Fintechs – die künftigen Gewinner der Corona-Krise?

Digitale Finanzunternehmen, sogenannte Fintechs, dürften laut einer aktuellen Studie als mittel- bis langfristige Sieger  aus der Corona-Krise hervorgehen. Mit einem Fintech-ETF können Anleger auch auf US-Unternehmen aus dieser Branche setzen. 

Ausgangsbeschränkungen, Büroarbeit von zu Hause und Kurzarbeit infolge der Corona-Krise führen derzeit zu einem allgemeinen Umdenken bei Geldangelegenheiten. Zur Vermeidung unnötiger Wege in die nächste Bankfiliale suchen viele Menschen nach digitalen Alternativen. Die Arbeit am heimischen Computer verführt auch noch mehr, nebenbei auch bequem seine persönlichen Bankgeschäfte zu erledigen. Kurzarbeitern, denen vielleicht zu. Hause die Decke auf den Kopf fällt und zudem in solchen unsicheren Zeiten von finanziellen Sorgen geplagt sind, nutzen die Zeit, sich auch in Finanzfragen im Internet kundig zu machen. Dabei stoßen sie auf digitale Angebote mit erheblich geringeren Kosten. Alles dies führt zu einer deutlichen Umwälzung.

Direktbanken & Broker profitieren schon jetzt von der Corona-Krise

Kurzfristige Gewinner sind dabei aktuell vor allem Direktbanken und Low Cost Broker mit kostenlosem Girokonto oder Depot. Anbieter wie comdirect (► Zum Testbericht), DKB (► Zum Testbericht), ING (► Zum Testbericht) oder Trade Republic (► Zum Testbericht) verzeichnen in diesen Tagen einen regelrechten Ansturm, so dass oft lange Wartezeiten bei der Anmeldung entstehen, das Video-Ident-Verfahren zusammenbricht.

Digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo Advisors, gehören aktuell zu den Verlierern, die von ihnen verwalteten Vermögenswerte mancher von ihnen sanken innerhalb nur weniger Tage um bis zu 27 Prozent. Immerhin erzielten elf von ihnen, so ergab eine Analyse von brokervergleich.de im Zeitraum von 19. Februar bis 16. März, eine Überrendite gegenüber der Benchmark (50 Prozent MSCI World, 50 Prozent Barclays Aggregate Bond-Index).

Bei aktiv verwalteten Fonds dürfte die Bilanz nicht viel besser gewesen sein. Warum also dann einen Ausgabeaufschlag zahlen, verbunden mit hohen Verwaltungsgebühren oder einer möglichen Performance Fee, fragt sich in solchen Zeiten sicher mancher Anleger.  

Finch-Capital-Studie: Nach schwieriger Zeit für Startups kommt die Phase der kräftigen Erholung

Digitale Anbieter, Fintechs allgemein, dürften so als langfristige Gewinner aus der Krise hervorgehen. Das zeigt auch eine Studie der niederländischen Investmentgesellschaft Finch Capital unter dem Titel „Fintech: Die Zukunft nach CV-19“. Allerdings dürfte die Krise nach Meinung der Studienautoren noch bis ins 3. Quartal 2020 andauern, es folge dann eine 12- bis 18 Monat andauernde Erholungsphase. Vor allem noch junge Startups mit geringer Kapitaldecke dürften darunter leiden, manche von ihnen würden wohl auch nicht überleben. Die dauerhaften Auswirkungen auf die Gesellschaft würden jedoch Bedingungen schaffen, die eine höhere Dynamik, ein höheres Wachstum und die Auslösung eines positiven Zyklus für Fintech-Unternehmen begünstigten. „Digital ist die neue Industrienorm für Finanzdienstleistungen“, so die Investmentgesellschaft. Gewinner des Fintech-Sektors seien dabei vor allem:

  • Konsumenten- und KMU-Kreditplattformen
  • Digitalisierer von Hypotheken und Lebensversicherungen:
  • Fintech-Dienstleister unter Nutzung von künstlicher Intelligenz und Softwarelösungen

Dabei komme es zu einem zunehmenden Konkurrenzkampf und zu vermehrten Übernahmen durch große Banken und Finanzunternehmen, um auch künftig im Kampf um die Kunden mitspielen zu können. Das dürfte auch die Kurse börsennotierter Fintechs in die Höhe treiben.

Mit ETF auf die Fintech-Branche setzen

Mit dem Invesco KBW NASDAQ Fintech UCITS ETF (WKN: A2DHWJ) können Anleger gleichgewichtet auf die 48 marktkapitalstärksten US-Fintechs setzen. Zu ihnen gehören Unternehmen wie ACI Wordwide, Alliance Data, Paypall, Master Card, Lendingclub, American Express oder Visa. Der Index wird synthetisch abgebildet. Die Gesamtkostenquote des ETFs beträgt 0,49 Prozent. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der ETF eine Rendite von rund 37,5 Prozent.

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