ETF-Sparplan: Dieser Sparplan ist für Anleger am besten

Wie sollte man seinen Sparplan besparen? Quartalsweise, monatlich oder wöchentlich? Wir haben für Sie nachgerechnet – und haben ein eindeutiges Ergebnis!

Erst kürzlich bin ich bei einigen Online-Direktbanken auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, ETF-Sparpläne nicht nur monatlich, sondern auch zweiwöchentlich, d.h. zweimal pro Monat, zu besparen. Was zunächst nach einem interessanten Feature für einen Sparplan aussieht, macht aus meiner Sicht wenig Sinn – hier sind meine Gründe.

ETFs über alle Börsenhöhen und -tiefen hinweg kaufen und nach vielen Jahren vom konstanten Sparen profitieren – das sind die Versprechen rund um den Cost-Average-Effekt (CAE). In der Realität sind die Auswirkungen auf die Geldanlage jedoch marginal. Der CAE ist dann effektiv, wenn die Börsen im Korrekturmodus sind. Bei konstanten Sparraten können dann nämlich Wertpapiere günstiger eingekauft werden.

Sparplan-Mythos Cost Average

Da Märkte langfristig jedoch wachsen, fehlen Argumente für die Vorteilhaftigkeit der Strategie. Einmalinvestments haben sich bis dato besser entwickelt. Da jedoch nicht jeder Anleger über große Summen verfügt, machen Sparpläne in jedem Fall Sinn. Auf diese Art kann die private Altersvorsorge automatisiert werden. Aus Behavioral Finance Gesichtspunkten könnte man an dieser Stelle noch den Selbstdisziplinierungseffekt eines monatlichen Sparplans hervorheben. Dieser ist besonders in volatilen Börsenphasen nicht zu unterschätzen.

Aus finanzwissenschaftlicher Sicht spricht wenig für den CAE, aus psychologischer Sicht kann er jedoch sehr viel Sinn machen. Anbei jetzt ein kleines Beispiel, das die Auswirkungen unterschiedlicher Sparrhythmen zeigt.

Beispielrechnung mit MSCI World-ETF

Wir haben uns die Frage gestellt, wie sich der Sparrhythmus auf die Rendite eines MSCI World-ETF Portfolios (ISHARES CORE MSCI WORLD UCITS ETF) ausgewirkt hätte. Im Ergebnis hat eine Veränderung des Sparintervalls keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamtrendite. Das kann zwar in Einzelfällen (z.B. bei großen Korrekturen) passieren – wird sich im Verlauf der Jahre jedoch wieder ausgleichen.

In unserem Beispiel gehen wir von einer Gesamtinvestition in Höhe von 10.800 Euro aus, die verteilt über einen Zeitraum von 3 Jahren (01.09.2017 – 31.08.2020) angelegt wurde. Das bedeutet, dass pro Monat 300 Euro, zweiwöchentlich 150 Euro, halbjährlich 1.800 Euro und einmalig 3.600 Euro in den ETF investiert worden sind.

Ob monatlich oder zweiwöchentlich investiert wurde, hat in den vergangenen 3 Jahren kaum einen Unterschied gemacht. Selbst ein halbjährlicher Sparplan hat dem Anleger nur eine etwas höhere Rendite beschert. Allein die einmalige Anlage hat zu einer signifikant höheren Rendite geführt im Vergleich zur monatlichen Ansparung (+15,98 Prozent Überrendite). Aber auch diese Aussage muss um den kurzen Betrachtungszeitraum relativiert werden. Auf eine Sicht von 15 Jahren löst sich der Effekt nämlich laut unseren Berechnungen auf.

 MonatlichZweiwöchentlichHalbjährlichEinmalig
MSCI World Anteile per 31.08.2020224,08223,16228,18255,08
Depotwert per 31.08.202012.469,86 €12.418,87 €12.698,12 €14.195,09 €
Gewinn in €1.669,86 €1.618,87 €1.898,12 €3.395,09 €
Gewinn in %15,46%14,99%17,58%31,44%
Quelle: eigene Berechnung
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Fazit: Der Anlagehorizont ist wichtiger als das Anlageintervall

Die Investition in ETFs mit Hilfe von Sparplänen macht Sinn. Sie lassen sich leicht einrichten und ermöglichen Anlegern, ihren Vermögensaufbau zu automatisieren. Die Auswirkungen des Anlageintervalls bzw. Sparrhythmus´ auf die Rendite sind allerdings marginal.

Das zeigen nicht nur unsere Berechnung im obigen Fall, sondern auch zahlreiche Studien und Untersuchungen zum Cost-Average-Effekt. Es besteht bis dato kein nachweisbarer Zusammenhang zwischen dem CAE und einer damit verbundenen Renditeverbesserung.

Anleger sollten einfach konsequent am Ball bleiben und regelmäßig anlegen. Ob wöchentlich, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich, wird langfristig keinen großen Unterschied machen. Viel wichtiger ist der Anlagehorizont – dieser sollte möglichst lang sein, denn dann gleichen sich (mögliche Differenzen) ohnehin aus. 

ETF-Empfehlungen für jeden Index

In dieser Tabelle finden Sie für jeden Index die vom EXtra-Magazin empfohlenen ETFs für einen Sparplan (Auswahl).

IndexETF NameWKNTERAusschüttendSparplan Vergleich
MSCI ACWI IMISPDR MSCI ACWI IMIA1JJTD0,40 %NeinSparplanvergleich
FTSE All-WorldVanguard FTSE All-WorldA1JX520,25 %JaSparplanvergleich
MSCI ACWISPDR MSCI ACWIA1JJTC0,40 %NeinSparplanvergleich
MSCI WorldiShares Core MSCI WorldA0RPWH0,20 %NeinSparplanvergleich
MSCI WorldHSBC MSCI WorldA1C9KK0,15 %JaSparplanvergleich
FTSE Developed WorldVanguard FTSE Developed WorldA12CX10,18 %JaSparplanvergleich
MSCI Emerging Markets IMIiShares Core MSCI EM IMIA111X90,18 %NeinSparplanvergleich
MSCI Emerging MarketsXtrackers MSCI Emerging MarketsA12GVR 0,20 %NeinSparplanvergleich
FTSE Emerging MarketsVanguard FTSE Emerging MarketsA1JX510,25%JaSparplanvergleich
FTSE North AmericaVanguard FTSE North AmericaA12CXY0,10 %JaSparplanvergleich
MSCI USAXtrackers MSCI USAA1XB5V0,07 %NeinSparplanvergleich
S&P 500iShares Core S&P 500A0YEDG0,07 %NeinSparplanvergleich
S&P 500Vanguard S&P 500A1JX530,07 %JaSparplanvergleich
STOXX Europe 600Lyxor STOXX Europe 600LYX0Q00,07 %NeinSparplanvergleich
STOXX Europe 600iShares STOXX Europe 6002635300,20 %JaSparplanvergleich
MSCI EuropeSPDR MSCI EuropeA1191Q0,25 %NeinSparplanvergleich
FTSE Developed EuropeVanguard FTSE Developed EuropeA1T8FS0,12 %JaSparplanvergleich
Alle hier aufgeführten ETFs sind physisch replizierend und haben ein Fondsvolumen größer 100 Mio. Euro.