FOMO und TINA – was diese beiden Phänomene für Ihre Aktien-ETFs bedeuten!

Kursrekorde trotz Wirtschaftskrise – ist die Börse verrückt geworden? Sind die Anleger bereits zu gierig? Die einen warnen vor FOMO, die anderen setzen auf TINA. Was es damit auf sich hat.

Wir leben in verrückten Zeiten. Die Coronapandemie legt (noch immer) unser aller Leben lahm und das deutsche Aktienoberhaus macht sich schnurstracks auf in Richtung 15.000 Punkte. Zeitgleich explodiert der Kurs des Bitcoin und die Initiatoren von sogenannten SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) sammeln Milliarden ein. Nur zum Verständnis: SPACS sind leere Firmenhüllen, die in der Hoffnung an die Börse gebracht werden, diese Hüllen später zu Firmen mit Geschäftszwecken umzuwandeln. Nicht nur kritische Geister stellen sich da die Frage, ob das nicht alles ein bißchen verrückt ist?

Da kommen so manchem die goldenen Worte von Börsenaltmeister André Kostolany in den Sinn. Dieser sagte einst: „Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Der Rest sind pure Emotionen.“ In der Tendenz hatte Kostolany sicherlich recht. „Das liegt in der Natur des Menschen begründet. In unseren Entscheidungen steckt immer eine Portion Emotion“, sagt Manfred Hübner, Geschäftsführer von Sentix, einem auf die Erfassung der Börsenstimmung und des Anlegerverhaltens spezialisierten Unternehmens.

FOMO und TINA

Insbesondere unerfahrene Anleger – und davon gibt es aktuell einige im Markt – sollten sich vor folgendem Akronym hüten: FOMO!  Das Kürzel steht für „fear of missing out“. Das bedeutet: In einer Boom-Phase haben Anleger Angst, die hohen Gewinne zu verpassen, die andere einfahren. Oder anders ausgedrückt: Es herrscht zu viel Gier. Das führt zu Impulskäufen. Leider sind diese impulsiven Entscheidungen oftmals diejenigen, die den Anlegern langfristig großen Schaden zufügen. Die Probleme beginnen dann, wenn sich der Wind an den Märkten dreht – und eine Korrektur die schmalen Gewinne der Späteinsteiger wieder dezimiert.

Allerdings gibt es noch ein weiteres Akronym, das derzeit in aller Munde ist: TINA, „there is no alternative“. Damit ist gemeint, dass Aktien alternativlos sind. Zinsprodukte werfen schließlich keine Rendite ab. Wer seriös in Sachwerte investieren möchte, kommt an Aktien also nicht vorbei. Und das ist auch gut so. Denn selbst wenn die absoluten Kurswerte hoch erscheinen mögen, so relativiert sich das Ganze, wenn man den Blick auf ein paar wichtige fundamentale Daten lenkt. 

Tipp: Mit den Tools und Funktionalitäten von extraETF haben Sie Ihr Depot stets im Blick und können es perfekt analysieren.

Deutsche Bank prognostiziert Goldilocks

Für die Weltwirtschaft prognostiziert die Deutsche Bank für 2021 und 2022 Wachstumsraten von 6,8 und 4,6 Prozent. Für die USA sind es 6,6 und 4,7 Prozent Wachstum. Die US-Inflation sehen die Experten 2021 und 2022 bei 2,6 und 2,1 Prozent. Für den Euroraum erwarten die Volkswirte ein BIP-Wachstum von 4,6 und 4,8 Prozent. Die Kerninflation in Europa sehen sie 2021 im Jahresdurchschnitt bei 0,8 Prozent. 

Die Deutsche Bank rechnet insgesamt also mit einem einem relativ robusten Wirtschaftswachstum bei moderaten Inflationsraten. Finanzprofis sprechen in diesem Kontext von einem Goldilocks-Szenario. Niedrige Zinsen, solides Wachstum, kaum Inflation – perfekt für Aktien! 

Tipp: Asset Allocation – hier erfahren Sie, wie Sie Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringen.

FOMO? Nein, Strategie!

Ergo: Wer jetzt kühlen Kopf bewahrt und den Blick nicht nur auf kurzfristige Gewinne richtet, der sollte sich nicht zu sehr mit der Frage des richtigen Einstiegszeitpunkts beschäftigen. Natürlich kann Ihnen niemand garantieren, dass die Börse nicht trotz Goldilocks noch einmal in die Knie geht.

Die viel wichtigere Frage für Sie lautet ohnehin: Aus welchen Assetklassen sollte Ihr Depot bestehen und wie sieht das richtige Mischverhältnis zwischen Aktien und Anleihen aus? Denn: Die richtige Anlagestrategie ist langfristig viel wichtiger für den Erfolg Ihrer Geldanlage als das richtige Timing. FOMO sollte daher keine Rolle spielen. TINA hingegen schon.

Tipp: Mit unserem Risikorechner können Sie anhand von zehn Fragen die optimale Aktienquote für Ihr Portfolio ermitteln.