige für dich und deinen Junior. Denn der Anlagehorizont ist so lang, dass – statistisch gesehen – die zu erwartende Rendite deutlich höher ist als das Risiko. Selbst wenn es in den knapp zwei Jahrzehnten, bis das Kapital benötigt wird, hin und wieder holpert – die Zeiten, in denen die Aktien gut performen gleichen das aus.

Etwas anders sieht es aus, wenn dein Kind schon im jugendlichen Alter ist. Denn dann ist die Zeitspanne, bis das Geld gebraucht wird, nicht mehr lang genug. Hier solltest du eventuell auf andere Sparprodukte setzen. Oder du änderst das Anlageziel. Wie wäre es mit einer Weltreise in zehn bis fünfzehn Jahren? Oder vielleicht dem Start des eigenen Business deines Nachwuchses?

Aktiv oder passiv? Breit gestreut und nachhaltig?

Um am Aktienmarkt zu investieren hast du verschiedene Möglichkeiten. Entweder setzt du auf aktiv verwaltete oder passive Fonds. Bei ersteren entscheiden Fondsmanager, welche Aktien ins Portfolio kommen. Diese Arbeit muss bezahlt werden, daher sind die aktiv gemanagten Fonds teurer als passive Fonds. Damit kommen wir zu den Exchange Traded Funds (ETFs).

Die börsengehandelten Indexfonds bilden einen entsprechenden Aktienindex ab und performen maximal so gut, wie der Index selbst. Egal, ob du auf aktive oder passive Fonds setzt, wichtig ist, dass du dein Portfolio bestmöglich diversifizierst. Das bedeutet, dass du dein Geld nicht auf wenige, ausgewählte Unternehmen verteilst, sondern breit und möglichst weltweit streust. Je mehr Unternehmen in deinem Portfolio enthalten sind und je branchenunabhängiger, desto reduzierter ist dein Risiko. Am einfachsten erreichst du das tatsächlich mit ETFs.

Sparen für Kinder:  Nicht zu kompliziert

Jessica Schwarzer empfiehlt beim ETF-Sparen für Kinder zudem: „Keep it simple.“ Jage also nicht allen Megatrends hinterher, sondern wähle ETFs, die dir eine hohe Diversifikation bieten, wie der MSCI World (nur Industrieländer) oder der ALL Country World. Möchtest du nachhaltig investieren, eignet sich zum Beispiel der MSCI World SRI (Socially Responsible Investment).

Im Gegensatz zum MSCI World, der 1.600 Unternehmen enthält, ist die nachhaltige Variante deutlich ausgedünnt und beinhaltet nur noch knapp 370 Unternehmen. Er gilt als einer der striktesten globalen ESG-Indizes und enthält nur Unternehmen mit hervorragenden Ratings von MSCI in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und Unternehmensführung. Aktiengesellschaften, die zum Beispiel Waffen herstellen, Kohle fördern oder im Bereich Kernenergie arbeiten, sind ausgeschlossen.

Tipp: Hier findest du die günstigsten Anbieter für ETF-Sparpläne.

Investieren schon mit geringen monatlichen Raten

Kommen wir zum Sparplan. Hier legst du automatisiert jeden Monat einen festgelegten Betrag an. ETF-Sparpläne bieten dir fast alle Banken und Onlinebroker an. Die Konditionen solltest du vergleichen, denn die Gebühren unterscheiden sich, ebenso die Auswahl der ETFs. Investieren kannst du bereits mit monatlichen Sparraten von nur einem Euro, bei den meisten Anbietern liegt die Mindestsparrate allerdings zwischen zehn und 50 Euro.

Keine Sorge: Du kannst die Rate jederzeit erhöhen oder reduzieren. Falls du möglichst wenig Zeit und Aufwand mit der Geldanlage für deine Kids haben willst, empfiehlt sich ein Robo-Advisor. Die digitalen Vermögensverwalter legen auf Grundlage deiner übermittelten Daten wie Anlagesumme, Risikobereitschaft, Alter und einem bestimmten Algorithmus dein Geld automatisiert an.

Tipp: Du möchtest vorsorgen? Hier gelangst du zum neuen Vorsorgerechner von extraETF.com.

Dein Depot oder mein Depot?

Bevor du los startest, musst du nun nur noch ein Depot eröffnen. Das kann entweder ein Kinder- oder Juniordepot sein oder eines, das auf deinen Namen läuft. Der große Unterschied: Eröffnest du das Depot auf den Namen deines Kindes, so gehört das Geld dem Nachwuchs. Du verwaltest es nur, bis deine Tochter oder dein Sohn volljährig ist.  Das bietet zum Beispiel steuerliche Vorteile, wirkt sich aber je nach Vermögen deines Kindes auf die Höhe des Bafögs und auf die kostenlose Mitgliedschaft in der Familienversicherung aus.

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