Gold – Der Rettungsanker in Zeiten von Krisen und Inflation

Wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Coronapandemie lassen Gold wieder attraktiv erscheinen. Mit unterschiedlichsten ETP-Varianten können Anleger in das Edelmetall investieren.

Allein zwischen Anfang März und Ende Mai flossen nach Angaben des ETP Landscape Reports von Blackrock weltweit knapp 25 Milliarden US-Dollar in Gold-ETPs. Infolge der Coronapandemie und dem globalen Wirtschaftseinbruch mit Befürchtungen vor einer länger andauernden Rezession setzten Anleger wieder vermehrt auf den Rettungsanker Gold. Und dies machte sich auch für Anleger bezahlt, denn seitdem steigt der Goldpreis stetig. So legte dieser allein im Zeitraum der vergangenen drei Monate über 19 Prozent zu. Auf Ein-Jahressicht stieg der Preis für dieses Edelmetall sogar um gut 28 Prozent. Und manche Analysten reagieren mittlerweile regelrecht euphorisch: Zu den besonders euphorischen Vermögensverwaltern gehört Incrementum aus Liechtenstein. Immerhin gehört der von ihnen veröffentlichte „In Gold We Trust“-Report mit der mehr als 300 Seiten starken Studie zu den weltweit am meisten gelesenen Goldreports. Und dieser sieht den Goldpreis bei mindestens 4.800 Dollar am Ende des Jahrzehnts. Mit der positiven Beurteilung von Gold steht er nicht allein: So rechnet zum Beispiel die Bank of America mit einem Preisanstieg auf 3.000 US-Dollar je Feinunze in den kommenden 18 Monaten, die Privatbank Merck & Fink hält eine Verdopplung des Goldpreises in den nächsten fünf bis zehn Jahren für möglich, Goldman Sachs sieht den Goldpreis pro Feinunze in den kommenden zwölf Monaten bei 2.000 US-Dollar und die Analysten von Commerzbank (► Zum Testbericht) bei 1.900 US-Dollar. Der Grund: Als Haupttreiber sehen sie eine aufkeimende Inflation infolge der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken sowie billionenschwerer Rettungspakete weltweit, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Allein wegen der Coronapandemie wuchs die Verschuldung nach IWF-Angaben um 7,8 Billionen US-Dollar. Laut der Ratingagentur S&P wächst damit die globale Verschuldung auf rund 53 Billionen US-Dollar. Damit steigt natürlich die Gefahr eines Platzens der Schuldenblase, unkonventionellen Maßnahmen des Staates oder einer aufkommenden Inflation.

Gold bewährte sich als Rettungsanker seit Jahrtausenden

Gold bewährte sich seit Jahrtausenden als Krisenwährung. Bekam man einst im Römischen Reich für eine Unze Gold eine komplette Toga, so erhält man heute dafür einen gut geschneiderten Maßanzug. Das nennt man Wertbeständigkeit. Der Grund: Das globale in der gesamten Menschheitsgeschichte je geförderte Gold passt laut dem Branchenverband World Gold Coucil gerade einmal in einen Würfel von 21 Metern Kantenlänge. Die Ressourcen lassen sich also nur sehr begrenzt vermehren, anders als dies bei Notenbanken ist. Und gerade Notenbanken sind aktuell auch die Treiber des Goldpreises, d...

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