Von Jennifer Fizia14. Dezember 2021
Goldgrube oder Totalverlust – Was erwartet Privatanleger beim Trading?

Goldgrube oder Totalverlust – Was erwartet Privatanleger beim Trading?

Dieses Thema löst emotionale Debatten aus: Trading. Wir erklären, was genau hinter dem Begriff steckt und ob Trading der einfache Weg zu schnellem Geld oder für Privatanleger doch mit unkalkulierbaren Risiken verbunden ist.

Beim Durchstöbern der zahlreichen Foren zum Thema Trading wird schnell klar, dass hier hitzig diskutiert wird. Die einen sind sich sicher, den Weg gefunden zu haben, schnell an sehr viel Geld zu kommen. Die anderen warnen vor Totalverlusten und hohen Schuldenbergen. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff und warum ist Traden heutzutage überhaupt für Privatpersonen möglich?

Traden vs. Investieren

Beim Trading handeln Anleger aktiv Wertpapiere, Devisen (Guthaben in einer Fremdwährung) oder andere Finanzinstrumente. Traden ist das Gegenteil des Investierens. Denn Anleger setzen statt auf langfristige Erfolge eines Unternehmens auf kurzfristige Kursschwankungen. Beim sogenannten Daytrading kauft ein Trader z. B. Wertpapiere und verkauft diese meist innerhalb eines Tages wieder. Das Ziel des Ganzen? Durch Kursschwankungen einen Gewinn erzielen. Denn die Kurse können sich in Sekundenschnelle ändern und wer im richtigen Moment wieder verkauft, kann damit Erfolg haben. Gleichzeitig gehen Trader ein sehr hohes Risiko ein. Bleiben Kursschwankungen aus, kann der Trader keine Gewinne erzielen. Zudem sind die Transaktionsgebühren, die die Broker bei jedem Kauf und Verkauf erheben, nicht zu vernachlässigen. Diese Gebühren muss der Trader tragen. Sie summieren sich bei vielem Handeln zu hohen Beträgen, die gedeckt werden müssen. Verliert man als Trader nun auch noch Geld, ist von der Geldanlage schnell nichts mehr übrig. Im schlimmsten Fall hat man am Ende sogar Schulden, die getilgt werden müssen.

Trading kann jeder?

Nichtsdestotrotz haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Privatanleger am Trading versucht. Das liegt daran, dass man quasi nur einen Computer mit Internetverbindung benötigt, um sich in den Trading-Trubel zu stürzen. Nach der Eröffnung eines Tradingkontos bei einem Online-Broker kann es auch schon losgehen. Aber was dann genau losgeht, hat es in der Tat in sich. Denn von nun an bedeutet es, mehr oder weniger rund um die Uhr am Rechner zu sitzen, Kurse zu beobachten, Muster zu erkennen, und dabei niemals die Nerven zu verlieren. Hinzu kommt noch die Konkurrenz durch andere private Anleger und Banken, die ihrerseits professionelle Trader ins Rennen schicken. Trading ist keine einfache Angelegenheit und vor allem sehr zeitintensiv. Stundenlanges Ausharren vor dem Rechner gehört für Trader dazu. In einigen Foren erhalten Ratsuchende sogar den Tipp, komplett auf private Beziehungen zu verzichten. Zeit bliebe für diese ohnehin nicht und falls doch, würden sie zu viele Nerven kosten.

Tipp: Asset Allocation – hier erfährst du, wie du Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringst.

Den großen Coup landen

Warum übt Trading dennoch eine Anziehungskraft aus? Es ist die Aussicht auf schnelles Geld. Die rar gesäten Erfolgsgeschichten bauschen sich auf. Immer mehr Menschen hoffen, genauso erfolgreich sein zu können wie die wenigen Trader, die mit der Methode reich geworden sind. Allerdings ist die Anzahl derjenigen, die ihr Geld erfolgreich langfristig investiert haben, viel größer. Dennoch hoffen viele in Kürze reich werden zu können. Gewinner sind am Ende fast immer nur die Broker, die die Transaktionsgebühren einstreichen und diejenigen, die mit Coaching und Co. rund ums Thema Trading relativ schnell gutes Geld machen.

Fazit: Während Anlegerinnen und Anleger beim Investieren passiv agieren und sozusagen ihr Geld für sich arbeiten lassen, setzen Trader auf das aktive Handeln. Sie beobachten den Markt und die Kurse genau und versuchen im richtigen Moment kurz zuvor gekaufte Anteile an einem Unternehmen gewinnbringend wieder zu veräußern. Dazu müssen Trader sehr viel Zeit investieren. Zeit, die sie anderweitig nutzen könnten. Trading ist anstrengend und nervenaufreibend und nur den wenigsten gelingt der große Coup. Aus diesem Grund sind langfristige Investments, z. B. in ETFs, für Privatanleger die deutlich bessere und risikoärmere Alternative.

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