Finanzwissen nimmt ab, trotz Info-Möglichkeiten per Internet

Die besten Chancen, ein hohes Vermögen aufzubauen, sehen die meisten Deutschen 2019 zum ersten Mal im Erwerb von Immobilien (22,9 Prozent), gefolgt von einer guten Ausbildung bzw. Qualifizierung, welche mit 19,0 Prozent der Nennungen allerdings einen Verlust von fast sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die Gründung eines eigenen Unternehmens verliert ebenso deutlich gegenüber dem Vorjahr und landet auf Rang 3. Die Anzahl der Menschen, die keine Angabe machen bzw. ihr Unwissen zugeben, steigt gegenüber der Vorjahresstudie rapide von 9,1 auf 17,7 Prozent an. Dies zeigen die Ergebnisse der 3. Reichtumsstudie der RWB Group, Die repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt.

„Immobilien stehen aufgrund der hohen Mietspiegel und der Wertentwicklung im medialen Fokus. Immobilieninvestitionen sind jedoch nur für wenige erschwinglich. Daher sind eine gute Bildung und Qualifizierung noch immer die Basis für den Vermögensaufbau“, sagt Horst Güdel, Vorstand und Mitgründer der RWB Group. „Zu guter Bildung gehört auch das Wissen über geeignete Möglichkeiten des Vermögensaufbaus. Insofern ist die steigende Zahl derer, die ihr Unwissen zugeben, erschreckend. Finanz- und Vermögensberater, die Bürgerinnen und Bürger bei Finanzangelegenheiten unterstützen, gewinnen daher an Relevanz.“

Chance, ein Vermögen aufzubauen, wird als immer geringer eingeschätzt

73,3 Prozent der Deutschen sind der Meinung, kaum von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre profitiert zu haben. Die persönlichen Chancen, ein hohes Vermögen aufzubauen, schätzen die Bürgerinnen und Bürger unterdessen immer geringer ein. Nur noch 9,2 Prozent der Bevölkerung bezeichnen ihre Chancen, ein hohes Vermögen aufzubauen als ‚sehr hoch‘ bzw. ‚eher hoch‘ – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 

„Zwar sind die Löhne im Durchschnitt einigermaßen mit der wirtschaftlichen Entwicklung seit 2009 mitgewachsen. Dennoch hat ein Großteil der Bevölkerung das Gefühl, von der Wirtschaft abgekoppelt zu sein“, sagt Norman Lemke, Vorstand und Mitgründer der RWB Group. Als möglichen Grund dafür nennt er: „Die kleine Gruppe derer, die sich bewusst an der Wirtschaft etwa in Form von Aktienfonds beteiligt, hat gut an der positiven Wertentwicklung der letzten zehn Jahre verdient. Der Großteil der klassischen Sparer hat dagegen erlebt, wie die Zinserträge gegen Null gingen“, so Lemke weiter.

Streben nach Reichtum nimmt zweites Jahr in Folge ab

Das Streben der Deutschen nach einem hohen Vermögen nimmt zudem weiter ab. Nur noch 55,0 Prozent der Deutschen geben an, dass sie es für „sehr“ oder „eher“ erstrebenswert halten, reich zu sein. Dies entspricht einem Rückgang von mehr als zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und 15 Prozentpunkten gegenüber 2017. Reich‘ ist für einen Großteil der Deutschen (44,2 Prozent), wer ein Vermögen von einer Million Euro inklusive Immobilien besitzt – für jeden Zehnten beginnt Reichtum erst ab drei Millionen Euro.