Von Thomas Brummer20. Oktober 2021

ETFs auf China – Desaster oder Renditeturbo für das Depot?

China galt jahrelang als Treiber der Weltwirtschaft. In diesem Jahr erwies sich China jedoch auch als Risiko für die Finanzmarktstabilität. Kann sich ein ETF-Investment im Reich der Mitte gerade deswegen genau jetzt lohnen? 

Die kürzlich in die Notlage geratenen, verschuldeten Immobilienunternehmen Evergrande und Fantasia Holdings machen es deutlich: Die Sichtweise der chinesischen Politiker auf Verschuldung hat sich geändert. Potenzielle wirtschaftliche Belastungen durch Schuldenabbau werden stärker toleriert, glauben Börsenexperten der UBS.

Allerdings sei der Anteil des Immobilienmarkts an der Wirtschaftsleistung zu hoch, um ganz wegzuschauen und dadurch einen ernsthaften Abschwung zu riskieren. Doch bislang sei es China ganz gut gelungen, Unternehmensprobleme intern zu lösen und systemische Risiken zu vermeiden. 

China-Regierung greift durch

„Andererseits führte die chinesische Regierung bereits vor der Zahlungsunfähigkeit von Evergrande neue Vorschriften in anderen Branchen ein. Als Reaktion auf die Verschärfungen kam es zu einem breiten Ausverkauf chinesischer Risikoanlagen“, räumt Jie Song, Asien Aktien-Spezialist bei UBS Asset Management, ein.

„Nachdem es lange darum ging, absolute Armut zu eliminieren, verlagert Chinas Wachstumsmodelldie Prioritäten auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit sowie auf soziale Gleichheit und Sicherheit. Dies wird durch die in den letzten neun Monaten erlassenen neuen Vorschriften für Fintech, Big Tech, Nachhilfeunterricht, Kryptowährungen und Kohlenstoffemissionen unterstrichen“, erklärt Song weiter.

Chancen bei China-Aktien

Mittelfristig spielen nach Ansicht der UBS-Profis in China bei der Suche nach den Börsengewinnern insbesondere zwei Themen eine wichtige Rolle: der Übergang zu einem stärker dienstleistungsorientierten Wachstum und die steigende Nachfrage von höherwertigen Produkten (Premiumisierung). „Entscheidend ist es, Unternehmen zu finden, die sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft haben und diesen verteidigen können“, sagt Jie Song. Obwohl die Bewertungen auf ein überzeugendes Niveau gefallen sind, denken wir, dass das regulatorische Risiko zumindest kurzfristig ein Überhang und ein Treiber der Volatilität an den Märkten bleiben wird.

Tipp: Hier finden Sie eine Auflistung an China-ETFs.

„Es gibt viele qualitativ hochwertige Unternehmen mit einem starken Management, die ein nachhaltiges Wachstum erzielen können, auch wenn einige von ihnen kurzfristig durch das regulatorische Umfeld oder den verschärften Wettbewerb unter Druck geraten. Daher sind wir trotz der Bedenken weiterhin optimistisch, langfristig aktiv in den chinesischen Aktienmarkt zu investieren“, erklärt Jie Song.

Chancen bei Long-Short-Aktienstrategien

Dank der hohen Performance-Unterschiede der einzelnen chinesischen Aktien in den vergangenen Monaten haben Long-Short-Aktien-Hedgefonds-Strategien laut UBS-Experten gut abgeschnitten. Durch regulatorische Reformen und eine hohe Beteiligung von Privatanlegern an den Aktienmärkten ergäben sich viele Anlagemöglichkeiten sowie vor allem ein besserer Zugang zu Short-Positionen.

Einfach ein China-ETF

Die vorgestellte Strategie ist mit gewissen Risiken verbunden. Wer langfristig an China glaubt, kann sich für eine simple ETF-Lösung entscheiden. Nachfolgend sehen Sie ein entsprechendes Produkt.

UBS MSCI China A SF UCITS ETF

WKN: A2PRV8 ISIN: IE00BKFB6K94
Kurs 138,92 €
Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 20 Mio. €
Indexabbildung Synthetisch
1 Monat +2,84 %
Lfd. Jahr +14,43 %
Mehr Infos zum: UBS MSCI China A SF UCITS ETF
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