Trotz Corona: Weltweite ETP-Zuflüsse von insgesamt 17,2 Milliarden US-Dollar

Trotz erhöhter Marktvolatilität aufgrund der Coronavirus-Pandemie verbuchte die globale ETP-Branche im März Zuflüsse in Höhe von 17,2 Milliarden Dollar. Allerdings ist dies der niedrigste Stand seit August 2019. Das geht aus dem aktuellen weltweiten ETP-Bericht „Global ETP Report“ von Blackrock hervor.  ETPs auf festverzinsliche Wertpapiere erlitten danach mit Abflüssen in Höhe von mit 34,5 Milliarden Dollar den größten monatlichen Abfluss seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Gegensatz dazu verbuchten Rohstoffe mit Zuflüssen in Höhe von 11,78 Milliarden US-Dollar den größten monatlichen Zufluss seit Aufzeichnungsbeginn. Mit Zuflüssen von insgesamt 35,3 Milliarden US-Dollar in Aktien-ETPs wurden die Abflüsse von Ende Februar wieder ausgeglichen wurden. 14,6 Milliarden US-Dollar flossen auch in nachhaltige Investments. Im Vormonat waren es sogar 23,5 Milliarden US-Dollar.

Anleger trennten sich von Anleihen-ETPs

Anleihen-ETPs haben laut dem aktuellen Blackrock-Report eine Achterbahnfahrt hinter sich: Anleger hätten dabei von der letzten Februarwoche bis Mitte März (-30 Milliarden US-Dollar)  sowohl weltweit gelistete Hochzins- als auch Investment Grade-Anleihen durchweg verkauft. Im Zuge der Lockerung der Geldpolitik der Zentralbanken und der Käufe von Unternehmensanleihen in Europa begann sich dieser Trend dann Ende März umzukehren.

Kurzzeitiges Parken  in Geldmarkt-ETPs

Geldmarkt-ETPs verbuchten Woche für Woche höhere Zuflüsse, in der zweiten Märzwoche registrierte die ETP-Branche sogar mit Zuflüssen in Höhe von 9,28 Milliarden US-Dollar den zweithöchsten registrierten wöchentlichen Zufluss. In der zweiten Monatshälfte kam es dann hingegen zu wahllosen Åbverkäufen. Auf Monatssicht flossen so Geldmarkt-ETPs insgesamt 9,4 Milliarden US-Dollar zu nach Zuflüssen in Höhe von 10,5 Milliarden US-Dollar im Februar.

Home Bias: Anleger kauften verstärkt Aktien der eigenen Region

Anleger haben im März das Risiko erhöht – wenn auch nur selektiv, mit einer bedeutenden inländischen Ausrichtung innerhalb der US-amerikanischen und europäischen Aktien. In den USA aufgelegte ETPs auf US-Aktien verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 31,8 Milliarden US-Dollar, in der EMEA-Region notierte Produkte auf US-Aktien verbuchten hingegen Abflüsse in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar. In ETPs auf europäische Aktien flossen innerhalb der EMEA-Region insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar. Damit wurde der Abwärtstrend der beiden Vormonate umgedreht. In den USA trennten sich hingegen die Anleger von ETPs auf europäische Aktien (- 3,9 Milliarden US-Dollar).

Bevorzugte Sektoren: Technologie, Gesundheitswesen & Energie

Bei US-Aktien wurden Blue-Chip-Titel, sprich also Papiere auf marktkapitalstarke Unternehmen, bevorzugt, aber auch in Small Caps flossen 1,9 Milliarden US-Dollar. Ganz anders bei europäischen Aktien, hier standen Small Caps auf der Verkaufsliste (-0,6B Milliarden US-Dollar). Gekauft wurden vor allem ETPs der Bereiche Technologie, Gesundheitswesen und Energie, Finanztitel hingegen waren weiterhin unbeliebt. ETPs auf  auf US-Versorger verzeichneten in diesem Jahr erstmals Abflüsse, europäischen Versorger verbuchten dagegen kleine Zuflüsse von 11 Mio. Dollar.

Flucht in Gold, auch Silber und Rohöl gefragt

Obwohl Gold im Laufe des Monats von Anlegern unter Druck geriet, die sich um die Deckung von Liquiditätsproblemen in anderen Anlageklassen bemühten, verbuchten Gold-ETPs im März Zuflüsse von insgesamt 7,7 Milliarden US-Dollar. Das ist der zweithöchste monatliche Zufluss, der jemals verzeichnet wurde. Beliebt waren zudem Silber-ETPs (+ 0,5 Milliarden US-Dollar). Der März war auch ein Rekordmonat für Rohöl-ETPs, in die 6,1 Milliarden US-Dollar flossen. Bereits im Vormonat verbuchten Rohöl-ETPs Zuflüsse von 2,2 Milliarden US-Dollar. „Die anhaltende Angebotsdynamik zwischen Saudi-Arabien und Russland scheint Investoren nicht abgeschreckt zu haben, die in diesem Jahr jeden Monat mehr Rohöl kaufen“, so Blackrock abschließend.