ETF-Sparplan: Cost Average Effekt – Wunderwaffe oder nur Märchen?

ETF-Sparpläne sind der neue Mainstream bei der Geldanlage. Der Cost Average Effekt wird dabei oftmals als Wunderwaffe des Investierens angepriesen. Doch stimmt das wirklich? Oder wird dem Cost Average Effekt damit etwas zu viel Ehre zuteil?

Wenn man etwas über ETF-Sparpläne recherchiert, stößt man schnell auf den Begriff „Cost Average Effekt“. Dieser wird oft als Anlegerbonus bei volatilen Märkten gelobt. Denn obwohl der Markt eine Zeitlang seitwärts verläuft, soll man durch ihn dennoch eine positive Rendite einfahren. Unser Autor klärt auf, was dahintersteckt.

Die Theorie, die hinter dem Cost Average Effekt (deutsch: Durchschnittskosteneffekt) steckt, ist relativ simpel. Ich möchte Ihnen den Effekt anhand eines normalen ETF Sparplans erklären. Man geht zunächst davon aus, dass in regelmäßigen Abständen ein gleichbleibender Betrag in den ETF investiert wird.

Weiter geht die Theorie davon aus, dass der Kurs des ETFs um den ersten Einstiegskurs schwankt. Somit kauft man in den Tagen, an denen der Kurs des ETFs besser dasteht, weniger Anteile, dafür aber mehrere, wenn der Kurs unter dem Durchschnittspreis steht.

Wenn der Kurs des ETFs nach einiger Zeit wieder den Startkurs erreicht, hat man in der Theorie aufgrund des Cost Average Effekts eine positive Rendite erzielen können, da man bei günstigeren Kursen mehr Anteile erwerben konnte. Hätte man insgesamt den gleichen Betrag als Einmalanlage zum Start investiert, käme man wieder auf denselben Wert des Depots.

Empirische Untersuchungen zum Cost Average Effekt

Die Versprechungen des Cost Average Effekts klingen folglich vielversprechend. Obwohl der Markt in einem bestimmten Zeitraum eine Seitwärtsbewegung aufzeigte, konnte man eine positive Rendite erzielen. Jedoch gehen die Erklärungen vom Cost Average Effekts zumeist von einer falschen Annahme aus. Denn der weltweite Aktienmarkt ist langfristig aufsteigend.

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Eine Studie von Vanguard zeigte im Jahr 2012 auf, dass die Einmalanlage in einen ETF in den vergangenen Jahrzehnten eine höhere Rendite erzielen konnte als das regelmäßige Investieren in den selbigen. So konnte die Einmalanlage in einem Betrachtungszeitraum von 36 Monaten die regelmäßige Anlage zu knapp 90 Prozent schlagen. Auf einen zehnjährigen Betrachtungszeitraum ist es immerhin noch eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Einmalanlage die regelmäßige Anlage schlägt.

Argumente für die regelmäßige Anlage

Es konnte somit zwar empirisch bewiesen werden, dass es statistisch wahrscheinlicher ist, dass eine einmalige Anlage in einen ETF, die regelmäßige Anlage in den selben ETF schlagen wird. Dennoch sprechen einige sehr gute Argumente für die regelmäßige Anlage.

Zunächst ist bei sehr vielen Anlegern und Anlegerinnen das nötige Kapital für die hohe Einmalanlage am Anfang noch nicht vorhanden. Gerade bei jungen Menschen sind regelmäßige Sparpläne die einzige Chance sich langfristig und nachhaltig ein Vermögen aufzubauen. Es fehlt somit schlichtweg die Grundlage für ein hohes Einmalinvest.

Zudem ist auch auf das Wohlbefinden des Anlegenden zu achten. Wie bereits beschrieben, hat der Aktienmarkt langfristig einen deutlichen Aufwärtstrend. Dennoch hat uns gerade der Corona Crash gelehrt, dass der Trend schnell auch einmal heftig in die andere Richtung ausschlagen kann. Hat man im Februar 2020 ein höheres Investment getätigt, dürfte es den meisten Anlegenden Ende März mulmig geworden sein.

Die langfristige Anlage in ETFs soll Ihnen helfen, beruhigt Richtung Ihres Ruhestandes zu blicken. Es ist niemandem geholfen, wenn man aufgrund der Investition nachts keinen Schlaf findet. Somit eignet sich gerade für weniger risikoaffine Anleger und Anlegerinnen eine höhere Summe in Tranchen zu investieren.

Fazit

Auch wenn der Cost Average Effekt für eine bessere Rendite als Mythos deklariert werden kann, dürfte es für einige von Ihnen dennoch sinnvoller sein, eine regelmäßige Anlagestrategie zu wählen.So können Sie durch das regelmäßige Investieren langfristig eine gute Rendite erwirtschaften und die Entwicklung Ihres ETFs ganz entspannt betrachten.

Für die Anleger und Anlegerinnen unter Ihnen, die bereits Erfahrung mit den Schwankungen der Börse haben und diese mit großer Resilienz aussitzen können, ist jedoch die Einmalanlage die bessere Wahl, um eine höhere Rendite zu generieren.

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